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	<title>Textkritik Archive - Auferstanden!</title>
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	<description>Beweise für die Auferstehung, und andere Gründe, warum der christliche Glaube wahr ist.</description>
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	<title>Textkritik Archive - Auferstanden!</title>
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		<title>Wer hat wann den Koran geändert?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2021 23:04:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Islamkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>
		<category><![CDATA[Textkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Koran behauptet von sich selbst, dass er nicht geändert worden ist, und nicht einmal geändert werden kann. Jedoch wurde der Koran geändert. Einige Beispiele von menschengemachten Änderungen am Koran habe ich kürzlich in&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/06/16/wer-hat-wann-den-koran-geaendert/">Wer hat wann den Koran geändert?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Koran behauptet von sich selbst, dass er nicht geändert worden ist, und nicht einmal geändert werden kann. Jedoch wurde der Koran geändert. Einige Beispiele von menschengemachten Änderungen am Koran habe ich kürzlich in einem Video vorgestellt. Hier könnt Ihr Euch das noch einmal ansehen:</p>
<div class="video-container"><iframe title="20 Manipulationen im Koran" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/o0mShvoUAYQ?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Das Video stellt 20 Textvarianten nur zwischen dem Hafs-Koran aus dem arabischen Raum und dem Warsh-Koran aus Nordafrika vor. Insgesamt gibt es 5000 Unterschiede zwischen diesen beiden Koranen. Alle Bilder der Mushafs stammen von der Webseite <a href="https://app.quranflash.com/?en" target="_blank" rel="noopener">Quranflash</a>, einer islamischen Seite, die z.B. von der ägyptischen Nour Academy und dem King Fahd Komplex in Saudi-Arabien finanziert wird. Es ist also eine Quelle, die durch Christen nicht manipuliert werden kann.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-522" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert-300x169.png" alt="Wurde der Koran geändert?" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Koran-geaendert.png 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>37 verschiedene Korane mit 100.000 Textvarianten</h2>
<p>Hatun Tash hat inzwischen 37 verschiedene Korane gesammelt, und insgesamt fast 100.000 Textvarianten in ihnen finden können. Das sind mehr Varianten als der Koran Wörter hat.</p>
<p>Jeder Text aus der Antike, der von Hand abgeschrieben und kopiert wurde, besitzt solche Varianten. Das Vorhandensein dieser Varianten im Koran zeigt, dass der Koran ein Text ist wie jeder andere auch, und keinen speziellen göttlichen Kopierschutz besitzt, der ihn vor jeglicher Änderung schützt.</p>
<div class="video-container"><iframe title="WER hat WANN den Koran geändert?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/en36XiAX5Dg?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Aber untersuchen wir die Erklärungen, die Muslime für die ganzen Varianten im Koran liefern. Ich betrachte hier nur solche Erklärungen, die auf der Sunna basieren, also auf authentischen Überlieferungen und Traditionen wie Hadith und Sira. Ich gebe jeden Verweis an, so dass Ihr selbst nachprüfen könnt, dass ich Euch hier keinen Quatsch erzähle.</p>
<h2>Die Ahruf al-Sabah</h2>
<p>Die häufigste und populärste Erklärung von Muslimen ist die, dass es sich bei den Varianten um die al-Ahruf al-Sabah handelt, also sieben Ahruf, oder Dialekte, die Mohammed angeblich alle vom Erzengel Gabriel empfangen hat, und die alle sieben zusammen den Koran bilden.</p>
<p>Das erste Problem ist auf den ersten Blick offensichtlich. Es gibt sieben Ahruf, aber mindestens 37 verschiedene Korane. Die Erklärung passt schon allein von den Zahlen nicht.</p>
<p>Aber schauen wir genauer ins Detail. Der Islamwissenschaftler Shady Nasser hat uns in seinem Buch &#8222;<a href="https://www.amazon.de/gp/product/9004240810/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=9004240810&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=1894a4c63ddd877d5fe740ec62956fb2" target="_blank" rel="noopener">The Transmission of the Variant Readings of the Quran</a>&#8220; dankenswerterweise die ganze Arbeit abgenommen, so dass ich nur seine Erkenntnisse präsentieren muss.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-521" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser-300x169.png" alt="Shady Nasser" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/Shady-Nasser.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Der Ursprung der Ahruf</h2>
<p>Der Ursprung der Ahruf wird mit Hadithen begründet wie der folgenden.</p>
<blockquote><p>Umar bin Al-Khattab erzählte:</p>
<p>Ich hörte, wie Hisham bin Hakim die Sure Al-Furqan zu Lebzeiten des Gesandten Allahs (ﷺ) rezitierte, und ich hörte seiner Rezitation zu und bemerkte, dass er auf verschiedene Arten rezitierte, die mich der Gesandte Allahs (ﷺ) nicht gelehrt hatte. Ich wollte während seines Gebets über ihn springen, aber ich beherrschte mein Temperament, und als er sein Gebet beendet hatte, legte ich sein Obergewand um seinen Hals und packte ihn daran und sagte: &#8222;Wer hat dich diese Sure gelehrt, die ich Dich rezitieren gehört habe?&#8220; Er antwortete: &#8222;Allahs Gesandter (ﷺ) hat es mir beigebracht.&#8220; Ich sagte: &#8222;Du hast eine Lüge erzählt, denn Allahs Gesandter (ﷺ) hat es mir auf eine andere Weise als deine gelehrt.&#8220;</p>
<p>Also zerrte ich ihn zu Allahs Gesandtem (ﷺ) und sagte (zu Allahs Gesandtem (ﷺ)): &#8222;Ich habe gehört, wie diese Person Sure Al-Furqan auf eine Weise rezitiert, die du mir nicht beigebracht hast!&#8220; Darauf sagte Allahs Apostel: &#8222;Lass ihn los, (o Umar!) Rezitiere, o Hisham!&#8220; Dann rezitierte er genauso, wie ich ihn rezitieren hörte. Dann sagte Allahs Gesandter (ﷺ) &#8222;Es wurde auf diese Weise offenbart&#8220; und fügte hinzu: &#8222;Rezitiere, o Umar!&#8220; Ich rezitierte es, wie er es mir beigebracht hatte. Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte dann: &#8222;Es wurde auf diese Weise offenbart. Dieser Koran wurde offenbart, um auf sieben verschiedene Arten zu rezitieren, also rezitiere ihn auf die für dich einfachere (Weise) (oder lies so viel davon, wie es einfach für dich ist). (<a href="https://sunnah.com/bukhari:4992" target="_blank" rel="noopener">Sahih Al-Buchari 4992</a>)</p></blockquote>
<h2>Wo ist die Textvariante in Sure Al-Furqan?</h2>
<p>Den gleichen Hadith findet man auch bei al-Tayalisi (Musnad 1/44). Der Unterschied zu al-Buchari ist der, dass al-Tayalisi zwar nicht angibt, dass Hisham die Sure al-Furqan rezitierte, aber wir lernen von al-Tayalisi eine neue Information, dass die Variante direkt ganz am Anfang der rezitierten Sure auftritt.</p>
<p>Wenn wir beide Hadithe zusammen nehmen, dann folgt daraus, dass es einen Konflikt in den Eröffnungsversen der Sure 25, Sure Al-Furqan, gab.</p>
<p>Aber von den 100.000 Varianten befindet sich ausgerechnet keine in den Eröffnungsversen von Sure 25. Wenn beide Varianten gleichermaßen zum Koran gehören, wo ist dann die zweite Lesart? Hat Allah sie nicht davor schützen können, verloren zu gehen?</p>
<h2>Die Zusammenstellung des Koran</h2>
<p>Schauen wir weiter, was die islamischen Quellen sagen, wie der Koran zusammengestellt wurde. Eine der wichtigsten Quellen ist <a href="https://sunnah.com/bukhari:4986" target="_blank" rel="noopener">Sahih Al-Buchari 4986</a>. Ich fasse es nur kurz zusammen.</p>
<p>Nach dem Tod Mohammeds und der Schlacht von Yamama im Jahr 632 hat der Kalif Abu Bakr einen vollständigen Koran zusammenstellen lassen. Diesen Koran hat er Mohammeds Witwe Hafsa gegeben, die ihn für 20 Jahre unter ihrem Bett aufbewahrte.</p>
<p>Dieses Manuskript taucht 20 Jahre später wieder auf. <a href="https://sunnah.com/bukhari:4987" target="_blank" rel="noopener">Sahih Al-Buchari 4987</a> beschreibt, was damit geschehen ist. Auch das fasse ich nur zusammen.</p>
<p>Im Jahr 652 ist Uthman nun Kalif. Weil viele verschiedene Korane und Varianten in Umlauf waren, beschloss Uthman, den Koran unter Hafsas Bett wieder hervorzuholen, alle Manuskripte, die im Umlauf waren, verbrennen zu lassen, und einen einzigen offiziell genehmigten Koran neu zu verteilen. Dieser neue Koran sollte auf dem Manuskript basieren, das unter Hafsas Bett lag. Es wurden also fünf Master-Copies erstellt, alle im Qurayshi-Dialekt, die nach der großen Koranverbrennung in die fünf Provinzen gesendet wurden.</p>
<h2>Die Ahruf sind verbrannt</h2>
<p>Wenn also die Ahruf bis zu dem Zeitpunkt nicht weg waren, dann sind sie spätestens durch Uthmans Bücherverbrennung zerstört worden. Manchmal behaupten Muslime, dass die fünf Abschriften den sieben Ahruf entsprechen, aber auch hier haben wir offensichtlich ein Zahlenproblem. Sie stammen alle vom selben Manuskript unter Hafsas Bett, wurden alle im selben Dialekt geschrieben, und waren daher identsich.</p>
<p>Der islamische Geschichtsschreiber al-Tabari behauptete um das Jahr 900, dass alle Ahruf nicht mehr existierten. Lediglich ein Harf, der mit Uthmans Manuskripten übereinstimmte, war noch erhalten (al-Tabari, Jami, 1/52-59). Das heißt aber nicht, dass es keine Varianten gab. Die gab es schon. Al-Tabari hatte auch eine Meinung dazu. So nannte er beispielsweise jeden, der in Sure 1 die heute am meisten verbreitete und kanonische Lesart aus dem Hafs-Koran verwendet &#8222;dumm und verwirrt&#8220;. Nicht meine Worte, sondern authentische islamische Tradition. Al-Tabari hat sogar verboten, in Sure 1:4 <em>Maaliki</em> mit langem a zu lesen (al-Tabari, Jami, 1/152-157).</p>
<p>Zusammengefasst taugen die Ahruf also nicht als Erklärung für die ganzen Koran-Varianten.</p>
<h2>Die Qira&#8217;at und Rawis</h2>
<p>Wo die Lesarten hingegen wirklich herkommen ist aus der islamischen Tradition bekannt. Es hat nichts mit den Ahruf zu tun. Das sind die sogenannten Qira’at, Lesarten, die ihren Ursprung im 8. und 9. Jahrhundert haben. Zur Zeit al-Tabaris waren die alle bekannt, und es gab das gleiche Problem wie schon unter dem Kalifen Uthman, dass nämlich Wildwuchs herrschte und immer neue Varianten entstanden. Die folgende Grafik stammt von <a href="https://www.youtube.com/user/pfanderfilms" target="_blank" rel="noopener">Pfander Films</a> (Jay Smith).</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-519" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis-300x169.png" alt="30 Rawis im 10. und 15. Jahrhundert" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/30-Rawis.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten, haben im 10. Jahrhundert der islamische Gelehrte Ibn Mujahid sieben Qira’ats, und im 15. Jahrhundert der Gelehrte al-Jazari zusätzlich drei Qira’ats ausgewählt, die als offiziell und kanonisch gelten sollten. Aber da sie Schüler der Ersteller von diesen Qira’ats jeweils noch einmal unterschiedliche Varianten verfasst haben, sind pro Qira’at noch einmal zwei sogenannte Rawis ausgewählt worden. Im 15. Jahrhundert gab es also 30 offizielle Korane. Die beiden heute am weitesten verbreiteten, Hafs und Warsh, sind gelb markiert.</p>
<p>Das passt mit den 37 von Hatun gefundenen Koranen nicht ganz zusammen. Das liegt daran, weil einige Gelehrte, noch zusätzliche kanonische Qira’ats und Rawis definiert haben. Aber ich spare dazu hier die Details.</p>
<h2>Die Auswahl von Hafs aus den Rawis</h2>
<p>Die Übersicht zeigt nur die Qira’ats und Rawis, die letztendlich von Ibn Mujahid und al-Jazari ausgewählt wurden, aber es gab noch viele viele mehr. In der Sunna ist genauestens überliefert, welche Gelehrten welche Schüler hatten, und welche Koran-Varianten daraus entstanden sind, jeweils bis zu dem Punkt, an dem die offiziellen Qira’ats und Rawis von Ibn Mujahid und al-Jazari ausgewählt wurden. Shady Nasser hat sich die Mühe gemacht, und das alles in Diagramme gefasst, von denen ich hier nur das Spinnennetz zeige, aus dem der Hafs-Koran ausgewählt wurde, aus der Aasim-Familie.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-520" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim-300x169.png" alt="91 Rawis aus der Aasim-Familie" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/91-Rawis-Aasim.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Wie hat Ibn Mujahid die offiziellen Qira’ats and Rawis ausgewählt? Auch das ist überliefert. Er hat <strong>nicht</strong> in die Manuskripte hineingeschaut, und versucht zu ermitteln, welche am besten überliefert sind. Viel einfacher. Er ist hingegangen, und hat gezählt, wie viele Schüler jeder Rawi hatte, und hat dann jeweils die beiden mit den meisten Schülern ausgewählt. Als ob das irgendetwas über die Qualität der Überlieferung aussagen würde. Genauso gut hätte er würfeln können.</p>
<h2>Die Kanonisierung der Kairo-Edition 1924</h2>
<p>Und wie kommt es, dass der Hafs-Koran heute der kanonische Koran für fast alle Muslime ist? Dazu gehen wir zurück ins Jahr 1924, nach Kairo. Und zwar herrschte auch dort wieder einmal Wildwuchs. In den Schulen nutzten die Schüler alle möglichen unterschiedlichen Korane. Das hat zu Problemen bei den Bewertungen und Benotungen geführt. Also hat das ägyptische Bildungsministerium beschlossen, unter den 30 vorhandenen Rawis den Hafs-Koran als offiziell und kanonisch festzulegen. Alle anderen Korane hat man genommen, in ein Boot gepackt, ist auf den Nil hinausgefahren, und hat dann die ganzen abweichenden Rawis im Nil versenkt. Wenn Ihr einen Koran dahabt, schaut mal vorne rein ins Impressum. Oft steht vorne drin, dass es sich um die 1924 Kairo-Edition handelt.</p>
<p>Und auch 1924 hat man nicht in die Texte hineingeschaut. Man hat sich aus rein politischen Gründen für den Hafs-Koran entschieden. Letztendlich war auch das wieder eine Zufallsentscheidung, nicht besser als Würfeln.</p>
<h2>Die Kanonisierung des Hafs-Korans für alle Muslime</h2>
<p>Im Jahr 1985 haben dann die religiösen Autoritäten in Saudi-Arabien die ägyptische Idee aufgegriffen, und für alle Muslime den Hafs-Koran offiziell kanonisch festgelegt. Der Text des heutigen kanonischen Hafs-Korans basiert also auf zweimaliger zufälliger Auswahl, einmal unter 30 Texten in Kairo in 1924, und einmal unter 91 verschiedenen Texten im 10. Jahrhundert durch Ibn Mujahid.</p>
<p>Zum Glück haben wir diese Probleme nicht mit der Bibel. Muslime behaupten zwar auch oft, dass das Neue Testament verfälscht ist, weil es mehr Textvarianten als Wörter im Neuen Testament gibt, aber diese verteilen sich auf 5800 Manuskripte, und nicht auf 37.</p>
<p>Lasst Euch nicht vom Koran verarschen, der an sich selbst den Anspruch stellt, dass er nicht geändert werden kann. Es ist ein menschliches Buch, und ich hoffe, dass Ihr erkennen konntet, dass es keinen magischen Kopierschutz von Allah erhalten hat. Der Koran kann Euch nicht erretten und Leben bringen. Nur Jesus kann das.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/06/16/wer-hat-wann-den-koran-geaendert/">Wer hat wann den Koran geändert?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/</link>
					<comments>https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 11:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Textkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann. In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/">Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann.</p>
<blockquote><p>In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbbesitz gibt, sollst du nichts am Leben lassen, was Atem hat, sondern du sollst sie der Vernichtung weihen, die Hetiter und die Amoriter und die Kanaaniter und die Peressiter und die Chiwwiter und die Jebusiter, wie es dir der HERR, dein Gott, geboten hat. (Deuteronomium 20:16-17)</p></blockquote>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Tötet alle Babys!" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/O82TOoz6QmU?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Oder noch expliziter:</p>
<blockquote><p>So spricht der HERR der Heerscharen: Ich ahnde, was Amalek Israel angetan hat: dass es ihm in den Weg trat, als es aus Ägypten heraufzog. Nun geh und schlage Amalek. Und alles, was ihm gehört, sollt ihr der Vernichtung weihen, und nichts sollst du verschonen, sondern du sollst Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel töten. (1. Samuel 15:2-3)</p></blockquote>
<p>Im weiteren Verlauf werde ich die ganzen Völker gesammelt als Kanaaniter bezeichnen, weil das die Sätze erheblich kürzer macht.</p>
<p>Wenn man den historischen Kontext nicht kennt, dann sind diese Texte nur schwer verdaulich.</p>
<h2>Genozid im Alten Testament. Ist Gott ein moralisches Monster?</h2>
<p>Atheisten nehmen solche Texte oft als Grundlage dafür zu behaupten, dass der christliche Gott ein moralisches Monster ist, und der liebende christliche Gott daher nicht existieren kann.</p>
<p>Die Atheisten haben jedoch ein Problem. Woher kommen die ethischen und moralischen Regeln, nach denen sie Gott verurteilen? Wenn sich die Atheisten auf objektive Moral berufen, dann benötigt diese objektive Moral einen Ursprung. Die Atheisten benötigen einen moralischen Gesetzgeber, der bestimmt, dass solches Handeln moralisch verwerflich ist. Ohne moralischen Gesetzgeber ist es nichts weiter als die persönliche Meinung oder Vorliebe des Atheisten, und nicht mehr oder weniger wert als die gegensätzliche Meinung von jemand anders. Dies habe ich bereits im Beitrag zum <a href="https://www.auferstanden.org/2020/03/26/der-moralische-gottesbeweis/">moralischen Gottesbeweis</a> genauer erläutert.</p>
<p>Säkulare Humanisten haben ein noch größeres Problem. Wenn es Gott nicht gibt, wer hat dann die Taten angeordnet, die in ihren Augen grausam und unentschuldbar sind? Wenn es Gott nicht gibt, dann waren das Menschen, die sich aber nach Ansicht des säkularen Humanismus von Natur aus gut und ethisch verhalten. Schachmatt, säkularer Humanismus!</p>
<p>Um diese Texte zu verstehen und zu interpretieren, müssen wir also davon ausgehen, dass der christliche Gott existiert. Ansonsten laufen wir direkt in die gerade beschriebene Problematik.</p>
<h2>Gott darf Leben nehmen</h2>
<p>Aber wenn Gott existiert, dann hat er auch das Recht, Leben zu nehmen. Das sechste Gebot lautet: &#8222;Du sollst nicht töten.&#8220; (Exodus 20:13) Aber das gilt nicht für Gott selbst. Warum nicht? Das sechste Gebot gilt nur für Menschen, weil kein Mensch einem anderen Menschen das Leben gegeben hat, und daher kein Recht hat, es ihm zu nehmen. Aber Gott hat allen Menschen das Leben gegeben, und er kann jederzeit beschließen, das Leben, egal von wem, zu beenden.</p>
<p>Und in der Tat nimmt Gott jedem Menschen irgendwann sein Leben wieder, sei es aus Altersschwäche, Krankheit, Unfall, Naturkatastrophe oder durch ein Tötungsdelikt. Jeder Tod ist letztendlich darauf zurückzuführen, dass Gott das Leben eines Menschen beendet, auf welche Art und Weise auch immer.</p>
<p>Wenn wir davon ausgehen, dass der Tod durch das Strafgericht Gottes irgendwie schlimmer ist als Tod durch Altersschwäche, und nicht vereinbar mit einem liebenden Gott, dann stimmt vielleicht etwas mit unserem Gottesbild nicht. Dass der liebende Gott nicht auch ein gerechter und strafender Gott ist, das ist kein biblisches Gottesverständnis. Diese beiden Eigenschaften Gottes stehen in keinem unvereinbaren Widerspruch, und finden sich beide in der Bibel.</p>
<h2>Gott bestraft die Gerechten nicht</h2>
<p>Wenn es zu einem Strafgericht Gottes kommt, dann lesen wir in der Bibel regelmäßig, dass Gott die Gerechten davor bewahrt, zusammen mit den Übeltätern umzukommen. Gott hat Noah und seine Familie vor der Flut bewahrt. Gott hat Lot und seine Familie aus Sodom herausgeholt. Gott hat den Todesengel an den Häusern der Israeliten vorbeiziehen lassen, als der die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Gott hat dafür gesorgt, dass die Hure Rahab und ihre Familie die Vernichtung Jerichos überstanden. Gott bestraft den Gerechten nicht zusammen mit den Übeltätern.</p>
<p>Und es gibt viele Anzeichen dafür, dass unter den Kanaanitern keine Gerechten mehr gewohnt haben. Das waren nicht einfach Völker, die zufällig das Land bewohnten, dass Gott für die Israeliten ausgesucht hatte, und die ihm dabei im Weg standen.</p>
<p>Vierhundert Jahre zuvor sprach Gott zu Abraham: &#8222;Erst in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren, denn noch ist das Mass der Schuld der Amoriter nicht voll.&#8220; (Genesis 15:16).</p>
<p>Mit anderen Worten, unter den Bewohnern des Heiligen Landes gab es noch Gerechte. Gott ließ sein eigenes Volk eher vier Generationen lang in ägyptischer Knechtschaft schuften, als dass er die Gerechten zusammen mit den Ungerechten richtet.</p>
<h2>Waren die Kinder unschuldig?</h2>
<p>Aber was ist mit den Kindern, mit den Babys? Waren die denn nicht unschuldig?</p>
<p>Jein… Die Bibel bringt  den Lebensstil der Kanaaniter auf den Punkt.</p>
<blockquote><p>Und von deinen Nachkommen sollst du keinen hingeben und ihn dem Moloch darbringen. Und du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der HERR. Ihr aber sollt meine Satzungen und meine Vorschriften halten und keinen von all diesen Greueln verüben, weder der Einheimische noch der Fremde, der in eurer Mitte lebt, denn all diese Greuel haben die Menschen verübt, die vor euch im Land waren, und so ist das Land unrein geworden. (Levitikus 18:21; Levitikus 18:26-27)</p></blockquote>
<h2>Der Moloch-Kult und Menschenopfer</h2>
<p>Aber vielleicht haben die Autoren der Bibel diesen Text einfach nur hinzugefügt, um einen Völkermord zu rechtfertigen?</p>
<p>Nein. Die Menschenopfer werden durch externe Quellen bestätigt, zum einen durch die Archäologie. Solche runden Altäre aus der Bronzezeit werden immer wieder bei Ausgrabungen im gesamten Heiligen Land gefunden. In der Vertiefung in der Mitte wurde das Feuer angefacht, und dann haben die Kanaaniter dort drin ihre Babys dem Gott Moloch als Opfer dargebracht. Sie haben ihre eigenen Kinder lebendig verbrannt.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-415 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg" alt="Tell Megiddo" width="225" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg 225w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-768x1024.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p>Vermutlich befand sich über dem Alter mit dem Opferbecken eine Statue des Moloch.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-423 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg" alt="Der Gott Moloch" width="171" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg 171w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg 319w" sizes="auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px" /></a></p>
<p>Der römische Geschichtsschreiber Plutarch schrieb das Folgende über den Moloch-Kult:</p>
<blockquote><p>Aber sie brachten wissentlich ihre eigenen Kinder als Opfer dar; und diejenigen, die keine eigenen hatten, kauften welche von armen Leuten, und dann opferten sie sie wie Lämmer oder Tauben, wobei die arme Mutter die ganze Zeit ohne Seufzen oder Tränen daneben stand; und wenn sie zufällig einen Seufzer ausstieß oder eine Träne fallen ließ, verlor sie den Preis ihres Kindes, aber es wurde trotzdem geopfert. Der ganze Platz rund um das Standbild war in der Zwischenzeit mit dem Lärm von Flöten und Trommeln gefüllt, um das Weinen der armen Kinder zu übertönen. (Plutarch, De Superstitione 13)</p></blockquote>
<h2>Kein Genozid, sondern Strafgericht im Alten Testament</h2>
<p>Als Gott den Israeliten also den Auftrag gab, alle Kanaaniter zu töten, waren die Kinder und Babys unschuldig? Aber sicher waren sie das. Kinder und Babys sind nie schuldfähig. Aber wären sie unschuldig geblieben? Nein, denn die gesamte Kultur war komplett durchseucht vom Moloch-Kult. Diejenigen Babys, die nicht lebendig verbrannt wurden, und es bis ins Erwachsenenalter schafften, die haben sich später an ihren eigenen Kindern vergriffen. Die ganze Gesellschaft war verdorben bis ins Mark.</p>
<p>Nach 400 Jahren der Geduld hat Gott die Sache dann beendet, und die Israeliten waren das Werkzeug zur Vollstreckung des Urteils. Die wenigen Gerechten, die es dort noch gab die hat Gott verschont, wie die Hure Rahab und ihre Familie.</p>
<p>Die Bibel gibt also gute Gründe dafür, dass diese Völker gerichtet und getötet wurden.</p>
<h2>Einwand: Hätte Gott das nicht anders lösen können?</h2>
<p>War es wirklich notwendig, eine ganze Kultur auszulöschen?</p>
<p>Gott hat den Kanaanitern mehr als 400 Jahre Zeit und Chancen für eine andere Lösung gegeben. Natürlich wussten sie, dass es falsch war, die eigenen Kinder dem Moloch zu opfern. Warum sonst sollten sie die Schreie der Kinder durch ihre Trommeln übertönen? Warum sonst sollten sie die Mutter bestrafen, wenn sie Zeichen der Trauer zeigt? Sie wollten nicht an ihre Schuld erinnert werden.</p>
<p>Viele Jahre lebten Personen wie Abraham, Isaak und Jakob in ihrem Gebiet. Dadurch hatten sie Zugang zu Gottes Geboten. Vierhundert Jahre lang haben sie sie ignoriert. Und dann war das Maß voll. Über fehlende andere Lösungen braucht man also nicht weiter diskutieren. Die anderen Lösungen sind am freien Willen der Menschen gescheitert.</p>
<p>Dass Gott durch einen Propheten den Auftrag erteilt, ganze Völker auszulöschen, das finden wir in der Bibel nur zu dieser einen Begebenheit, bei der Einnahme des Heiligen Landes. Selbst in biblischen Zeiten war es ein einmaliges Ereignis. Nachdem König David das komplette Land erobert hatte, das Gott seinem Volk versprochen hatte, ab da finden wir keine weiteren Gebote Gottes ganze Völker zu vernichten.</p>
<h2>Kann sich so etwas heute wiederholen?</h2>
<p>Kann Gott heute noch zu einem Propheten reden, dass ein ganzes Volk ausgelöscht werden muss, sagen wir zum Beispiel alle Bayern inklusive aller Frauen und Kinder? Der Prophet stellt eine Armee aus Christen zusammen, die ihm glauben, dass die Worte von Gott kommen. Diese Armee marschiert dann nach Bayern, und vollstrecken das Urteil?</p>
<p>Nein, das kann nicht passieren. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass irgendein Irrer mit Wahnvorstellungen sich einbildet solchen Auftrag von Gott zu erhalten.</p>
<p>Daher nur für den Fall der Fälle der Appell, auch wenn es hoffentlich niemals einen meiner Leser betrifft: Wenn Du den Eindruck hast, dass Gott von Dir verlangt, jemanden zu töten, begib Dich so schnell wie möglich in psychologische Behandlung. Es gibt einen psychologischen Notdienst oder eine Notaufnahme einer stationären oder ambulanten Psychiatrie in Deiner Nähe. Dieser Auftrag kommt nicht von Gott. Und ich werde anhand der Bibel beweisen warum nicht.</p>
<p>Das Neue Testament ist klar und eindeutig, dass das letzte Reden Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus geschehen ist.</p>
<blockquote><p>Nachdem Gott vor Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn. (Hebräer 1:1-2)</p></blockquote>
<p>Mehr gibt es nicht. Jesus Christus ist die letzte Offenbarung. Jede neue Prophetie, jede Eingebung, die sich nicht komplett und vollständig an der Lehre Jesu Christi ausrichtet, kann nicht von Gott kommen. Es ist nicht der Heilige Geist, der dann spricht.</p>
<h2>Christen und Gewalt</h2>
<p>Zwei Begebenheiten sind überliefert, an denen die Jünger im Namen Jesu Gewalt anwenden wollten. Was Jesus ihnen antwortet, das gilt auf ewig für alle, die ebenso in seinem Namen denken Gewalt ausüben zu müssen.</p>
<blockquote><p>Als nun die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, Feuer falle vom Himmel und verzehre sie? Da wandte er sich um und fuhr sie an. Und sie zogen in ein anderes Dorf. (Lukas 9:54-56)</p></blockquote>
<p>In manchen Bibelübersetzungen findet sich die Antwort von Jesus. Warum nicht in allen, das erkläre ich separat in einem Exkurs am Ende des Artikels.</p>
<blockquote><p>Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! (Lukas 9:55-56; Schlachter 2000)</p></blockquote>
<p>Was die Dorfbewohner gemacht haben, um sich den Zorn der Jünger zuzuziehen, ist nebensächlich. Jesu Reaktion ist es, die zählt, und die ist klar. Gottes Strafgericht auf andere herabzubeten, oder ihnen auf andere Art und Weise im Namen Jesu den Tod zu wünschen, das ist tabu für einen Christen.</p>
<h2>Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen</h2>
<p>Das gleiche gilt für Christen, die selbst das Urteil vollstrecken wollen.</p>
<blockquote><p>Da hob einer von denen, die mit Jesus waren, seine Hand und zog sein Schwert, schlug nach dem Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das Ohr ab. Da sagt Jesus zu ihm: Steck dein Schwert an seinen Ort! <strong>Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.</strong> (Matthäus 26:51-52)</p></blockquote>
<p>Im Namen Jesu Gewalt auszuüben ist für einen Christen tabu.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-417 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg" alt="Petrus haut das Ohr des Malchus ab" width="300" height="206" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1024x702.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-768x526.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1536x1052.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-2048x1403.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Als Christen sind wir Gottes Werkzeug, um in Jesu Namen Gutes zu tun, und nicht um das Urteil seines Strafgerichtes zu vollstrecken.</p>
<p>Das heißt aber nicht, dass Gottes Strafgericht abgesagt ist. Auch wenn wir unsere Kinder nicht auf dem Altar des Moloch verbrennen, ist es nicht minder verwerflich, wenn wir sie im Mutterleib töten. Das Resultat ist das selbe. Dabei brauchen wir nicht einmal die stummen Schreie durch Trommeln und Musik übertönen. Wir können dankbar sein, dass Gott geduldug ist.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B00LPQOKH2/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00LPQOKH2&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=d70e7efad55fab767ac5d0af8ee5926a" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stealing from God</a> u.a.</p>
<h2>Exkurs: Warum fehlt in manchen Bibeln in Lukas 9 die Antwort von Jesus?</h2>
<p>Jede Bibelübersetzung beruht auf einem Urtext, und jeder Urtext folgt einem Texttyp. Es gibt drei wichtige Texttypen:</p>
<ul>
<li>Der Alexandrinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Alexandria in Ägypten geschrieben wurden. Dies sind die ältesten und zuverlässigsten Manuskripte, aber es gibt nur sehr wenige.</li>
<li>Der Byzantinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Byzanz, das heutige Istanbul, geschrieben wurden. Die meisten Manuskripte sind von diesem Texttyp, aber sie sind vergleichsweise spät.</li>
<li>Der Westliche Texttyp wurde im gesamten Westen des Römischen Reiches verwendet. Es gibt weder besonders alte, noch besonders viele Handschriften.</li>
</ul>
<h2>Zwei Urtexte der Bibel</h2>
<p>Basierend auf dem Alexandrinischen und dem Byzantinischem Texttyp gibt es jeweils einen griechischen Urtext der Bibel:</p>
<ul>
<li>Der Mehrheitstext folgt folgt dem Byzantinischem Texttyp. Er heißt Mehrheitstext, weil er auf der Mehrheit der Manuskripte basiert.</li>
<li>Der kritische Text folgt dem Alexandrinischen Texttyp. Er heißt kritischer Text, weil er mit Methoden der modernen Textkritik erstellt wurde (aber nicht, weil er in irgendeiner Weise bibelkritisch ist). Die meisten Bibelübersetzer bevorzugen ihn, weil er auf den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten basiert.</li>
</ul>
<p>Da die Alexandrinischen Manuskripte erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt sind, sind ältere Bibeln immer aus dem Mehrheitstext übersetzt.</p>
<h2>Moderne Bibelübersetzungen</h2>
<p>Aber auch die Übersetzungskommittees einiger weniger moderner Übersetzungen haben sich entschieden, noch dem Mehrheitstext zu folgen, und ignorieren die Manuskripte, die im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Dazu zählen die Schlachter 2000, die Bruns-Bibel, die Janzen-Jettel-Bibel, die Menge-Übersetzung, die Volxbibel und die Luther21-Übersetzung (das ist <strong>nicht</strong> die neue Luther-Bibel).</p>
<p>Die meisten Bibeln basieren allerdings auf dem kritischen Text, so die Luther-Bibel, die Einheitsübersetzung, die Hoffnung für Alle, die Neues Leben Bibel, die Elberfelder Bibel, die Zürcher Bibel, die BasisBibel, die Gute Nachricht, die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), die Neue Evangelistische Übersetzung (NEÜ), das Münchner Neue Testament, die Herder-Bibel und die Pattloch-Bibel.</p>
<p>Manche Bibeln weisen auf die wenigen Unterschiede in den beiden Texten in Fußnoten darauf hin.</p>
<h2>Externe Belege</h2>
<p>In Lukas 9 findet sich die Antwort von Jesus nicht im kritischen Text, wohl aber im Mehrheitstext, als auch im Westlichen Texttyp. In den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten fehlt die Antwort also.</p>
<p>Aber warum verwende ich die Antwort, wenn sie nicht zuverlässig überliefert wurde? Bibelübersetzungen folgen meist stur einem Urtext, ohne auf Belege außerhalb des Textes zu achten. Jesu Antwort wurde vom Kirchenvater Tatian im Jahr 170 n. Chr. im Diatessaron zitiert, also mehr als 100 Jahre bevor sich der Text des Neuen Testamentes in die verschiedenen Texttypen aufspaltete. Daher gehe ich davon aus, dass die Antwort ursprünglich Teil des Evangeliums war, und im Alexandrinischen Texttyp aus unbekannten Gründen verloren gegangen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/">Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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