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	<title>Astrophysik Archive - Auferstanden!</title>
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	<description>Beweise für die Auferstehung, und andere Gründe, warum der christliche Glaube wahr ist.</description>
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	<title>Astrophysik Archive - Auferstanden!</title>
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		<title>Die Zerstörung von Sodom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 00:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung von Sodom und Gomorra? Die Beweise verdichten sich jedoch, dass sich diese Katastrophe wirklich ereignet hat.</p>
<div class="video-container"><iframe title="Die Zerstörung von Sodom" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/l3mhmdp4ol0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Schauen wir zuerst, was die Bibel sagt, wo sich Sodom befand, bevor wir in der zweiten Hälfte des Beitrags untersuchen, ob es an dieser stelle irgendwelche Belege gibt, die auf eine Katastrophe biblischen Ausmaßes hindeuten.</p>
<h2>Die Lokalisierung von Sodom</h2>
<p>Sodom wird normalerweise an der <a href="https://www.google.de/maps/place/Mount+Sodom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Südseite vom Toten Meer</a> lokalisiert, und einige Christen sind sehr dogmatisch mit dieser Sichtweise. Wer auf einer Israel-Tour gesagt bekommen hat, an der Stelle zu stehen, wo einst Sodom stand, hält natürlich gerne an dem Gedanken fest. Es gibt sogar eine Felsformation, die die Überreste von Lots Frau sein sollen, die ja bekanntlich zur Salzsäule erstarrte, weil sie auf Sodom zurückblickte. Dieser Fels besteht allerdings nicht aus Salz, sondern aus Fels.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-401 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg" alt="Lots Frau" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Die Traditionen um die Lage von Sodom bei Zohar am Südende vom Toten Meer beruhen auf Volksglauben. Am Nordendende in <a href="https://tallelhammam.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tall el-Hammam</a> schaut die Lage anders aus.</p>
<p>Seit 15 Jahren finden in Tall el-Hammam archäologische Ausgrabungen statt, und die Beweise verdichten sich, dass es sich bei Tall el-Hammam tatsächlich um Sodom handelt. Bei Google Maps steht sogar in Klammern und mit Fragezeichen <a href="https://www.google.de/maps/place/Tall+el-Hammam+(Sodom)%3F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Sodom&#8220;</a> dabei. Im Jahr 2007 gab es einen großen Artikel im Wall Street Journal, dass Sodom entdeckt worden wäre.</p>
<p>Nach der Veröffentlichung hagelte es Kritik von bibelkritischen Archäologen und anderen Forschern. Man könne doch nicht die Bibel verwenden, um Sodom zu lokalisieren!</p>
<p>Warum man bei archäologischer Forschung die Bibel angeblich nicht verwenden soll, darauf wird nicht eingegangen. Wenn gezielt religiöse Texte ausgeschlossen werden sollen, dann muss man nicht nur auf die Bibel verzichten, sondern auf jeden antiken Text aus dem Vorderen Orient, egal ob von den Sumerern, Ägyptern, Babyloniern, oder anderen Völkern. So gut wie jeder bekannte Text hat irgendeine religiöse Verbindung. Die Forderung auf die Bibel zu verzichten ist also nichts weiter als wieder einmal eine antibiblische Grundhaltung.</p>
<p>Steven Collins, der Ausgrabungsleiter gab die passende Antwort an die Kritiker.</p>
<blockquote><p>Kein verantwortungsbewusster Wissenschaftler, der im Heiligen Land gräbt, arbeitet ohne eine Kelle in der einen und eine Bibel in der anderen Hand!</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-402" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg" alt="Steven Collins und Gary Byers" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Sodom in der Bibel</h2>
<p>Aber was erfahren wir nun aus der Bibel über Sodom? Das allererste Mal genannt wird Sodom in Genesis10:19.</p>
<blockquote><p>So reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon nach Gerar hin bis Gaza, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojim hin bis Lescha.</p></blockquote>
<p>Das war kurz nach der Zeit Noahs, Sodom ist also eine sehr alte Stadt. Außerdem lag Sodom im Gebiet der Kanaaniter. Eine genauere geografische Eingrenzung, wo die Kanaaniter lebten, finden wir in Numeri 13:29.</p>
<blockquote><p>Die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.</p></blockquote>
<p>Damit wissen wir, dass auch Sodom entweder am Meer lag oder am Ufer des Jordan.</p>
<h2>Lot zieht gen Sodom</h2>
<p>Der wichtigste Text zur Lokalisierung von Sodom steht aber in Genesis 13:2-12.</p>
<blockquote><p>Abram aber war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. Und er zog weiter von Lagerplatz zu Lagerplatz, aus dem Südland bis nach Bet-El, bis zu der Stätte, an der zu Anfang sein Zelt gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, an die Stätte des Altars, den er früher dort errichtet hatte. Und dort rief Abram den Namen des HERRN an.</p>
<p>Auch Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe, Rinder und Zelte. Das Land aber ertrug es nicht, dass sie beieinander blieben, denn ihre Habe war so gross geworden, dass sie nicht beieinander bleiben konnten. So kam es zum Streit zwischen den Hirten der Herde Abrams und den Hirten der Herde Lots. Damals wohnten die Kanaaniter und Perissiter im Land. Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten, denn wir sind Brüder. Steht dir nicht das ganze Land offen? So trenne dich von mir! Gehst du nach links, so will ich nach rechts gehen; gehst du nach rechts, so will ich nach links gehen. Da blickte Lot auf und sah, dass die ganze Jordan-Ebene ein wasserreiches Land war. Bevor der HERR Sodom und Gomorra verdarb, war sie bis nach Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land Ägypten. Da wählte sich Lot die ganze Jordan-Ebene, und Lot brach nach Osten auf. So trennten sie sich: Abram liess sich im Land Kanaan nieder, und Lot liess sich in den Städten der Ebene nieder und zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.</p></blockquote>
<p>Es fällt auf, dass Sodom sowohl in Genesis 10 als auch in Genesis 13 immer als erstes genannt wird, Sodom und Gomorra und die anderen Städte der Jordan-Ebene. Sodom war also höchstwahrscheinlich die größte Stadt in der Jordan-Ebene.</p>
<h2>Die Jordan-Ebene, der Kikkar des Jordan</h2>
<p>Das hebräische Wort, das in allen Bibelübersetzungen mit &#8222;Ebene&#8220; übersetzt wird, heißt eigentlich gar nicht Ebene. Es gibt im Hebräischen mehrere Worte, um eine geografische Ebene zu beschreiben. &#8222;Kikkar&#8220; ist keines davon. Kikkar bezeichnet ursprünglich eine Scheibe im weitesten Sinne. Ein Talent war eine Gewichtseinheit von ca. 60 kg. Eine große Silberscheibe mit dem Gewicht von einem Talent bezeichnete man als &#8222;Kikkar&#8220;. Eine andere bedeutung für &#8222;Kikkar&#8220; ist &#8222;Fladenbrot&#8220;, wie es beis heute im Mittelmeerraum bekannt und beliebt ist, z.B. gefüllt mit Kebab-Fleisch als Döner oder Shawarma, oder belegt mit Zutaten als Pizza. Aber in der Antike war es ein Kikkar. So hieß es fast überall, in Israel, in Kanaan, in Ägypten, in Akkad, in Ugarit.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-403" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg" alt="Kikkar" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In Israel bezeichnet &#8222;Kikkar&#8220; heute auch einen Kreisverkehr. Die Form des Kikkar Tsina Dizengof in Tel Aviv einer großen Scheibe ist unverkennbar.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-405" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg" alt="Kikkar Tsina Dizengof" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Bibel bezeichnet das Wort Kikkar, wenn es in einem geografischen Zusammenhang benutzt wird, ausschließlich die Jordan-Ebene. Es ist keine generische Bezeichnung für eine geografische Ebene, sondern der Eigenname für genau diese eine Ebene.</p>
<h2>Wo liegt der Kikkar des Jordan?</h2>
<p>Aber wo liegt sie? Nach Genesis 10 entweder am Meer oder am Ufer des Jordan. Da der Kikkar auch &#8222;Kikkar des Jordan&#8220; genannt wird, kann man die Küste ausschließen. Der Kikkar liegt am Ufer des Jordan.</p>
<p>Zurück zu Genesis 13. Abraham und Lot befinden sich zwischen Bet-El und Ai, also im Hochland. Lot blickt von dort herab auf den Kikkar. Der Kikkar ist also sichtbar von Bet-El und Ai. Lot bemerkt, dass es ein wasserreiches Land ist. Dann verlässt Lot Abraham Richtung Osten, und erreicht Sodom.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-406 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg" alt="Karte vom Toten Meer" width="1024" height="551" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-300x161.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-768x413.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1536x827.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-2048x1102.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Außer man hält die Karte verkehrt herum, sieht man sofort, dass die traditionelle Lage von Sodom falsch sein muss. Der heute so genannte Mount Sodom ist nicht sichtbar von Bet-El und Ai, ist kein wasserreiches Land, liegt nicht östlich von Bet-El und Ai, und befindet noch nicht einmal am Ufer des Jordan. Außerdem weiß man heute, dass die antiken Städte dort bereits im Jahr 2500 v. Chr. verlassen waren, also Jahrhunderte vor Abraham.</p>
<p>Mit anderen Worten, es ist sehr offensichtlich, dass die Gegend von Mount Sodom <strong>nicht</strong> der richtige Ort ist. Der <strong>richtige</strong> Kikkar hingegen hat die Form einer Scheibe. Der Jordan und seine Nebenarme sorgen für eine gute Bewässerung. Er ist von Bet-El und Ai gut sichtbar. Der echte Kikkar liegt am Nordende vom Toten Meer, und Tall el-Hammam ist die größte archäologische Stätte in diesem Gebiet.</p>
<h2>Die Belege für die Katastrophe</h2>
<p>So weit so gut. Jetzt wissen wir, wo wir suchen müssen. Die größte antike Stadt im Kikkar ist schnell gefunden, Tall el-Hammam, bzw. das was sich unter Tall el-Hammam befindet, da längst alles verschüttet und mit Dreck bedeckt ist. Aber solange wir dort keine Belege für eine massive Katastrophe finden, ist nichts bewiesen, außer dass die Geografie der Sodom-Erzählung stimmt. Aber was wir in Tall El Hammam finden, ist sehr erstaunlich.</p>
<p>Jetzt kommt die Arbeit von Dr. Phil Silvia ins Spiel. Er ist Experte für Katastrophenarchäologie, kann also rekonstruieren, unter welchen Umständen antike Stätten zerstört oder vernichtet wurden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-407 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg" alt="Phillip Silvia" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Tunguska-Explosion</h2>
<p>Aber bevor uns die Details anschauen, richten wir unser Augenmerk auf den Ort Tunguska, in Sibirien im Jahr 1908.</p>
<p>Am 30. Juni 1908 kam es in Tunguska zu einer gewaltigen Explosion mit einer unglaublichen Zerstörungskraft. Man geht heute allgemein davon aus, dass ein Asteroid nicht eingeschlagen ist, sondern vor dem Einschlag über dem Wald bei Tunguska in der Atmosphäre explodiert ist.</p>
<p>Der Wald sah nach der Explosion so aus.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-408" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg" alt="Zerstörter Wald bei Tunguska" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber der sah nicht nur an der einen Stelle so aus, sondern in einem Radius von 30 bis 40 km. Es hat nicht nur die paar dutzend Bäume auf diesem Foto Foto umgehauen, sondern insgesamt 80 Millionen Bäume. Direkt um das Epizentrum der Explosion war in einem Radius von 10 bis 15 km alles pulverisiert und weggebrannt. Die Explosion entsprach etwa 15 Megatonnen TNT, und war damit 1000 Mal stärker als die Atombombe von Hiroshima. Die Tunguska-Explosion war die verheerendste Explosion eines Superboliden in der Neuzeit.</p>
<h2>Der Superbolide von Tscheljabinsk</h2>
<p>Die letzte große Explosion eines Superboliden geschah nur vor wenigen Jahren, am 2. Februar 2013 in Tscheljabinsk im Ural. Die Explosion war mit 500 Kilotonnen deutlich schwächer als die von Tunguska, und geschah etwa in 35 km Höhe. Die Schäden am Boden hielten sich dadurch in Grenzen. Die Schockwelle zerstörte trotzdem in einem Radius von 50 bis 100 km im Wesentlichen die Glasscheiben der Gebäude und Autos.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-409" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg" alt="Der Superbolide von Tscheljabinsk" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Zerstörung von Sodom</h2>
<p>In Tall el-Hammam gibt es zahlreiche archäologische Funde, die Belegen, dass dort eine Katastrophe geschehen sein muss, ähnlich einer Explosion eines Superboliden.</p>
<p>Aber bevor wir in die Details gehen, schauen wir noch darauf, was die Bibel in Genesis 19:23-28 über die Zersörung von Sodom und Gomorra berichtet.</p>
<blockquote><p>Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot nach Zoar gekommen war, liess der HERR Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom HERRN vom Himmel herab. Und er zerstörte diese Städte und die ganze Ebene, alle Bewohner der Städte und was auf der Erde wuchs. Lots Frau aber, hinter ihm, blickte zurück und wurde zu einer Salzsäule.</p>
<p>Früh am Morgen machte sich Abraham auf, an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet der Ebene. Er sah hin, sieh, da stieg Qualm von dem Land auf wie der Qualm von einem Schmelzofen.</p></blockquote>
<h2>Die Katastrophe von Tall el-Hammam</h2>
<p>Bis auf den Schwefel passt die Beschreibung im Text zu einer Bolidenexplosion. Das hebräische Wort kann aber sowohl Schwefel als auch Stein bedeuten. Der Text meint hier einfach brennende Steine, so genau das, was man bei einer Bolidenexplosion beobachtet.</p>
<p>Die Sache mit der Salzsäule ist auch noch ungeklärt, aber was mit Lots Frau genau passiert ist, das wird im weiteren Verlauf des Artikels noch klar.</p>
<p>Die Überreste einer antiken Stadt muss man sich so vorstellen, dass sie in Schichten gelagert ist. Wie bei geologischen Gesteinsschichten, wo die ältesten Ablagerungen ganz unten sind, und neuere Ablagerungen weiter oben, findet man bei Ausgrabungen die neuesten Straßen und Gebäude oben und die ältesten unten. In der Antike hat man eine neue Stadt immer einfach auf den Überresten der Stadt gebaut, die vorher dastand.</p>
<p>Bei einer Ausgrabung wird dann schichtweise abgetragen und dokumentiert, was gefunden wurde. In Tall el-Hammam ist man nach 15 Jahren Ausgrabung schon sehr weit vorgedrungen. Außerdem wurde vom Militär einst eine Schneise durch den Hügel gezogen, so dass man an der Stelle schon mal eine &#8222;Vorschau&#8220; erhält, was noch kommt, und welche Schichten einen noch erwarten.</p>
<h2>Zerstörung von Südwesten nach Nordosten</h2>
<p>Die Schicht aus der Bronzezeit deutet auf eine verheerende Katastrophe hin. Diese Schicht ist auf das Jahr 1700 v. Chr. datiert. Wann immer in dieser Schicht Tonscherben gefunden wurden, befanden sie sich in den entsprechenden Gebäuden an der nordöstlichen Wand. Mühlsteine wurden in nordöstliche Richtung umgestoßen. Mauern aus Ziegelsteinen sind in nordöstliche Richtung eingestürzt.</p>
<p>Es wurden auch einige Pötte entdeckt, die nicht zerschmettert wurden. Deren Inhalt, Weizen zum Beispiel, war immer verkohlt. Holzstücke aus der Schicht sind ebenso alle verkohlt.</p>
<h2>Geschmolzene Steine</h2>
<p>Viele der Tonscherben, Ziegelsteine und Felsstücke aus der Schicht sind sogar <a href="https://www.researchgate.net/publication/329755765_The_37kaBP_Middle_Ghor_Event_Catastrophic_Termination_of_a_Bronze_Age_Civilization" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeschmolzen</a>. Vitrifizierung war in der Bronzezeit gänzlich unbekannt, daher kann man ausschließen, dass die Bewohner von Tall el-Hammam die Gegenstände absichtlich angeschmolzen haben. Auf Grund der Dicke der entstandenen Glasschichten auf den Stücken und des jeweiligen Materials hat Dr. Silvia errechnet, dass diese nur für wenige Sekunden einer Temperatur von mindestens 2000°C ausgesetzt waren. Sogar Anteile von Zirkonia und Gips sind geschmolzen, was nur bei extrem hohen Temperaturen geschieht.</p>
<p>Angeschmolzene Stücke findet man nicht nur in Tall el-Hammam, sondern auch in den umliegenden Ausgrabungsstätten.</p>
<h2>Die Lücke in der späten Bronzezeit</h2>
<p>Die nächste Besonderheit ist die Schicht direkt über der Bronzezeit. In solch einer wasserreichen und fruchtbaren Ebene sollte man davon ausgehen, dass die Gegend nach der Katastrophe schnell wieder besiedelt wird, und die Städte neu aufgebaut werden. Das ist nicht passiert. Das ist für eine sehr lange Zeit nicht passiert, nicht nur in Tall el-Hammam, sondern in den ganzen anderen umliegenden Städten auch.</p>
<p>Nach der Katastrophe folgt eine Lücke von 700 Jahren. Während dieser Zeit wurde keine der Städte im Kikkar wiederaufgebaut. Die nächste Schicht stammt erst wieder aus der Eisenzeit, um das Jahr 1000, also ungefähr zu Lebzeiten von König David.</p>
<h2>Verseuchung durch Salz aus dem Toten Meer</h2>
<p>Warum das so passiert ist, das haben Untersuchungen von Bodenproben ergeben. So wie die Schichten von der Stadt abgetragen wurden, hat man in der Umgebung auch etwas vom Boden abgetragen, und die jeweiligen Proben analysiert. In den Proben aus der Bronzezeit hat man einen so hohen Salzgehalt festgestellt, so dass so gut wie keine Pflanzen dort mehr wachsen konnten, und Landwirtschaft unmöglich war. Der Kikkar war für 700 Jahre keine fruchtbare Landschaft mehr, sondern eine Salzwüste. Die Zusammensetzung des Salzes entspricht dem Salz im Toten Meer.</p>
<p>Die These von Dr. Silvia ist die, dass sich ein Superbolide aus Richtung des Toten Meeres auf den Kikkar zubewegte, und mit einer Sprengkraft von etwa 10 Megatonnen direkt über dem Toten Meer explodierte. Die Schockwelle hat dann, zusammen mit den Trümmern des Boliden und einer großen Menge verdampfter Sole aus dem Toten Meer, den Kikkar getroffen, und Tall el-Hammam sowie die umliegenden Städte verwüstet.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Zusammenfassend passt also der Ort. Tall el-Hammam befindet sich an dem Ort, wo die Bibel sagt, dass sich dort Sodom befand. Die Katastrophe fand zur Zeit Abrahams statt, etwa 1700 v. Chr. Und das Bild der Zerstörung entspricht dem, was die Bibel beschreibt: Feuer und Steine. Hinzu kommt das Salz. Eine Person, die von dieser Schockwelle erwischt wird, ist danach sicherlich mit einer Salzschicht überzogen, und wird zur Salzsäule. Das ist das, was mit Lots Frau passiert ist. Alle Daten und Funde sprechen dafür, dass Tall el-Hammam das biblische Sodom ist.</p>
<h2>Die Lebenserwartung der Erzväter</h2>
<p>Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es noch, warum einige konservative evangelikale Christen die These ablehnen. In jeder konservativen biblischen Chronologie steht, dass die Zerstörung von Sodom um das Jahr 1850 v. Chr. datiert ist, und nicht auf 1700.</p>
<p>Wenn man die Lebensspanne der Erzväter, die in der Bibel genannt werden, also Abraham 175 Jahre, Isaak 180 Jahre, Jakob 147 Jahre und Josef 110 Jahre, wortwörtlich als Dezimalzahlen mit Jahren zu je 365 Tagen versteht, dann kommt man auf ein Datum der Zerstörung Sodoms um das Jahr 1850.</p>
<p>Aber wenn man davon ausgeht, dass die Erzväter ganz normale Lebensspannen hatten, von etwa 50 bis 60 Jahren, also wie die Menschen in der Bronzezeit normalerweise lebten, dann verschiebt sich das Datum der Zerstörung Sodoms auf etwa 1700.</p>
<p>Aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Erzväter keine Supermenschen waren, die knapp 200 Jahre alt wurden. Ein paar Generationen vorher sind sogar Lebensspannen von mehreren hundert Jahren überliefert. Methusalem soll fast 1000 Jahre alt geworden sein. Aber keiner von denen war ein Supermensch. Sie hatten alle ganz normale Lebensspannen. Diese großen Lebensspannen von hundert oder hunderten von Jahren sind symbolisch. Dazu gibt es demnächst einen separaten Artikel. Solche Überlegungen können für manch einen sicherlich wie ein rotes Tuch wirken. Aber wenn die Bibel an manchen Stellen symbolische Sprache verwendet, dann heißt das noch lange nicht, dass gesamte Passage nur ein Mythos oder eine Legende ist. Mehr dazu später.</p>
<p>Quellen: <a href="https://trinitysouthwest.com/product/the-destruction-of-sodom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Destrcution of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B008J2BQTA/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B008J2BQTA&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=9281d56bc4e5fd2d37b7909080841e9c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Discovering the City of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B07Y63JGJN/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07Y63JGJN&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=0cfa80d2336e78b2ef3b9676db1014f6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvest Handbook of Bible Lands</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Der teleologische Gottesbeweis</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/03/12/der-teleologische-gottesbeweis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2020 23:13:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Aquinas]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesbeweis]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weiter geht es mit der Serie über Gottesbeweise. Der zweite Gottesbeweis, den wir behandeln, ist der teleologische Gottesbeweis. Das ist einer von den Gottesbeweisen, die normalerweise in der Oberstufe im Religionsunterricht behandelt werden. Das&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weiter geht es mit der Serie über Gottesbeweise. Der zweite Gottesbeweis, den wir behandeln, ist der teleologische Gottesbeweis. Das ist einer von den Gottesbeweisen, die normalerweise in der Oberstufe im Religionsunterricht behandelt werden.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Der teleologische Gottesbeweis" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/rQdwS50P0GY?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Das Wort Teleologie stammt vom griechischen Wort &#8222;telos&#8220;. Das bedeutet Ziel oder Zweck, und im übertragenen Sinn auch Design.</p>
<p>Als erster christlicher Theologe formulierte Thomas von Aquin den teleologischen Gottesbeweis. Aber so interessant die mittelalterliche Formulierung auch ist, wir springen direkt zur modernen Fassung.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-133 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-300x264.jpg" alt="Thomas von Aquin" width="300" height="264" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-300x264.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-1024x903.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-768x677.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin.jpg 1225w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Man kann den teleologischen Gottesbeweis in etwa folgendermaßen formulieren:</p>
<ol>
<li>Jedes Design erfordert einen Designer.</li>
<li>Das Universum besitzt ein hochkomplexes Design.</li>
<li>Daher hat das Universum einen Designer.</li>
</ol>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-152 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2-300x169.jpg" alt="Der teleologische Gottesbeweis" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-2.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Der Fokus dieses Beitrags liegt insbesondere auf Prämisse (2). Das Universum ist außergewöhnlich komplex. Dass es überhaupt Leben, und insbesondere menschliches Leben ermöglicht ist im wahrsten Sinner des Wortes ein Wunder. Das nennt man auch das &#8222;anthropische Prinzip&#8220;, vom griechischen Wort &#8222;anthropos&#8220; für Mensch. Man findet auf allen Ebenen, dass kleinste Abweichungen vom Design des Universums Leben generell unmöglich machen würden. Das fängt an bei den universellen Naturkonstanten und geht bis hin zu kleinsten Details in unserem Sonnensystem, das im riesigen Universum so unbedeutend erscheint.</p>
<p>Die wissenschaftlichen Hintergründe der folgenden Beispiele sind alle leicht über Google zu finden.</p>
<h2>Das Paradox der schwachen Sonne</h2>
<p>Wir sind gerade dabei, auf die harte Tour herauszufinden, was passiert, wenn wir die Erdatmosphäre durch Treibhausgase um mehr als 2 Grad anheizen. Aber gab es früher nicht wesentlich mehr Treibhausgase in der Atmosphäre? Korrekt! In der Erdfrühzeit war die Sonne allerdings 18% schwächer als heute. Die höhere Konzentration von CO<sub>2</sub> war damals notwendig. Zu jedem Zeitpunkt in 4 Milliarden Jahren Erdgeschichte gilt dasselbe wie heute: Wäre die Sonne um 2% schwächer, würden die Ozeane zufrieren, und alles Leben auf dem Planeten sterben. Wäre die Sonne um 2% stärker, würden die Ozeane verkochen, und alles Leben auf dem Planeten sterben. Die Stärke der Sonnenstrahlung und die Konzentration von Treibhausgasen ist also seit 4 Milliarden Jahren feineingestellt. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxon_der_schwachen_jungen_Sonne" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a></p>
<h2>Existenz von Schwermetallen auf der Erde</h2>
<p>Komplexes Leben benötigt Schwermetalle. Schwermetalle entstehen nicht in Sonnennebeln, aus denen Sonnensysteme entstehen. Die entstehen in Supernova-Explosionen. Um alle nötigen Schwermetalle zu erhalten, müssen während der Entstehung unseres Sonnensystems in unmittelbarer Nähe eine Supernova-Explosion vom Typ I stattgefunden haben. Das reicht noch nicht. Es muss zustzlich eine weitere Supernova-Explosion vom Typ II stattgefunden haben. Nicht nur das. Wäre eine der beiden Explosionen geringfügig weiter weg gewesen, wäre der Sonnennebel nicht mit den nötigen Schwermetallen angereichert worden. Ein Planet wie die Erde wäre nicht entstanden. Wären eine der Explosionen nur geringfügig näher dran gewesen, hätte sich der Sonnennebel durch die Explosion verflüchtigt. Es wäre in dem Fall überhaupt kein Sonnensystem entstanden. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Quelle: S. Sahijpal et al., &#8222;A Stellar Origin for the Short-Lived Nuclides in the Early Solar System,&#8220; <em>Nature</em> 391 (1998), S. 559–561; Peter Hoppe et al., &#8222;Type II Supernova Matter in a Silicon Carbide Grain from the Murchison Meteorite,&#8220; <em>Science</em> 272 (1996), S. 1314–1316; G. J. Wasserburg, R. Gallino, and M. Busso, &#8222;A Test of the Supernova Trigger Hypothesis with <sup>60</sup>Fe and <sup>26</sup>Al,&#8220; <em>Astrophysical Journal Letters</em> 500 (1998), S. L189–L193.</p>
<h2>Kernfusion in der Sonne</h2>
<p>Wenn Wasserstoff zu Helium fusioniert, dann wird 0,007% der Masse als Energie freigesetzt. Wären es 0,006% oder weniger, könnten sich Protonen und Neutronen nicht verbinden. Dnd das einzige Element im Universum wäre dann Wasserstoff. Es wäre kein Leben möglich. Wären es 0,008% oder mehr, wäre sämtlicher Wasserstoff des Universums bereits kurz nach dem Urknall fusioniert. Ohne Wasserstoff gäbe es keine Sonne, und damit kein Leben. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.discovermagazine.com/the-sciences/why-is-there-life" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Discover Magazine</a></p>
<h2>Ausdehnungsrate und Massedichte des Universums</h2>
<p>Wenn die Ausdehnungsrate des Universums um den Faktor 1 in 10 hoch 37 (eine Eins mit 37 Nullen) abweichen würde, wäre kein Leben möglich. Falls sie um diesen Faktor nach unten abweichen würde, also sich das Universum minimalst langsamer ausdehnen würde, dann wäre das Universum fast sofort nach dem Urknall wieder in sich zusammengefallen. Falls sie um diesen Faktor nach oben abweichen würde, könnten keine Galaxien oder Sonnen entstehen, und Leben wäre nicht möglich. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Wenn die Massendichte des Universums um einen Faktor von 1 in 10 hoch 59 abweichen würde, hätte das den gleichen Effekt. Die Gravitationskonstante und die Gesamtmasse der dunklen Energie im Universum sind dermaßen fein aufeinander abgestimmt, dass eine so winzige Abweichung Leben im Universum unmöglich machen würde. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.pbs.org/wgbh/nova/article/is-the-universe-fine-tuned-for-life/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PBS</a></p>
<h2>Drei-Alpha-Prozess</h2>
<p>Der Energiezustand eines C12-Atomkerns beträgt exakt 7,656 MeV (Mega-Elektronen-Volt). Würde er weniger als 7,596 oder mehr als 7,716 MeV betragen, hätte sich nicht genügend Kohlenstoff im Universum bilden können, um kohlenstoffbasiertes Leben zu ermöglichen. Keine natürliche Erklärung.</p>
<p>Quelle: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Triple-alpha_process#Improbability_and_fine-tuning" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a></p>
<h2>Das Multiversum als Versuch einer natürlichen Erklärung</h2>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-153 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9-300x225.jpg" alt="Hugh Ross und Jeff Zweerink" width="300" height="225" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9-300x225.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9-1024x767.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9-768x576.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-9.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Das waren sechs Beispiele. Die Astrophysiker <a href="https://www.reasons.org/about/hugh-ross" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hugh Ross</a> und <a href="https://www.reasons.org/about/jeff-zweerink" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeff Zweerink</a> haben insgesamt mehr als 120 solcher Faktoren zusammengestellt. Und anstatt natürliche Erklärungen für die vorhandenen Faktoren zu finden, entdecken Wissenschaftler statt dessen jedes Jahr neue Faktoren. Im Buch <a href="https://www.amazon.de/gp/product/0801075432/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0801075432&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=e3654a36b43891e8c83236c398d8a861" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Improbable Planet&#8220;</a> von Hugh Ross sind die Zusammenhänge sehr verständlich erklärt.</p>
<p>Prämisse (2) lässt sich wissenschaftlich nicht wegdiskutieren. Sie ist allgemein anerkannter Fakt.</p>
<p>Aber was ist mit Prämisse (1)? Auf der Suche nach einer natürlichen Erklärung ist die Wissenschaft auf die folgende Idee gekommen: Zufall!!! Nicht dass der Zufall alle diese Faktoren derart fein abgestimmt hätte. Aber wir leben zufällig in einem Universum, das Leben ermöglicht. Unser Universum ist halt nur eines von unendlich vielen parallelen Universen. Um genau zu sein ist unser Universum nur eines von allen denkbar möglichen Universen. Das Multiversum war geboren!</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-154 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10-300x169.jpg" alt="Das Multiversum: eine eierlegende Wollmilchsau" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/03/2020-03-11-10.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Der Ontologische Gottesbeweis</h2>
<p>Eine kleine Randnotiz: Das Multiversum <em>ist</em> nicht nur eine eierlegende Wollmilchsau. Wenn es das Multiversum wirklich gibt, dann <em>gibt</em> es auch eierlegende Wollmilchsäue. Die leben dann in einem der unendlich vielen Universen. Und es gibt ein Universum, wo es Einhörner gibt. Dann gibt es alles, was in irgendeiner Weise möglich ist, auch ein Universum, in dem Gott existiert. Und wenn Gott in einem Universum existiert, dann existiert er in jedem Universum. Denkt mal kurz drüber nach. <strong>Wenn Gott in einem Universum existiert, dann existiert er in jedem Universum.</strong> Das ist die Ultrakurzfassung des ontologischen Gottesbeweises, der vorerst keinen eigenen Blog-Post erhält. (Vieleicht folgt der später mal.)</p>
<h2>Das Multiversum entzaubert</h2>
<p>Die Multiversums-Theorie erklärt keinesfalls alle 120 Faktoren der Feinabstimmung. Warum nicht? Weil die Multiversums-Theorie gerade als Reaktion auf die Entdeckung der Faktoren aufgestellt wurde. Es entsteht das, was die Atheisten den Christen in anderen Fragen immer wieder vorwerfen: ein astreiner Zirkelschluss:</p>
<p>Es gibt zahlreiche Faktoren, dass das Universum feinabgestimmt ist. Die Faktoren gehen über das hinaus, was durch Zufall möglich und denkbar ist. Aus dem Grund ist das Universum nur eines von vielen im Multiversum. Weil das Universum nur eines im Multiversum ist, daher befinden wir uns notwendigerweise in einem Universum das Leben ermöglicht. Daher beobachten wir lauter feinabgestimmte Faktoren. Die Erklärungsversuche gehen im Kreis. Das Multiversum taugt <strong>nicht</strong> zur Erklärung.</p>
<p>Nur ein Designer erklärt Design. Dieser Designer, der das Universum so wunderbar und atemberaubend geschaffen hat, der ist natürlich Gott.</p>
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		<title>Der kosmologische Gottesbeweis</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/02/27/der-kosmologische-gottesbeweis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2020 00:19:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Aquinas]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesbeweis]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine erste Begegnung mit Gottesbeweisen hatte ich in der Oberstufe im Religions-Grundkurs, einschließlich Vorbereitung zur mündlichen Abi-Prüfung. Der kosmologische Gottesbeweis ist einer der bekanntesten Gottesbeweise. Gottesbeweise Meine Begeisterung für Gottesbeweise hielt sich zur Schulzeit&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/02/27/der-kosmologische-gottesbeweis/">Der kosmologische Gottesbeweis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine erste Begegnung mit Gottesbeweisen hatte ich in der Oberstufe im Religions-Grundkurs, einschließlich Vorbereitung zur mündlichen Abi-Prüfung. Der kosmologische Gottesbeweis ist einer der bekanntesten Gottesbeweise.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Der kosmologische Gottesbeweis" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/LieAPzjKar0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<h2>Gottesbeweise</h2>
<p>Meine Begeisterung für Gottesbeweise hielt sich zur Schulzeit stark in Grenzen. Ich war der Ansicht, dass Gott sich nicht logisch beweisen lässt. Gottesbeweise waren für mich ein gedankliches Konstrukt, das nichts mit der Realität zu tun hat, da sie ein Objekt oder ein Wesen mit bestimmten Eigenschaften definieren, und dies dann Gott nennen. Sie definieren Gott sozusagen in die Existenz hinein.</p>
<p>Inzwischen weiß ich, dass ich damals zu kurz gedacht habe. Die Gottesbeweise zeigen auf, dass es in der Realität ein &#8222;etwas&#8220; mit gewissen Eigenschaften geben <strong>muss</strong>, also ein Objekt oder ein Wesen. Und es ist nicht so, dass Gott dann als dieses &#8222;etwas&#8220; definiert wird, sondern dass Gott und dieses &#8222;etwas&#8220; in vielen Eigenschaften und Merkmalen übereinstimmen. Das ist kein mathematischer oder wissenschaftlicher Beweis für die Existenz Gottes. Aber wenn das &#8222;etwas&#8220;, dessen Existenz bewiesen wird, nicht Gott ist, dann ist der Atheist in Erklärungsnöten, eine Alternative zu liefern, wer oder was dieses &#8222;etwas&#8220; ist.</p>
<p>Eine Anmerkung vorweg: Die Gottesbeweise beweisen nicht den christlichen Gott. Sie beweisen einen monotheistischen Gott, da es keine zwei Wesen geben kann, die beide die gezeigten Eigenschaften haben. Aber dies ist ja erst der zweite Beitrag in einer Serien von insgesamt zwölf. Es folgen noch zwei weitere Beiträge mit Gottesbeweisen, aber nicht alle dieselben, die normalerweise im Abitur behandelt werden. Es gibt noch wesentlich mehr Gottesbeweise als nur diese drei. Die dann noch fehlen kommen vielleicht irgendwann später.</p>
<h2>Die Geschichte des kosmologischen Gottesbeweises</h2>
<p>Der kosmologische Gottesbeweis basiert auf der Idee des unbewegten Bewegers von Aristoteles. Aristoteles hat es aber nicht als Beweis für die Existenz Gott formuliert. Das hat zuerst der arabische Mathematiker al-Kindi getan. Das ist der gleiche al-Kindi, der auch unser gebräuchliches arabisches Ziffernsystem nach indischem Vorbild entwickelte.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-132 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi-300x265.jpg" alt="Abu Yusuf Yaqub al-Kindi" width="300" height="265" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi-300x265.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi-1024x906.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi-768x679.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/al-kindi.jpg 1221w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-133 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-300x264.jpg" alt="Thomas von Aquin" width="300" height="264" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-300x264.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-1024x903.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin-768x677.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Thomas-von-Aquin.jpg 1225w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Im Mittelalter ist der kosmologische Gottesbeweis dann durch Thomas von Aquin unter den Christen populär gemacht worden. Heute ist der Philosoph <a href="https://de.reasonablefaith.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">William Lane Craig</a> derjenige, der hauptsächlich zur Forschung über den kosmologischen Gottesbeweis beiträgt. Er formuliert den Beweis folgendermaßen:</p>
<ol>
<li>Alles, was begann zu existieren, hat eine Ursache.</li>
<li>Das Universum begann zu existieren.</li>
<li>Also hat das Universum eine Ursache.</li>
</ol>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-134" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig-300x169.jpg" alt="William Lane Craig" width="467" height="263" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/William-Lane-Craig.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 467px) 100vw, 467px" /></a></p>
<p>Es ist sofort klar, wenn die beiden Bedingungen (1) und (2) wahr sind, dann ist auch die Schlussfolgerung (3) wahr, und wir können uns überlegen, welche Eigenschaften und Merkmale diese Ursache haben muss.</p>
<h2>Alles, was begann zu existieren, hat eine Ursache</h2>
<p>Aber zuerst zu (1). &#8222;Alles, was begann zu existieren, hat eine Ursache.&#8220; Das ist eine empirische Beobachtung. Kein Gegenstand, keine Person, kein Atom, aber auch keine immateriellen Dinge, kein Gedanke, kein Gefühl, keine Geschichte hat begonnen zu existieren, ohne dass dafür es eine Ursache gibt. Einer der grundlegenden Sätze der Physik ist das Kausalitätsprinzip. Es gibt keine Wirkung ohne Ursache.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-137 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache-300x169.jpg" alt="Der kosmologische Gottesbeweis" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Das-Universum-hat-eine-Ursache.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Das Universum begann zu existieren</h2>
<p>Für Bedingung (2) gibt es sowohl eine philosophische als auch eine wissenschaftliche Bestätigung. &#8222;Das Universum begann zu existieren.&#8220; Philosophisch, wenn man annimmt, dass es vor dem heutigen Tag bereits unendlich viele Tage gegeben hat, dann hätten wir den heutigen Tag niemals erreicht. Denn wie lange hätte man warten müssen, um am heutigen Tag anzukommen? Unendlich lange!</p>
<p>Wissenschaftlich. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass die nutzbare Energie in einem abgeschlossenen System stetig abnimmt. Das Universum ist allerdings ein abgeschlossenes System, wenn auch ein sehr großes. Da es aber noch nutzbare Energie gibt, kann das Universum nicht unendlich alt sein. Sonst wäre alle nutzbare Energie längst aufgebraucht.</p>
<p>Das bekannte Einstein-Zitat über die unendliche menschliche Dummheit ist ihm anscheinend fälschlicherweise in den Mund gelegt worden worden. Er hat es so nie gesagt. Aber er war einer der ersten, die erkannt haben, dass das Universum nicht unendlich ist, also einen Anfang gehabt haben muss. Heute wissen wir, dass das Universum seinen Ursprung im Urknall hatte.</p>
<p>Nach allgemeinem Konsens ist der Urknall der Anfang von Raum, Zeit, Materie und Energie. Vor dem Urknall gab es nichts davon.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-136 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich-300x169.jpg" alt="Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher." width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Zwei-Dinge-sind-Unendlich.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Das Universum hat eine Ursache</h2>
<p>Damit ist gezeigt, dass die beiden Bedingungen wahr sind, und damit die Schlussfolgerung auch. &#8222;Das Universum hat eine Ursache.&#8220; Aber was können wir über die Ursache für das Universum noch wissen? Da Raum, Zeit, Materie und Energie erst mit dem Urknall begonnen haben zu existieren, ist die Ursache außerhalb von Raum, Zeit Materie und Energie Sie ist also raumlos, zeitlos und immateriell. Da die Ursache zeitlos ist, hat sie auch nicht begonnen zu existieren, hat also selbst keine eigene Ursache. Es gibt keinen unendlichen Regress von Ursachen.</p>
<p>Die Ursache ist unglaublich mächtig, weil sie ein ganzes Universum aus dem Nichts geschaffen hat. Und sie ist intelligent und persönlich, weil es einer bewussten Entscheidung bedarf, um aus dem Zustand des absoluten Nichts ein Universum zu schaffen, das menschliches Leben ermöglicht. Das sind alles Attribute, die üblicherweise Gott zugeschrieben werden.</p>
<h2>Falls es keinen Gott gibt, warum gibt es dann etwas?</h2>
<p>Falls es keinen Gott gibt, warum gibt es dann etwas, und nicht nichts? Ein Gedankenexperiment. Vor dem Urknall gab es nichts, keinen Raum, keine Zeit, keine Materie, keine Energie. Dieses ganze Universum existierte nicht. Sich den Zustand des absoluten Nichts vorzustellen, ist vielleicht nicht ganz einfach. Es ist kein null-dimensionaler Raum, also ein einzelner Punkt. In so einem einzelnen Punkt hätte sich die Singularität schon befunden haben könnte, aus die der Urknall entstanden ist. Aber auch das ist Raum, wenn auch der kleinstmöglich vorstellbare, und vor dem Urknall gab es keinen Raum. Weiterhin gibt es keine Zeit, und damit auch keine Veränderung in diesem Nichts. Das lässt sich erst recht nur schwer vorstellen. Was muss also geschehen, damit sich an diesem Zustand etwas ändert, dass es also zum Urknall kommen kann? Von sich aus passiert hier gar nichts. Von nichts kommt nichts. Mit Einfluss von außen get es schon.</p>
<p>Der kosmologische Gottesbeweis bietet die beste Erklärung, warum sich in diesem Nichts plötzlich eine Singularität befindet, die dann in den Urknall übergegangen ist. Die Ursache ist raumlos, zeitlos, immateriell, unglaublich mächtig, intelligent und persönlich. Und der Rest ist Geschichte.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-135 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall-300x169.jpg" alt="Urknall" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/02/Urknall.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
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