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	<title>Genesis Archive - Auferstanden!</title>
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	<description>Beweise für die Auferstehung, und andere Gründe, warum der christliche Glaube wahr ist.</description>
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	<title>Genesis Archive - Auferstanden!</title>
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		<title>Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 2021 21:16:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Chronologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem der letzten Videos hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem der <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">letzten Videos</a> hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig geblieben, weil er ein eigenes Video bzw. einen eigenen Beitrag benötigt.</p>
<div class="video-container"><iframe title="Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/LiKZWBhnEX4?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>In den Kommentaren kamen dann Bemerkungen, ich würde Gott einen Lügner nennen, oder ich würde atheistische Sichtweisen annehmen.</p>
<h2>Nicht die einzige göttliche Offenbarung</h2>
<p>Es geht hier nicht darum, irgendwelche Sichtweisen anzunehmen oder zu propagieren, sondern darum, die Wahrheit auszubuddeln. Gott hat uns nicht nur ein Buch gegeben, sondern zwei Bücher. Beide beinhalten gleichermaßen Wahrheit. Das erste Buch ist natürlich die Bibel. Das zweite Buch ist die Schöpfung. Was wir in der Schöpfung finden, das ist gleichermaßen Wahrheit, wie wir sie in der Bibel finden. Beides ist Wahrheit, die von Gott kommt. Wenn die Aussagen der beiden Bücher nicht übereinstimmen, dann muss man in <strong><em>beiden</em></strong> Büchern suchen, ob man evtl. etwas falsch verstanden hat.</p>
<p>Das Verständnisproblem kann dann auch im Verständnis der Bibel liegen. Die Bibel wurde für uns geschrieben, aber nicht an uns. Das Buch Genesis, das von den Lebensspannen der Erzväter berichtet, wurde an semitische Nomaden in der Bronzezeit geschrieben. Was sie verstehen, wenn sie die Erzählungen hören, ist allein ausschlaggebend, wie diese Textstellen zu verstehen sind, und nicht, wie wir sie heute verstehen. Ein wörtliches Verständnis des Textes ist das Verständnis, das die ursprünglichen Empfänger hatten, und nicht unsere eigene Interpretation der Worte.</p>
<h2>Ein modernes Beispiel: Hotelzimmer</h2>
<p>Nehmen wir als Beispiel eine moderne Version solcher Missverständnisse. Oder vielmehr, warum es nicht zu Missverständnissen kommt, weil wir intuitiv verstehen, dass die Zahlen nicht wörtlich zu nehmen sind. Wenn Du in einem Hotel eincheckst, und bekommst das Zimmer 807, heißt das dann, dass das Hotel mindestens 807 Zimmer hat? Natürlich nicht. Wir wissen alle, wie die Nummerierung von Hotelzimmern funktioniert. Intuitiv wissen wir also, dass das Hotel höchstwahrscheinlich deutlich weniger Zimmer als 807 besitzt.</p>
<p>Untersuchen wir also, welche sowohl biblischen als auch außerbiblischen Belege es gibt, die auf eine kurze Lebensspanne der Patriarchen hinweisen.</p>
<p>Die in diesem Beitrag genannten Belege stammen fast alle von <a href="https://trinitysouthwest.academia.edu/CraigOlson" target="_blank" rel="noopener">Dr. Craig Olson</a> von der Trinity Southwest University in Albuquerque, New Mexico. Seine Erkenntnisse verbreiten sich leider nur langsam, weil dadurch eine Lehre widerlegt wird, die konservative Evangelikale für viele Generationen für wahr hielten. Aber Wahrheit misst sich nicht daran, was generationenlang gelehrt wurde, sondern daran, was mit der Realität übereinstimmt.</p>
<h2>Lebten Noah und Abraham zur gleichen Zeit?</h2>
<p>Wenn man die Lebensspannen der Erzväter alle in ein Diagramm einträgt, dann sehen also enorme Überschneidungen der Lebenszeiten. In Abrahams jungen Jahren wäre sogar noch Noah am Leben gewesen, also sein Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-urgroßvater, und alle Generationen dazwischen auch. Wir würden also erwarten, dass wir im Text zumindest ein paar Beispiele finden, dass diese Erzväter auch über Generationen hinaus Kontakt haben. Aber genau das finden wir in der Bibel nicht. Die einzige Aufzeichnung, dass Kontakte über zwei Generationen bestanden ist, wenn Jakob als alter Mann die Söhne von Josef segnet. Ansonsten haben wir nichts im Buch Genesis, dass ein Großvater mit seinen Enkeln zusammengetroffen ist, geschweige denn mit einem Nachfahren über 12 Generationen.</p>
<p>Ein weiteres Problem ergibt sich damit, dass in einem Patriarchat die wichtigste Person in einem Clan immer der Patriarch ist. Wenn die 11 Generationen vor Abraham noch am Leben sind, dann ist Abraham kein Patriarch. Dann ist Noah der Patriarch. Und dann würde sich das gesamte Geschehen um Noah drehen, und nicht um Abraham. Für den würde sich keiner interessieren, und über den hätte niemand etwas aufgeschrieben.</p>
<p>Das sind also schon die ersten Anzeichen dafür, dass die Lebensspannen symbolisch zu betrachten sind, und nicht als Dezimalzahlen, die die Anzahl der Geburtstage angeben, die die Patriarchen gefeiert haben.</p>
<p>Ich nehme hier auch nicht die Position der liberalen Theologie ein, die sagt, dass die Erzväter alle nie wirklich existiert haben, und es sich nur um Legenden handelt.</p>
<h2>Ein historischer Synchronismus</h2>
<p>Meine Position ist die, dass symbolische Lebensspannen ein historischer Synchronismus sind, die die Authentizität des Textes bestätigen. Historische Synchronismen sind das Gegenteil von Anachronismen. Es sind einzelne Elemente im Text, die sich einer spezifischen Kultur in einer spezifischen Zeit zuordnen lassen. Und die Verwendung von symbolischen Lebensspannen ist ein Phänomen, das genau im Vorderen Orient in der mittleren und späten Bronzezeit auftritt.</p>
<p>Aber bevor wir zu den außerbiblischen Dokumenten aus der Bronzezeit kommen, die dies bestätigen, betrachten wir zuerst weitaus grundlegendere Belege, nämlich die Skelette von bronzezeitlichen Bewohnern des Vorderen Orients und von Mesopotamien.</p>
<h2>Belege aus der Archäologie</h2>
<p>Anhand der Abnutzung von Zähnen und Knochen kann man nämlich feststellen, wie alt die Person zum Todeszeitpunkt war, zu der das Skelett gehört. Daher wissen wir, dass das durchschnittliche Alter dieser Bewohner bei rund 40 Jahren lag. Da sind auch nicht nur zwei oder drei Skelette ausgewertet worden, sondern hunderte.</p>
<p>Da die Bibel sehr konstant ist mit den Angaben von so hohen Lebensspannen, müsste man erwarten, zumindest einige Belege zu finden, die dies bestätigen. Gibt es aber nicht. Im Gegenteil, alle menschlichen Überreste dieser Zeit, die man findet, weisen darauf hin, dass die Bewohner des Vorderen Orients sehr kurze Lebensspannen hatten.</p>
<h2>Inkompatibilität mit anerkannter Chronologie</h2>
<p>Weiterhin gibt es Probleme, wenn man die Lebensspannen als wörtliche Dezimalzahlen wertet, eine Chronologie daraus erstellt, und dann versucht, diese Chronologie mit anderen Chronologien des Vorderen Orients zu synchronisieren. Die Zeit der Patriarchen wird so nämlich in die frühe Bronzezeit zurückgedrückt. Von der Geburt Abrahams bis zum Tod Josefs wäre dann die Zeit von 2166 bis 1806 v. Chr. Damit ergeben sich viele Probleme, und ich will hier nur die drei gravierendsten anschneiden.</p>
<ol>
<li>In der frühen Bronzezeit war in Ägypten der Sitz des Pharaos nicht im Nil-Delta, sondern in Memphis in Oberägypten. Abrahams Reise nach Ägypten wäre also kaum möglich gewesen.</li>
<li>Genesis 14 beschreibt einen Krieg zwischen diversen Königen gegen Sodom, Gomorrha, und die Städte der Ebene. In der frühen Bronzezeit waren jedoch alle diese Städte vereint unter dem König von Ur. Sie gehörten zum selben Königreich. Warum sollten sie Krieg gegeneinander führen?</li>
<li>Viele Städte der Abraham-Erzählung existierten noch gar nicht in der frühen Bronzezeit. Diese Siedlungen sind erst in der mittleren Bronzezeit entstanden. Dazu zählen beispielsweise Bet-El und Ai, Gerar, Hebron, Beerscheba und Salem, die Heimat des Priesterkönigs Melchisedek.</li>
</ol>
<p>Die Chronologie wäre also nicht nur inkompatibel mit ein paar wenigen archäologischen Funden, sondern mit fast allen.</p>
<h2>Andere bronzezeitliche Dokumente</h2>
<p>Kommen wir aber nun zum historischen Synchronismus. Der bekannteste bronzezeitliche Stammbaum außerhalb der Bibel ist die sumerische Königsliste. Die Könige in dieser Liste haben alle eine Lebensspanne zwischen mehreren hundert Jahren und mehreren zehntausend Jahren. Aber niemand bezweifelt, dass diese Könige wirklich gelebt und regiert haben. In der Turiner Königsliste, die die Ahnentafel der ägyptischen Pharaonen enthält, stehen ebenfalls symbolische Lebensspannen, ebenso wie in der Liste der Herrscher von Lagas.</p>
<p>In der Turiner Königsliste fällt auf, dass die ideale Lebensspanne eines ägyptischen Herrschers mit 110 Jahren angegeben wird. Dies ist ein weiterer historischer Synchronismus, da die Bibel für Josef als ägyptischer Wesir auch eine Lebensspanne von 110 Jahren angibt. Josua, als der letzte Anführer der Israeliten, der noch in Ägypten geboren war, hat ebenfalls eine Lebensspanne von 110 Jahren. Auch diese beiden sind ganz klar symbolisch, um den Bezug zu Ägypten herzustellen.</p>
<p>Eine symbolische Betrachtung der Lebensspannen schwächt damit keinesfalls die Zuverlässigkeit und Authentizität der Genesis- und Exodus-Erzählungen. Ganz im Gegenteil. Durch eine symbolische Betrachtung lassen sich diese Texte ganz klar in der mittleren bis späten Bronzezeit positionieren, und die Ereignisse in der Zeitspanne von Josef bis Josua sogar nach Ägypten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2021 17:42:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Noah]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im Bibelmuseum. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im <a href="https://www.uni-muenster.de/Bibelmuseum/" target="_blank" rel="noopener">Bibelmuseum</a>. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über Textkritik. Stattdessen gab es eine Sonderausstellung über Wasser in der Bibel, und ein großer Teil davon ging über Noahs Flut. Ist also Noahs Flut wissenschaftlich gesehen möglich?</p>
<div class="video-container"><iframe title="Noahs Flut: Wissenschaftlich widerlegt!?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/7AiGGtz3ySk?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Der nette Museumsführer hat extra noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei der biblischen Fluterzählung lediglich um ein Nachfolgewerk des Gilgamesch-Epos handelt, und dass alle Versuche, die Flut wissenschaftlich zu erklären, auf die eine oder andere Art gescheitert sind. Herausforderung akzeptiert!</p>
<h2>Eine globale Flut?</h2>
<p>Stellt Euch also vor, dass es nicht nur einen Tag regnet, sondern dass 40 Tage hintereinander ein Niederschlag von 20 Zentimetern runterprasselt. Das sind dann flächendeckend 8 Meter Niederschlag. Und das soll die höchsten Berge der Welt bedeckt haben… Hatte der Museumsführer eventuell doch Recht? Schauen wir in den Text.</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über die Erde. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über der Erde schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf der Erde, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf der Erde, so dass alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Berge bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf der Erde regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf der Erde wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Erdboden waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von der Erde weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf der Erde, hundertfünfzig Tage lang. (Genesis 7,11-24)</p></blockquote>
<p>Fünfzehn Ellen über den höchsten Bergen, also über Mount Everest, das ist die Behauptung. Also 8848 Meter plus ca. 7,50 Meter über die ganze Erde.</p>
<h2>Lebensspanne der Erzväter</h2>
<p>Zuvor noch eine ganz kurze Bemerkung zu Noahs Lebensspanne. Da steht, dass Noah 600 Jahre alt war. Die Lebensspannen der Erzväter werde ich in einem späteren Beitrag genauer unter die Lupe nehmen. Aber eines schon mal vorweg: man muss den Text nicht einmal uminterpretieren um zu erkennen, dass Noah eine ganz normale Lebensspanne hatte, wie jeder andere Mensch auch. Was es zu ergründen gilt ist, was ein bronzezeitlicher Bewohner von Mesopotamien versteht, wenn er eine Erzählung hört über einen 600 Jahre alten Mann. Der Bewohner von Mesopotamien bekommt dann nämlich nicht die Idee, dass die Erzählung über jemanden geht, der 600 Geburtstage hinter sich hat. Und das lässt sich durch archäologische Funde belegen.</p>
<p>Ich spare mir mal auszurechnen, welche Menge Wasser nötig wäre, um die Erde bis 8855,5 Meter mit Wasser zu befüllen. Es sollte klar sein, dass eine wissenschaftliche Betrachtung von dieser These keinen Sinn macht.</p>
<h2>Oder eine lokale Flut?</h2>
<p>Der Schlüssel liegt vielmehr in zwei hebräischen Wörtern. Zum einen das Wort &#8222;Eretz&#8220;. Die Israelis nennen bis heute ihr Land &#8222;Eretz Yisrael&#8220;. Das Land Israel. Überall im Text, wo das Wort &#8222;Eretz&#8220; steht, ist es aber im Deutschen mit &#8222;Erde&#8220; übersetzt.</p>
<p>Im Althebräischen gibt es nur sehr wenige Wörter, weniger als 9000 insgesamt. Jedes Wort hat mehrere Bedeutungen, und meist kann man aus dem Kontext erschließen, welche Bedeutung die richtige ist. In unserem Noah-Text ist das aber nicht sofort klar. Ist es das Land, oder die ganze Erde, die überflutet wurde?</p>
<p>Schauen wir ein zweites Wort an: &#8222;Har&#8220;. Das bedeutet Berg oder Hügel. In der Offenbarung ist von Harmageddon oder Armageddon die Rede, wo in der Endzeit der Antichrist in der letzten großen Schlacht geschlagen wird. Und das ist nicht in Megiddo, was oft behauptet wird. Megiddo ist eine Ebene zwischen Galiläa und Samaria, aber Har-Mageddon ist ein Berg oder ein Hügel.</p>
<p>Das Wort &#8222;Har&#8220; ist im Noah-Text durchgängig mit Berg übersetzt, und nicht mit Hügel. Schauen wir den Text noch einmal an, jeweils mit der zweiten Bedeutung der beiden Wörter:</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf das Land, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf dem Land regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über das Land. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über dem Land schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf dem Land, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf dem Land, so dass alle hohen Hügel, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Hügel bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf dem Land regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf dem Land wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Boden des Landes waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von dem Land weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf dem Land, hundertfünfzig Tage lang.</p></blockquote>
<p>Das hört sich schon gleich ganz anders an. Dass in Mesopotamien nach 40 Tagen Dauerregen alle Hügel im Land unter Wasser lagen, das ist komplett im Bereich des Möglichen. Die Erzählung ist aus der Perspektive von Noah übermittelt. Wenn er in alle Richtungen nichts als Wasser sah, dann macht die Aussage Sinn, dass das ganze Land, und alle Hügel unter dem ganzen Himmel unter Wasser lagen, soweit Noah halt blicken konnte.</p>
<h2>Einspruch: Aber die Arche ist auf dem Berg Ararat gelandet</h2>
<p>Das ist höher als die höchsten Hügel in Mesopotamien.</p>
<p>Haltet Euch bereit für einen Mandela-Effekt. Die Arche ist nicht auf dem Berg Ararat gelandet.</p>
<blockquote><p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. (Genesis 8,4)</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-535" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png" alt="Berg Ararat" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. Auf dem Gebirge, nicht auf dem Berg. Der Berg Ararat ist lediglich der höchste Berg in diesem Gebirge.</p>
<p>Außerdem handelt es sich bei den Mose-Büchern um frühe bronzezeitliche Texte. Ob das heutige Gebirge Ararat in der Türkei damals schon so hieß, oder ob es irgendwann in den letzten 4000 Jahren nach dem Gebirge in der Flut-Erzählung so benannt wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise hieß in der Bronzezeit eine ganz andere Hügellandschaft in Mesopotamien Ararat. Genauere geographische Details, die uns ermöglichen, das Gebirge Ararat zu identifizieren, gibt der Text jedenfalls nicht her.</p>
<p>Und auch der angebliche Fund der Arche auf dem Berg Ararat ist nichts als eine Felsformation, die grob die Form eines Schiffes hat.</p>
<h2>Lokale Flut in Mesopotamien</h2>
<p>In Mesopotamien sind allerdings archäologische Funde gemacht worden, die eine massive Flut belegen. Die Schlammschicht, die an vielen Stellen in Mesopotamien entdeckt wurde, hat eine Dicke von 2,5 Metern. Ob das die Schlammschicht von Noahs Flut ist, oder von einer späteren unabhängigen Flut, lässt sich nicht genau klären. Das hängt damit zusammen, dass sich die Datierung der Flut als notorisch schwierig erweist. Es ist nämlich nicht damit getan, einfach die Lebensspannen der Erzväter aufzuaddieren. Zum einen waren die Lebensspannen eben nicht mehrere hundert Jahre, aber andererseits sind die frühen Stammbäume sehr stark zusammengestaucht, und beinhalten nur eine ganz kleine Auswahl von Stammvätern, z.B. diejenigen, die ein Volk gegründet haben. Denn sonst würde man, wenn man alles zusammenzählt, auf ein Datum von ca. 4000 v. Chr. Für die Erschaffung von Adam kommen, also eine Zeit, zu der sich die Menschen schon überall auf der Erde verteilt hatten.</p>
<p>Die hebräischen Texte lassen sich jedenfalls auch so übersetzen, dass nicht jeweils ein Vater einen Sohn zeugt, sondern ein Volk ein anderes Volk hervorbringt. Das sind wieder die unterschiedlichen Bedeutungen, die die einzelnen althebräischen Wörter haben.</p>
<h2>Datierung der Flut</h2>
<p>Aus dem Kontext wissen wir jedoch, dass die Flut alle Menschen bis auf die acht in der Arche tötete. Gott rettete ganz explizit nur Noah und seine Familie. Das heißt, die Flut muss stattgefunden haben, bevor die Menschheit begann, sich über die gesamte Erde zu verbreiten, als alle auf einem Knubbel hockten. Ganz grob zwischen 40000 und 85000 Jahren könnte man die Flut datieren.</p>
<p>Ein ganz gewaltiges Indiz dafür, dass diese Flut tatsächlich geschah, sind die Fluterzählungen, die es in nahezu jeder Kultur gibt. Manchmal hört man die Begründung, weil es global Fluterzählungen und Mythen gibt, muss auch die Flut global gewesen sein. Aber ich argumentiere hier ja für eine lokale Flut. Aber wenn man drüber nachdenkt, dann sind die globalen Erzählungen ein Indiz für eine lokale Flut. Wenn die Menschen nach der Flut diese Erzählung in ihre jeweilige Kultur übernahmen, während sie die Erde besiedelten, dann ist es erklärbar, dass es praktisch überall diese Erzählung gibt, mit kleineren oder größeren Abweichungen.</p>
<blockquote>
<h2>Einspruch: Überflutungen geschehen weltweit immer mal wieder</h2>
</blockquote>
<p>Diese ganzen Fluterzählungen sind unabhängig voneinander, und beschreiben separate Ereignisse in den jeweiligen Kulturen.</p>
<p>Das ist der häufigste Einspruch gegen das Indiz der globalen Fluterzählungen. Aber betrachtet es mal so: Flutkatastrophen geschehen überall immer mal wieder. Erdbeben geschehen überall immer mal wieder. Sonnenfinsternisse geschehen überall immer mal wieder. Vulkanausbrüche auch, und Dürren auch, und jede andere Naturkatastrophe und jedes andere Naturereignis auch. Wir haben etwa 200 Fluterzählungen überall in der ganzen Welt verstreut. Die meisten von denen beschreiben eine Gottheit, die die Flut als Strafe bringt, und die meisten beschreiben ein Schiff, durch das die Menschheit vor dem Aussterben bewahrt wird.</p>
<p>Wo sind die 200 Erdbeben-Erzählungen? Wo sind die 200 Vulkanausbruch-Erzählungen, oder Sonnenfinsternis-Erzählungen, die alle solche klaren Parallelen aufweisen? Es gibt sie nicht. Nur für die Flut gibt es das.</p>
<h2>Welche Fluterzählung ist original?</h2>
<p>Aber woher wissen wir, dass die biblische Flutgeschichte die richtige ist, und andere nicht, wie z.B. das Gilgamesch-Epos? Es sollte klar sein, dass wir für eine Erzählung, die vor mindestens 40000 Jahren stattfand, keine felsenfesten Beweise oder Belege auftreiben können. Aber ein paar Indizien gibt es schon. Fangen wir mit der Behauptung unseres Museumsführers an, dass das Gilgamesch-Epos älter ist, und daher eine Erzähl-Vorlage zur biblischen Fluterzählung darstellt.</p>
<p>Das Gilgamesch-Epos ist super alt, datiert auf 2100 v. Chr. Es ist das älteste literarische Werk, welches uns erhalten ist. Wenn es das älteste Werk ist, wie kann es also nicht den Urspruch der Fluterzählung aus der Bibel bilden? Ganz einfach: Tafel XI, die die Fluterzählung enthält, wurde ca. im 7. Jahrhundert zu dem Epos hinzugefügt. Bei allen älteren Funden fehlt diese Tafel.</p>
<p>Wir müssen also nur noch zeigen, dass die Mose-Bücher älter sind als 700 v. Chr., und die Behauptung ist widerlegt. Dies ist im Beitrag &#8222;10 archäologische Funde, die das Alte Testament belegen&#8220; geschehen.</p>
<h2>Probleme mit dem Gilgamesch-Epos</h2>
<p>Außerdem schauen wir uns mal die Maße der Arche von Gilgamesch an. Es ist angegeben, dass die Länge, Breite und Höhe exakt gleich sind. Die Arche von Gilgamesch ist also ein perfekter Kubus, und damit absolut nicht seetauglich. Die Maße von Noahs Arche beschreiben hingegen eine Kastenform. Viele Konstrukteure von Schiffen haben sich damit beschäftigt, und es besteht Konsens, dass die Maße wie in der Bibel angegeben ein in hohem Maße seetaugliches Schiff beschreiben.</p>
<p>Wenn die Fluterzählung wahr ist &#8211; und die Masse an verschiedenen Erzählungen lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu, dann muss die ursprüngliche Erzählung notwendigerweise die korrekten Maße für das Schiff angeben. Eine Erzählung andererseits mit einem Kubus, der bei der ersten Welle zerbrechen würde, kann nicht die Ursprungerzählung sein. Ein Schiff, das nicht absolut seetauglich ist, hätte die Sintflut damals nicht überstanden. Und die biblische Erzählung ist die einzige, die diese Anforderung erfüllt, und damit der einzige Kandidat für die Ursprungserzählung.</p>
<p>Ich hoffe diese Ausführungen waren hilfreich. Die Fluterzählung ist ja eine der Geschichten, die für viele die Bibel unglaubwürdig macht, oder so manchen Christen sogar zum Zweifeln bringt. Ich hoffe, ich konnte zeigen, wenn man das Ereignis als lokale Flut versteht, dass das die Grundlage für alle Zweifel entzieht.</p>
<p>Oder andersherum: Wenn es vor 40000 bis 85000 Jahren eine lokale Flut in Mesopotamien gab, die alle Menschen bis auf acht tötete, was würden wir erwarten heute noch zu finden? Doch genau das, was wir haben: eine komplett glaubwürdige Überlieferung in Gottes inspiriertem Wort, sowie abweichende, teilweise unglaubwürdige Mythen in zahlreichen anderen Kulturen. Und den einen oder anderen archäologischen Nachweis, dass es in Mesopotamien zu so einer massiven Überflutung kam.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/1576832309/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1576832309&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=f85c0b3a78b0c1b19b2ff2bf82bc766e" target="_blank" rel="noopener">Hugh Ross, The Genesis Question</a> u.a.</p>
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		<title>Widerspruch in der Bibel?!? Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/01/24/widerspruch-in-der-bibel-wie-viele-israeliten-zogen-nach-aegypten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jan 2021 23:09:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fehler in der Bibel?]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Apostelgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtumslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Widerspruch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte von Josef kennen wir alle. Nachdem ihn seine Brüder als Sklaven nach Ägypten verkauft hatten, stieg er dort bis zum Wesir auf, und holte nach der Versöhnung seinen Vater und seine Brüder&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte von Josef kennen wir alle. Nachdem ihn seine Brüder als Sklaven nach Ägypten verkauft hatten, stieg er dort bis zum Wesir auf, und holte nach der Versöhnung seinen Vater und seine Brüder aus Kanaan nach.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Widerspruch in der Bibel?!? Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/W7QQtjNRmMI?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Aber wie viele Israeliten zogen insgesamt nach Ägypten? Josefs Geschichte findet sich zwei Mal in der Bibel. In der Apostelgeschichte 7:14 wird die Anzahl der Personen wie folgt angegeben:</p>
<blockquote><p>Josef aber schickte nach seinem Vater und liess ihn und alle seine Verwandten zu sich kommen, fünfundsiebzig Leute.</p></blockquote>
<p>In Genesis 46:27 steht jedoch eine andere Zahl:</p>
<blockquote><p>Alle zusammen vom Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen: siebzig.</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-491 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-300x169.jpg" alt="Jakobs Familie" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?</h2>
<p>Wie viele Nachkommen Jakobs sind mit nach Ägypten gezogen? Zählen wir sie durch. Es werden nur die männlichen Nachkommen gezählt. In Genesis 46 sind sie aufgelistet, die meisten sogar mit Namen. Jakobs Söhne in Kanaan und deren Söhne zählten insgesamt 66 Personen, Josef und seine Söhne zählten insgesamt 3 Personen, hinzu kommt Jakob selbst, das macht 70 Personen.</p>
<p>Wo kommen also die fünf fehlenden Personen her? Um das Rätsel zu lösen, müssen wir die Josefsgeschichte vorerst hinter uns lassen, und uns den Handschriften des Alten Testaments zuwenden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-492" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-300x169.jpg" alt="Josef in Ägypten" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Wo kommt der Text von Genesis her?</h2>
<p>Jede Bibel, die wir heute in der Buchhandlung unseres Vertrauens kaufen, wurde von hebräischen Handschriften aus dem 11. Jahrhundert übersetzt.</p>
<p>Der Text dieser Handschriften wird auch der <strong>masoretische Text</strong> genannt. Die älteste vollständig erhaltene hebräische Handschrift des Alten Testamentes ist der <strong>Leningrad-Codex</strong>. Dieser wurde im Jahr 1008 n.Chr. in Kairo geschrieben.</p>
<p>Ursprünglich geschrieben wurde das Buch Genesis um das Jahr 1400 v. Chr. Zwischen dem Urtext und dem ältesten erhaltenen kompletten Text liegen also gut 2400 Jahre. In so einem langen Zeitraum passieren gelegentlich Abschreibefehler. Es sind zwar nicht viele, aber es kommt trotzdem vor.</p>
<p>Wir wollen also untersuchen, ob mit dem Vers in Genesis 46:27 etwas passiert ist, bevor Stephanus in seiner Predigt um das Jahr 36 n. Chr. auf genau diesen Vers Bezug nimmt.</p>
<p>Bei solchen Fragen ist es meistens hilfreich, sich griechische und hebräische Handschriften und Fragmente anzusehen, die wesentlich älter als der Leningrad-Codex sind.</p>
<h2>Noch ältere Texte</h2>
<p>Die <strong>Schriftrollen vom Toten Meer</strong> wurden über einen Zeitraum von etwa 250 v. Chr. bis etwa 70 n. Chr. geschrieben, die meisten von ihnen im 1. Jahrhundert v. Chr. Nur wenige Schriftrollen haben die Zeit unbeschädigt überstanden. Die Texte haben also große Lücken. So fehlt leider auch fast das komplette Kapitel, das uns interessiert, Genesis 46.</p>
<p>Die <strong>Septuaginta</strong> ist die griechische Übersetzung des Alten Testaments. Sie wurde um das Jahr 250 v. Chr. in Alexandria angefertigt. Die älteste erhaltene Handschrift, der Codex Vaticanus, wurde um das Jahr 325 n. Chr. geschrieben.</p>
<p>Die Verse, die die Ungereimtheiten erklären, schauen wir uns gleich im Detail an. Abweichende Zahlenangaben sind eine der häufigsten Arten von Textabweichungen. Interessanterweise stimmen bei solchen Abweichungen oft die Septuaginta und die Schriftrollen vom Toten Meer überein, während der masoretische Text abweicht. In diesem Fall fehlt das Kapitel in den Schriftrollen vom Toten Meer. Trotzdem können wir davon ausgehen, dass der Text aus der Septuaginta korrekt ist, da er auch durch Stephanus bestätigt wurde.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-490" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-300x169.jpg" alt="Genesis 46" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Texte im Vergleich</h2>
<p>Der komplette Vers aus Genesis 46:27 lautet im hebräischen Text:</p>
<blockquote><p>Und die Söhne Josefs, die ihm in Ägypten geboren wurden: zwei. Alle zusammen vom Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen: siebzig.</p></blockquote>
<p>In der Septuaginta sieht der Vers wie folgt aus:</p>
<blockquote><p>Die Söhne des Joseph aber, die ihm im Land Ägypten geboren wurden, waren neun Seelen. Alle Seelen von Jakobs Haus, die nach Ägypten einzogen, waren 75.</p></blockquote>
<p>Also hat nicht nur Jakobs Familie in der Septuaginta fünf zusätzliche Mitglieder, sondern Josefs Familie auch.</p>
<p>Schauen wir uns zusätzlich Genesis 46:20 an, wo Josefs Nachkommen aufgelistet werden. Im Hebräischen lautet er:</p>
<blockquote><p>Und Josef wurden im Land Ägypten Manasse und Efraim geboren, die ihm Asenat gebar, die Tochter Poti-Feras, des Priesters von On.</p></blockquote>
<p>Dieser Vers ist im griechischen Text deutlich länger:</p>
<blockquote><p>Söhne Josephs aber im Land Äypten waren die, die ihm Asenneth, die Tochter des Petephres, Priester von Heliopolis, geboren hatte: Manasse und Ephraim. Söhne des Manasse aber waren die, die ihm die syrische Nebenfrau geboren hatte: Machir. Machir aber zeugte Galaad. Die Söhne des Ephraim aber, Manasses Bruder: Suthalaam und Taam. Die Söhne des Suthalaam aber: Edem.</p></blockquote>
<h2>Die Auflösung des Widerspruchs</h2>
<p>In den Kulturen des Vorderen Orient zählen Enkel und Urenkel mit zu den Söhnen. Daher sind alle neun Nachkommen Josefs seine Söhne.</p>
<p>Ich gehe davon aus, dass Genesis 46:20 im hebräischen Original länger war, so wie in der Septuaginta, und dass die zweite Hälfte des Verses irgendwann einmal beim Abschreiben vergessen wurde. Später hat dann ein Schreiber, der es gut meinte, einmal nachgezählt, und gemerkt, dass die Zahl siebzig nicht mehr mit der Auflistung der Personen übereinstimmt, und daraufhin die Zahl angepasst. Also wie viele Israeliten zogen nach Ägypten? Es waren 75.</p>
<p>Leider korrigiert keine der zahlreichen deutschen Bibelübersetzungen, die ich durchgegangen bin, diesen offensichtlichen Fehler. Lediglich die Neue evangelistische Übersetzung weist in einer Fußnote darauf hin.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-493" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-300x169.jpg" alt="Septuaginta und Dead Sea Scrolls Bible" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Es gibt viele angelbliche Widersprüche dieser Art, die sich durch Nachschlagen in der Septuaginta leicht auflösen lassen. Leider hinken wir in Deutschland mit der Zugänglichkeit dieser Texte noch etwas hinterher. Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet die <a href="https://www.bibelwissenschaft.de/bibelgesellschaft-und-bibelwissenschaft/wissenschaftliche-bibelausgaben/septuaginta/septuaginta-deutsch/" target="_blank" rel="noopener">Septuaginta für 64 Euro</a> an. Die Schriftrollen vom Toten Meer sind meines Wissens nach überhaupt noch nicht nach Deutsch übersetzt worden.</p>
<p>Wesentlich günstiger geht es, wenn man sich mit englischen Texten anfreunden kann. Die <a href="https://ccat.sas.upenn.edu/nets/edition/" target="_blank" rel="noopener">NETS</a> ist online kostenlos nutzbar. Die <a href="https://www.amazon.de/gp/product/0060600640/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0060600640&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=5f2d49069d383e2699b23a2a61ad26ec" target="_blank" rel="noopener">Dead Sea Scrolls Bible</a> ist zwar nicht kostenlos einsehbar, aber im Buchhandel für um die 20 Euro erhältlich.</p>
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		<title>Die Zerstörung von Sodom</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 00:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jordanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung von Sodom und Gomorra? Die Beweise verdichten sich jedoch, dass sich diese Katastrophe wirklich ereignet hat.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Die Zerstörung von Sodom" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/l3mhmdp4ol0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Schauen wir zuerst, was die Bibel sagt, wo sich Sodom befand, bevor wir in der zweiten Hälfte des Beitrags untersuchen, ob es an dieser stelle irgendwelche Belege gibt, die auf eine Katastrophe biblischen Ausmaßes hindeuten.</p>
<h2>Die Lokalisierung von Sodom</h2>
<p>Sodom wird normalerweise an der <a href="https://www.google.de/maps/place/Mount+Sodom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Südseite vom Toten Meer</a> lokalisiert, und einige Christen sind sehr dogmatisch mit dieser Sichtweise. Wer auf einer Israel-Tour gesagt bekommen hat, an der Stelle zu stehen, wo einst Sodom stand, hält natürlich gerne an dem Gedanken fest. Es gibt sogar eine Felsformation, die die Überreste von Lots Frau sein sollen, die ja bekanntlich zur Salzsäule erstarrte, weil sie auf Sodom zurückblickte. Dieser Fels besteht allerdings nicht aus Salz, sondern aus Fels.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-401 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg" alt="Lots Frau" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Die Traditionen um die Lage von Sodom bei Zohar am Südende vom Toten Meer beruhen auf Volksglauben. Am Nordendende in <a href="https://tallelhammam.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tall el-Hammam</a> schaut die Lage anders aus.</p>
<p>Seit 15 Jahren finden in Tall el-Hammam archäologische Ausgrabungen statt, und die Beweise verdichten sich, dass es sich bei Tall el-Hammam tatsächlich um Sodom handelt. Bei Google Maps steht sogar in Klammern und mit Fragezeichen <a href="https://www.google.de/maps/place/Tall+el-Hammam+(Sodom)%3F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Sodom&#8220;</a> dabei. Im Jahr 2007 gab es einen großen Artikel im Wall Street Journal, dass Sodom entdeckt worden wäre.</p>
<p>Nach der Veröffentlichung hagelte es Kritik von bibelkritischen Archäologen und anderen Forschern. Man könne doch nicht die Bibel verwenden, um Sodom zu lokalisieren!</p>
<p>Warum man bei archäologischer Forschung die Bibel angeblich nicht verwenden soll, darauf wird nicht eingegangen. Wenn gezielt religiöse Texte ausgeschlossen werden sollen, dann muss man nicht nur auf die Bibel verzichten, sondern auf jeden antiken Text aus dem Vorderen Orient, egal ob von den Sumerern, Ägyptern, Babyloniern, oder anderen Völkern. So gut wie jeder bekannte Text hat irgendeine religiöse Verbindung. Die Forderung auf die Bibel zu verzichten ist also nichts weiter als wieder einmal eine antibiblische Grundhaltung.</p>
<p>Steven Collins, der Ausgrabungsleiter gab die passende Antwort an die Kritiker.</p>
<blockquote><p>Kein verantwortungsbewusster Wissenschaftler, der im Heiligen Land gräbt, arbeitet ohne eine Kelle in der einen und eine Bibel in der anderen Hand!</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-402" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg" alt="Steven Collins und Gary Byers" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Sodom in der Bibel</h2>
<p>Aber was erfahren wir nun aus der Bibel über Sodom? Das allererste Mal genannt wird Sodom in Genesis10:19.</p>
<blockquote><p>So reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon nach Gerar hin bis Gaza, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojim hin bis Lescha.</p></blockquote>
<p>Das war kurz nach der Zeit Noahs, Sodom ist also eine sehr alte Stadt. Außerdem lag Sodom im Gebiet der Kanaaniter. Eine genauere geografische Eingrenzung, wo die Kanaaniter lebten, finden wir in Numeri 13:29.</p>
<blockquote><p>Die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.</p></blockquote>
<p>Damit wissen wir, dass auch Sodom entweder am Meer lag oder am Ufer des Jordan.</p>
<h2>Lot zieht gen Sodom</h2>
<p>Der wichtigste Text zur Lokalisierung von Sodom steht aber in Genesis 13:2-12.</p>
<blockquote><p>Abram aber war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. Und er zog weiter von Lagerplatz zu Lagerplatz, aus dem Südland bis nach Bet-El, bis zu der Stätte, an der zu Anfang sein Zelt gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, an die Stätte des Altars, den er früher dort errichtet hatte. Und dort rief Abram den Namen des HERRN an.</p>
<p>Auch Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe, Rinder und Zelte. Das Land aber ertrug es nicht, dass sie beieinander blieben, denn ihre Habe war so gross geworden, dass sie nicht beieinander bleiben konnten. So kam es zum Streit zwischen den Hirten der Herde Abrams und den Hirten der Herde Lots. Damals wohnten die Kanaaniter und Perissiter im Land. Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten, denn wir sind Brüder. Steht dir nicht das ganze Land offen? So trenne dich von mir! Gehst du nach links, so will ich nach rechts gehen; gehst du nach rechts, so will ich nach links gehen. Da blickte Lot auf und sah, dass die ganze Jordan-Ebene ein wasserreiches Land war. Bevor der HERR Sodom und Gomorra verdarb, war sie bis nach Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land Ägypten. Da wählte sich Lot die ganze Jordan-Ebene, und Lot brach nach Osten auf. So trennten sie sich: Abram liess sich im Land Kanaan nieder, und Lot liess sich in den Städten der Ebene nieder und zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.</p></blockquote>
<p>Es fällt auf, dass Sodom sowohl in Genesis 10 als auch in Genesis 13 immer als erstes genannt wird, Sodom und Gomorra und die anderen Städte der Jordan-Ebene. Sodom war also höchstwahrscheinlich die größte Stadt in der Jordan-Ebene.</p>
<h2>Die Jordan-Ebene, der Kikkar des Jordan</h2>
<p>Das hebräische Wort, das in allen Bibelübersetzungen mit &#8222;Ebene&#8220; übersetzt wird, heißt eigentlich gar nicht Ebene. Es gibt im Hebräischen mehrere Worte, um eine geografische Ebene zu beschreiben. &#8222;Kikkar&#8220; ist keines davon. Kikkar bezeichnet ursprünglich eine Scheibe im weitesten Sinne. Ein Talent war eine Gewichtseinheit von ca. 60 kg. Eine große Silberscheibe mit dem Gewicht von einem Talent bezeichnete man als &#8222;Kikkar&#8220;. Eine andere bedeutung für &#8222;Kikkar&#8220; ist &#8222;Fladenbrot&#8220;, wie es beis heute im Mittelmeerraum bekannt und beliebt ist, z.B. gefüllt mit Kebab-Fleisch als Döner oder Shawarma, oder belegt mit Zutaten als Pizza. Aber in der Antike war es ein Kikkar. So hieß es fast überall, in Israel, in Kanaan, in Ägypten, in Akkad, in Ugarit.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-403" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg" alt="Kikkar" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In Israel bezeichnet &#8222;Kikkar&#8220; heute auch einen Kreisverkehr. Die Form des Kikkar Tsina Dizengof in Tel Aviv einer großen Scheibe ist unverkennbar.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-405" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg" alt="Kikkar Tsina Dizengof" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Bibel bezeichnet das Wort Kikkar, wenn es in einem geografischen Zusammenhang benutzt wird, ausschließlich die Jordan-Ebene. Es ist keine generische Bezeichnung für eine geografische Ebene, sondern der Eigenname für genau diese eine Ebene.</p>
<h2>Wo liegt der Kikkar des Jordan?</h2>
<p>Aber wo liegt sie? Nach Genesis 10 entweder am Meer oder am Ufer des Jordan. Da der Kikkar auch &#8222;Kikkar des Jordan&#8220; genannt wird, kann man die Küste ausschließen. Der Kikkar liegt am Ufer des Jordan.</p>
<p>Zurück zu Genesis 13. Abraham und Lot befinden sich zwischen Bet-El und Ai, also im Hochland. Lot blickt von dort herab auf den Kikkar. Der Kikkar ist also sichtbar von Bet-El und Ai. Lot bemerkt, dass es ein wasserreiches Land ist. Dann verlässt Lot Abraham Richtung Osten, und erreicht Sodom.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-406 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg" alt="Karte vom Toten Meer" width="1024" height="551" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-300x161.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-768x413.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1536x827.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-2048x1102.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Außer man hält die Karte verkehrt herum, sieht man sofort, dass die traditionelle Lage von Sodom falsch sein muss. Der heute so genannte Mount Sodom ist nicht sichtbar von Bet-El und Ai, ist kein wasserreiches Land, liegt nicht östlich von Bet-El und Ai, und befindet noch nicht einmal am Ufer des Jordan. Außerdem weiß man heute, dass die antiken Städte dort bereits im Jahr 2500 v. Chr. verlassen waren, also Jahrhunderte vor Abraham.</p>
<p>Mit anderen Worten, es ist sehr offensichtlich, dass die Gegend von Mount Sodom <strong>nicht</strong> der richtige Ort ist. Der <strong>richtige</strong> Kikkar hingegen hat die Form einer Scheibe. Der Jordan und seine Nebenarme sorgen für eine gute Bewässerung. Er ist von Bet-El und Ai gut sichtbar. Der echte Kikkar liegt am Nordende vom Toten Meer, und Tall el-Hammam ist die größte archäologische Stätte in diesem Gebiet.</p>
<h2>Die Belege für die Katastrophe</h2>
<p>So weit so gut. Jetzt wissen wir, wo wir suchen müssen. Die größte antike Stadt im Kikkar ist schnell gefunden, Tall el-Hammam, bzw. das was sich unter Tall el-Hammam befindet, da längst alles verschüttet und mit Dreck bedeckt ist. Aber solange wir dort keine Belege für eine massive Katastrophe finden, ist nichts bewiesen, außer dass die Geografie der Sodom-Erzählung stimmt. Aber was wir in Tall El Hammam finden, ist sehr erstaunlich.</p>
<p>Jetzt kommt die Arbeit von Dr. Phil Silvia ins Spiel. Er ist Experte für Katastrophenarchäologie, kann also rekonstruieren, unter welchen Umständen antike Stätten zerstört oder vernichtet wurden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-407 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg" alt="Phillip Silvia" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Tunguska-Explosion</h2>
<p>Aber bevor uns die Details anschauen, richten wir unser Augenmerk auf den Ort Tunguska, in Sibirien im Jahr 1908.</p>
<p>Am 30. Juni 1908 kam es in Tunguska zu einer gewaltigen Explosion mit einer unglaublichen Zerstörungskraft. Man geht heute allgemein davon aus, dass ein Asteroid nicht eingeschlagen ist, sondern vor dem Einschlag über dem Wald bei Tunguska in der Atmosphäre explodiert ist.</p>
<p>Der Wald sah nach der Explosion so aus.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-408" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg" alt="Zerstörter Wald bei Tunguska" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber der sah nicht nur an der einen Stelle so aus, sondern in einem Radius von 30 bis 40 km. Es hat nicht nur die paar dutzend Bäume auf diesem Foto Foto umgehauen, sondern insgesamt 80 Millionen Bäume. Direkt um das Epizentrum der Explosion war in einem Radius von 10 bis 15 km alles pulverisiert und weggebrannt. Die Explosion entsprach etwa 15 Megatonnen TNT, und war damit 1000 Mal stärker als die Atombombe von Hiroshima. Die Tunguska-Explosion war die verheerendste Explosion eines Superboliden in der Neuzeit.</p>
<h2>Der Superbolide von Tscheljabinsk</h2>
<p>Die letzte große Explosion eines Superboliden geschah nur vor wenigen Jahren, am 2. Februar 2013 in Tscheljabinsk im Ural. Die Explosion war mit 500 Kilotonnen deutlich schwächer als die von Tunguska, und geschah etwa in 35 km Höhe. Die Schäden am Boden hielten sich dadurch in Grenzen. Die Schockwelle zerstörte trotzdem in einem Radius von 50 bis 100 km im Wesentlichen die Glasscheiben der Gebäude und Autos.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-409" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg" alt="Der Superbolide von Tscheljabinsk" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Zerstörung von Sodom</h2>
<p>In Tall el-Hammam gibt es zahlreiche archäologische Funde, die Belegen, dass dort eine Katastrophe geschehen sein muss, ähnlich einer Explosion eines Superboliden.</p>
<p>Aber bevor wir in die Details gehen, schauen wir noch darauf, was die Bibel in Genesis 19:23-28 über die Zersörung von Sodom und Gomorra berichtet.</p>
<blockquote><p>Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot nach Zoar gekommen war, liess der HERR Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom HERRN vom Himmel herab. Und er zerstörte diese Städte und die ganze Ebene, alle Bewohner der Städte und was auf der Erde wuchs. Lots Frau aber, hinter ihm, blickte zurück und wurde zu einer Salzsäule.</p>
<p>Früh am Morgen machte sich Abraham auf, an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet der Ebene. Er sah hin, sieh, da stieg Qualm von dem Land auf wie der Qualm von einem Schmelzofen.</p></blockquote>
<h2>Die Katastrophe von Tall el-Hammam</h2>
<p>Bis auf den Schwefel passt die Beschreibung im Text zu einer Bolidenexplosion. Das hebräische Wort kann aber sowohl Schwefel als auch Stein bedeuten. Der Text meint hier einfach brennende Steine, so genau das, was man bei einer Bolidenexplosion beobachtet.</p>
<p>Die Sache mit der Salzsäule ist auch noch ungeklärt, aber was mit Lots Frau genau passiert ist, das wird im weiteren Verlauf des Artikels noch klar.</p>
<p>Die Überreste einer antiken Stadt muss man sich so vorstellen, dass sie in Schichten gelagert ist. Wie bei geologischen Gesteinsschichten, wo die ältesten Ablagerungen ganz unten sind, und neuere Ablagerungen weiter oben, findet man bei Ausgrabungen die neuesten Straßen und Gebäude oben und die ältesten unten. In der Antike hat man eine neue Stadt immer einfach auf den Überresten der Stadt gebaut, die vorher dastand.</p>
<p>Bei einer Ausgrabung wird dann schichtweise abgetragen und dokumentiert, was gefunden wurde. In Tall el-Hammam ist man nach 15 Jahren Ausgrabung schon sehr weit vorgedrungen. Außerdem wurde vom Militär einst eine Schneise durch den Hügel gezogen, so dass man an der Stelle schon mal eine &#8222;Vorschau&#8220; erhält, was noch kommt, und welche Schichten einen noch erwarten.</p>
<h2>Zerstörung von Südwesten nach Nordosten</h2>
<p>Die Schicht aus der Bronzezeit deutet auf eine verheerende Katastrophe hin. Diese Schicht ist auf das Jahr 1700 v. Chr. datiert. Wann immer in dieser Schicht Tonscherben gefunden wurden, befanden sie sich in den entsprechenden Gebäuden an der nordöstlichen Wand. Mühlsteine wurden in nordöstliche Richtung umgestoßen. Mauern aus Ziegelsteinen sind in nordöstliche Richtung eingestürzt.</p>
<p>Es wurden auch einige Pötte entdeckt, die nicht zerschmettert wurden. Deren Inhalt, Weizen zum Beispiel, war immer verkohlt. Holzstücke aus der Schicht sind ebenso alle verkohlt.</p>
<h2>Geschmolzene Steine</h2>
<p>Viele der Tonscherben, Ziegelsteine und Felsstücke aus der Schicht sind sogar <a href="https://www.researchgate.net/publication/329755765_The_37kaBP_Middle_Ghor_Event_Catastrophic_Termination_of_a_Bronze_Age_Civilization" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeschmolzen</a>. Vitrifizierung war in der Bronzezeit gänzlich unbekannt, daher kann man ausschließen, dass die Bewohner von Tall el-Hammam die Gegenstände absichtlich angeschmolzen haben. Auf Grund der Dicke der entstandenen Glasschichten auf den Stücken und des jeweiligen Materials hat Dr. Silvia errechnet, dass diese nur für wenige Sekunden einer Temperatur von mindestens 2000°C ausgesetzt waren. Sogar Anteile von Zirkonia und Gips sind geschmolzen, was nur bei extrem hohen Temperaturen geschieht.</p>
<p>Angeschmolzene Stücke findet man nicht nur in Tall el-Hammam, sondern auch in den umliegenden Ausgrabungsstätten.</p>
<h2>Die Lücke in der späten Bronzezeit</h2>
<p>Die nächste Besonderheit ist die Schicht direkt über der Bronzezeit. In solch einer wasserreichen und fruchtbaren Ebene sollte man davon ausgehen, dass die Gegend nach der Katastrophe schnell wieder besiedelt wird, und die Städte neu aufgebaut werden. Das ist nicht passiert. Das ist für eine sehr lange Zeit nicht passiert, nicht nur in Tall el-Hammam, sondern in den ganzen anderen umliegenden Städten auch.</p>
<p>Nach der Katastrophe folgt eine Lücke von 700 Jahren. Während dieser Zeit wurde keine der Städte im Kikkar wiederaufgebaut. Die nächste Schicht stammt erst wieder aus der Eisenzeit, um das Jahr 1000, also ungefähr zu Lebzeiten von König David.</p>
<h2>Verseuchung durch Salz aus dem Toten Meer</h2>
<p>Warum das so passiert ist, das haben Untersuchungen von Bodenproben ergeben. So wie die Schichten von der Stadt abgetragen wurden, hat man in der Umgebung auch etwas vom Boden abgetragen, und die jeweiligen Proben analysiert. In den Proben aus der Bronzezeit hat man einen so hohen Salzgehalt festgestellt, so dass so gut wie keine Pflanzen dort mehr wachsen konnten, und Landwirtschaft unmöglich war. Der Kikkar war für 700 Jahre keine fruchtbare Landschaft mehr, sondern eine Salzwüste. Die Zusammensetzung des Salzes entspricht dem Salz im Toten Meer.</p>
<p>Die These von Dr. Silvia ist die, dass sich ein Superbolide aus Richtung des Toten Meeres auf den Kikkar zubewegte, und mit einer Sprengkraft von etwa 10 Megatonnen direkt über dem Toten Meer explodierte. Die Schockwelle hat dann, zusammen mit den Trümmern des Boliden und einer großen Menge verdampfter Sole aus dem Toten Meer, den Kikkar getroffen, und Tall el-Hammam sowie die umliegenden Städte verwüstet.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Zusammenfassend passt also der Ort. Tall el-Hammam befindet sich an dem Ort, wo die Bibel sagt, dass sich dort Sodom befand. Die Katastrophe fand zur Zeit Abrahams statt, etwa 1700 v. Chr. Und das Bild der Zerstörung entspricht dem, was die Bibel beschreibt: Feuer und Steine. Hinzu kommt das Salz. Eine Person, die von dieser Schockwelle erwischt wird, ist danach sicherlich mit einer Salzschicht überzogen, und wird zur Salzsäule. Das ist das, was mit Lots Frau passiert ist. Alle Daten und Funde sprechen dafür, dass Tall el-Hammam das biblische Sodom ist.</p>
<h2>Die Lebenserwartung der Erzväter</h2>
<p>Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es noch, warum einige konservative evangelikale Christen die These ablehnen. In jeder konservativen biblischen Chronologie steht, dass die Zerstörung von Sodom um das Jahr 1850 v. Chr. datiert ist, und nicht auf 1700.</p>
<p>Wenn man die Lebensspanne der Erzväter, die in der Bibel genannt werden, also Abraham 175 Jahre, Isaak 180 Jahre, Jakob 147 Jahre und Josef 110 Jahre, wortwörtlich als Dezimalzahlen mit Jahren zu je 365 Tagen versteht, dann kommt man auf ein Datum der Zerstörung Sodoms um das Jahr 1850.</p>
<p>Aber wenn man davon ausgeht, dass die Erzväter ganz normale Lebensspannen hatten, von etwa 50 bis 60 Jahren, also wie die Menschen in der Bronzezeit normalerweise lebten, dann verschiebt sich das Datum der Zerstörung Sodoms auf etwa 1700.</p>
<p>Aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Erzväter keine Supermenschen waren, die knapp 200 Jahre alt wurden. Ein paar Generationen vorher sind sogar Lebensspannen von mehreren hundert Jahren überliefert. Methusalem soll fast 1000 Jahre alt geworden sein. Aber keiner von denen war ein Supermensch. Sie hatten alle ganz normale Lebensspannen. Diese großen Lebensspannen von hundert oder hunderten von Jahren sind symbolisch. Dazu gibt es demnächst einen separaten Artikel. Solche Überlegungen können für manch einen sicherlich wie ein rotes Tuch wirken. Aber wenn die Bibel an manchen Stellen symbolische Sprache verwendet, dann heißt das noch lange nicht, dass gesamte Passage nur ein Mythos oder eine Legende ist. Mehr dazu später.</p>
<p>Quellen: <a href="https://trinitysouthwest.com/product/the-destruction-of-sodom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Destrcution of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B008J2BQTA/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B008J2BQTA&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=9281d56bc4e5fd2d37b7909080841e9c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Discovering the City of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B07Y63JGJN/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07Y63JGJN&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=0cfa80d2336e78b2ef3b9676db1014f6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvest Handbook of Bible Lands</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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