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	<title>Geschichte Archive - Auferstanden!</title>
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	<description>Beweise für die Auferstehung, und andere Gründe, warum der christliche Glaube wahr ist.</description>
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	<title>Geschichte Archive - Auferstanden!</title>
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		<title>Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 2021 21:16:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Chronologie]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem der letzten Videos hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem der <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">letzten Videos</a> hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig geblieben, weil er ein eigenes Video bzw. einen eigenen Beitrag benötigt.</p>
<div class="video-container"><iframe title="Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/LiKZWBhnEX4?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>In den Kommentaren kamen dann Bemerkungen, ich würde Gott einen Lügner nennen, oder ich würde atheistische Sichtweisen annehmen.</p>
<h2>Nicht die einzige göttliche Offenbarung</h2>
<p>Es geht hier nicht darum, irgendwelche Sichtweisen anzunehmen oder zu propagieren, sondern darum, die Wahrheit auszubuddeln. Gott hat uns nicht nur ein Buch gegeben, sondern zwei Bücher. Beide beinhalten gleichermaßen Wahrheit. Das erste Buch ist natürlich die Bibel. Das zweite Buch ist die Schöpfung. Was wir in der Schöpfung finden, das ist gleichermaßen Wahrheit, wie wir sie in der Bibel finden. Beides ist Wahrheit, die von Gott kommt. Wenn die Aussagen der beiden Bücher nicht übereinstimmen, dann muss man in <strong><em>beiden</em></strong> Büchern suchen, ob man evtl. etwas falsch verstanden hat.</p>
<p>Das Verständnisproblem kann dann auch im Verständnis der Bibel liegen. Die Bibel wurde für uns geschrieben, aber nicht an uns. Das Buch Genesis, das von den Lebensspannen der Erzväter berichtet, wurde an semitische Nomaden in der Bronzezeit geschrieben. Was sie verstehen, wenn sie die Erzählungen hören, ist allein ausschlaggebend, wie diese Textstellen zu verstehen sind, und nicht, wie wir sie heute verstehen. Ein wörtliches Verständnis des Textes ist das Verständnis, das die ursprünglichen Empfänger hatten, und nicht unsere eigene Interpretation der Worte.</p>
<h2>Ein modernes Beispiel: Hotelzimmer</h2>
<p>Nehmen wir als Beispiel eine moderne Version solcher Missverständnisse. Oder vielmehr, warum es nicht zu Missverständnissen kommt, weil wir intuitiv verstehen, dass die Zahlen nicht wörtlich zu nehmen sind. Wenn Du in einem Hotel eincheckst, und bekommst das Zimmer 807, heißt das dann, dass das Hotel mindestens 807 Zimmer hat? Natürlich nicht. Wir wissen alle, wie die Nummerierung von Hotelzimmern funktioniert. Intuitiv wissen wir also, dass das Hotel höchstwahrscheinlich deutlich weniger Zimmer als 807 besitzt.</p>
<p>Untersuchen wir also, welche sowohl biblischen als auch außerbiblischen Belege es gibt, die auf eine kurze Lebensspanne der Patriarchen hinweisen.</p>
<p>Die in diesem Beitrag genannten Belege stammen fast alle von <a href="https://trinitysouthwest.academia.edu/CraigOlson" target="_blank" rel="noopener">Dr. Craig Olson</a> von der Trinity Southwest University in Albuquerque, New Mexico. Seine Erkenntnisse verbreiten sich leider nur langsam, weil dadurch eine Lehre widerlegt wird, die konservative Evangelikale für viele Generationen für wahr hielten. Aber Wahrheit misst sich nicht daran, was generationenlang gelehrt wurde, sondern daran, was mit der Realität übereinstimmt.</p>
<h2>Lebten Noah und Abraham zur gleichen Zeit?</h2>
<p>Wenn man die Lebensspannen der Erzväter alle in ein Diagramm einträgt, dann sehen also enorme Überschneidungen der Lebenszeiten. In Abrahams jungen Jahren wäre sogar noch Noah am Leben gewesen, also sein Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-urgroßvater, und alle Generationen dazwischen auch. Wir würden also erwarten, dass wir im Text zumindest ein paar Beispiele finden, dass diese Erzväter auch über Generationen hinaus Kontakt haben. Aber genau das finden wir in der Bibel nicht. Die einzige Aufzeichnung, dass Kontakte über zwei Generationen bestanden ist, wenn Jakob als alter Mann die Söhne von Josef segnet. Ansonsten haben wir nichts im Buch Genesis, dass ein Großvater mit seinen Enkeln zusammengetroffen ist, geschweige denn mit einem Nachfahren über 12 Generationen.</p>
<p>Ein weiteres Problem ergibt sich damit, dass in einem Patriarchat die wichtigste Person in einem Clan immer der Patriarch ist. Wenn die 11 Generationen vor Abraham noch am Leben sind, dann ist Abraham kein Patriarch. Dann ist Noah der Patriarch. Und dann würde sich das gesamte Geschehen um Noah drehen, und nicht um Abraham. Für den würde sich keiner interessieren, und über den hätte niemand etwas aufgeschrieben.</p>
<p>Das sind also schon die ersten Anzeichen dafür, dass die Lebensspannen symbolisch zu betrachten sind, und nicht als Dezimalzahlen, die die Anzahl der Geburtstage angeben, die die Patriarchen gefeiert haben.</p>
<p>Ich nehme hier auch nicht die Position der liberalen Theologie ein, die sagt, dass die Erzväter alle nie wirklich existiert haben, und es sich nur um Legenden handelt.</p>
<h2>Ein historischer Synchronismus</h2>
<p>Meine Position ist die, dass symbolische Lebensspannen ein historischer Synchronismus sind, die die Authentizität des Textes bestätigen. Historische Synchronismen sind das Gegenteil von Anachronismen. Es sind einzelne Elemente im Text, die sich einer spezifischen Kultur in einer spezifischen Zeit zuordnen lassen. Und die Verwendung von symbolischen Lebensspannen ist ein Phänomen, das genau im Vorderen Orient in der mittleren und späten Bronzezeit auftritt.</p>
<p>Aber bevor wir zu den außerbiblischen Dokumenten aus der Bronzezeit kommen, die dies bestätigen, betrachten wir zuerst weitaus grundlegendere Belege, nämlich die Skelette von bronzezeitlichen Bewohnern des Vorderen Orients und von Mesopotamien.</p>
<h2>Belege aus der Archäologie</h2>
<p>Anhand der Abnutzung von Zähnen und Knochen kann man nämlich feststellen, wie alt die Person zum Todeszeitpunkt war, zu der das Skelett gehört. Daher wissen wir, dass das durchschnittliche Alter dieser Bewohner bei rund 40 Jahren lag. Da sind auch nicht nur zwei oder drei Skelette ausgewertet worden, sondern hunderte.</p>
<p>Da die Bibel sehr konstant ist mit den Angaben von so hohen Lebensspannen, müsste man erwarten, zumindest einige Belege zu finden, die dies bestätigen. Gibt es aber nicht. Im Gegenteil, alle menschlichen Überreste dieser Zeit, die man findet, weisen darauf hin, dass die Bewohner des Vorderen Orients sehr kurze Lebensspannen hatten.</p>
<h2>Inkompatibilität mit anerkannter Chronologie</h2>
<p>Weiterhin gibt es Probleme, wenn man die Lebensspannen als wörtliche Dezimalzahlen wertet, eine Chronologie daraus erstellt, und dann versucht, diese Chronologie mit anderen Chronologien des Vorderen Orients zu synchronisieren. Die Zeit der Patriarchen wird so nämlich in die frühe Bronzezeit zurückgedrückt. Von der Geburt Abrahams bis zum Tod Josefs wäre dann die Zeit von 2166 bis 1806 v. Chr. Damit ergeben sich viele Probleme, und ich will hier nur die drei gravierendsten anschneiden.</p>
<ol>
<li>In der frühen Bronzezeit war in Ägypten der Sitz des Pharaos nicht im Nil-Delta, sondern in Memphis in Oberägypten. Abrahams Reise nach Ägypten wäre also kaum möglich gewesen.</li>
<li>Genesis 14 beschreibt einen Krieg zwischen diversen Königen gegen Sodom, Gomorrha, und die Städte der Ebene. In der frühen Bronzezeit waren jedoch alle diese Städte vereint unter dem König von Ur. Sie gehörten zum selben Königreich. Warum sollten sie Krieg gegeneinander führen?</li>
<li>Viele Städte der Abraham-Erzählung existierten noch gar nicht in der frühen Bronzezeit. Diese Siedlungen sind erst in der mittleren Bronzezeit entstanden. Dazu zählen beispielsweise Bet-El und Ai, Gerar, Hebron, Beerscheba und Salem, die Heimat des Priesterkönigs Melchisedek.</li>
</ol>
<p>Die Chronologie wäre also nicht nur inkompatibel mit ein paar wenigen archäologischen Funden, sondern mit fast allen.</p>
<h2>Andere bronzezeitliche Dokumente</h2>
<p>Kommen wir aber nun zum historischen Synchronismus. Der bekannteste bronzezeitliche Stammbaum außerhalb der Bibel ist die sumerische Königsliste. Die Könige in dieser Liste haben alle eine Lebensspanne zwischen mehreren hundert Jahren und mehreren zehntausend Jahren. Aber niemand bezweifelt, dass diese Könige wirklich gelebt und regiert haben. In der Turiner Königsliste, die die Ahnentafel der ägyptischen Pharaonen enthält, stehen ebenfalls symbolische Lebensspannen, ebenso wie in der Liste der Herrscher von Lagas.</p>
<p>In der Turiner Königsliste fällt auf, dass die ideale Lebensspanne eines ägyptischen Herrschers mit 110 Jahren angegeben wird. Dies ist ein weiterer historischer Synchronismus, da die Bibel für Josef als ägyptischer Wesir auch eine Lebensspanne von 110 Jahren angibt. Josua, als der letzte Anführer der Israeliten, der noch in Ägypten geboren war, hat ebenfalls eine Lebensspanne von 110 Jahren. Auch diese beiden sind ganz klar symbolisch, um den Bezug zu Ägypten herzustellen.</p>
<p>Eine symbolische Betrachtung der Lebensspannen schwächt damit keinesfalls die Zuverlässigkeit und Authentizität der Genesis- und Exodus-Erzählungen. Ganz im Gegenteil. Durch eine symbolische Betrachtung lassen sich diese Texte ganz klar in der mittleren bis späten Bronzezeit positionieren, und die Ereignisse in der Zeitspanne von Josef bis Josua sogar nach Ägypten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2021 17:42:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Noah]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im Bibelmuseum. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im <a href="https://www.uni-muenster.de/Bibelmuseum/" target="_blank" rel="noopener">Bibelmuseum</a>. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über Textkritik. Stattdessen gab es eine Sonderausstellung über Wasser in der Bibel, und ein großer Teil davon ging über Noahs Flut. Ist also Noahs Flut wissenschaftlich gesehen möglich?</p>
<div class="video-container"><iframe title="Noahs Flut: Wissenschaftlich widerlegt!?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/7AiGGtz3ySk?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Der nette Museumsführer hat extra noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei der biblischen Fluterzählung lediglich um ein Nachfolgewerk des Gilgamesch-Epos handelt, und dass alle Versuche, die Flut wissenschaftlich zu erklären, auf die eine oder andere Art gescheitert sind. Herausforderung akzeptiert!</p>
<h2>Eine globale Flut?</h2>
<p>Stellt Euch also vor, dass es nicht nur einen Tag regnet, sondern dass 40 Tage hintereinander ein Niederschlag von 20 Zentimetern runterprasselt. Das sind dann flächendeckend 8 Meter Niederschlag. Und das soll die höchsten Berge der Welt bedeckt haben… Hatte der Museumsführer eventuell doch Recht? Schauen wir in den Text.</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über die Erde. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über der Erde schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf der Erde, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf der Erde, so dass alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Berge bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf der Erde regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf der Erde wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Erdboden waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von der Erde weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf der Erde, hundertfünfzig Tage lang. (Genesis 7,11-24)</p></blockquote>
<p>Fünfzehn Ellen über den höchsten Bergen, also über Mount Everest, das ist die Behauptung. Also 8848 Meter plus ca. 7,50 Meter über die ganze Erde.</p>
<h2>Lebensspanne der Erzväter</h2>
<p>Zuvor noch eine ganz kurze Bemerkung zu Noahs Lebensspanne. Da steht, dass Noah 600 Jahre alt war. Die Lebensspannen der Erzväter werde ich in einem späteren Beitrag genauer unter die Lupe nehmen. Aber eines schon mal vorweg: man muss den Text nicht einmal uminterpretieren um zu erkennen, dass Noah eine ganz normale Lebensspanne hatte, wie jeder andere Mensch auch. Was es zu ergründen gilt ist, was ein bronzezeitlicher Bewohner von Mesopotamien versteht, wenn er eine Erzählung hört über einen 600 Jahre alten Mann. Der Bewohner von Mesopotamien bekommt dann nämlich nicht die Idee, dass die Erzählung über jemanden geht, der 600 Geburtstage hinter sich hat. Und das lässt sich durch archäologische Funde belegen.</p>
<p>Ich spare mir mal auszurechnen, welche Menge Wasser nötig wäre, um die Erde bis 8855,5 Meter mit Wasser zu befüllen. Es sollte klar sein, dass eine wissenschaftliche Betrachtung von dieser These keinen Sinn macht.</p>
<h2>Oder eine lokale Flut?</h2>
<p>Der Schlüssel liegt vielmehr in zwei hebräischen Wörtern. Zum einen das Wort &#8222;Eretz&#8220;. Die Israelis nennen bis heute ihr Land &#8222;Eretz Yisrael&#8220;. Das Land Israel. Überall im Text, wo das Wort &#8222;Eretz&#8220; steht, ist es aber im Deutschen mit &#8222;Erde&#8220; übersetzt.</p>
<p>Im Althebräischen gibt es nur sehr wenige Wörter, weniger als 9000 insgesamt. Jedes Wort hat mehrere Bedeutungen, und meist kann man aus dem Kontext erschließen, welche Bedeutung die richtige ist. In unserem Noah-Text ist das aber nicht sofort klar. Ist es das Land, oder die ganze Erde, die überflutet wurde?</p>
<p>Schauen wir ein zweites Wort an: &#8222;Har&#8220;. Das bedeutet Berg oder Hügel. In der Offenbarung ist von Harmageddon oder Armageddon die Rede, wo in der Endzeit der Antichrist in der letzten großen Schlacht geschlagen wird. Und das ist nicht in Megiddo, was oft behauptet wird. Megiddo ist eine Ebene zwischen Galiläa und Samaria, aber Har-Mageddon ist ein Berg oder ein Hügel.</p>
<p>Das Wort &#8222;Har&#8220; ist im Noah-Text durchgängig mit Berg übersetzt, und nicht mit Hügel. Schauen wir den Text noch einmal an, jeweils mit der zweiten Bedeutung der beiden Wörter:</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf das Land, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf dem Land regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über das Land. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über dem Land schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf dem Land, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf dem Land, so dass alle hohen Hügel, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Hügel bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf dem Land regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf dem Land wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Boden des Landes waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von dem Land weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf dem Land, hundertfünfzig Tage lang.</p></blockquote>
<p>Das hört sich schon gleich ganz anders an. Dass in Mesopotamien nach 40 Tagen Dauerregen alle Hügel im Land unter Wasser lagen, das ist komplett im Bereich des Möglichen. Die Erzählung ist aus der Perspektive von Noah übermittelt. Wenn er in alle Richtungen nichts als Wasser sah, dann macht die Aussage Sinn, dass das ganze Land, und alle Hügel unter dem ganzen Himmel unter Wasser lagen, soweit Noah halt blicken konnte.</p>
<h2>Einspruch: Aber die Arche ist auf dem Berg Ararat gelandet</h2>
<p>Das ist höher als die höchsten Hügel in Mesopotamien.</p>
<p>Haltet Euch bereit für einen Mandela-Effekt. Die Arche ist nicht auf dem Berg Ararat gelandet.</p>
<blockquote><p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. (Genesis 8,4)</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-535" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png" alt="Berg Ararat" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. Auf dem Gebirge, nicht auf dem Berg. Der Berg Ararat ist lediglich der höchste Berg in diesem Gebirge.</p>
<p>Außerdem handelt es sich bei den Mose-Büchern um frühe bronzezeitliche Texte. Ob das heutige Gebirge Ararat in der Türkei damals schon so hieß, oder ob es irgendwann in den letzten 4000 Jahren nach dem Gebirge in der Flut-Erzählung so benannt wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise hieß in der Bronzezeit eine ganz andere Hügellandschaft in Mesopotamien Ararat. Genauere geographische Details, die uns ermöglichen, das Gebirge Ararat zu identifizieren, gibt der Text jedenfalls nicht her.</p>
<p>Und auch der angebliche Fund der Arche auf dem Berg Ararat ist nichts als eine Felsformation, die grob die Form eines Schiffes hat.</p>
<h2>Lokale Flut in Mesopotamien</h2>
<p>In Mesopotamien sind allerdings archäologische Funde gemacht worden, die eine massive Flut belegen. Die Schlammschicht, die an vielen Stellen in Mesopotamien entdeckt wurde, hat eine Dicke von 2,5 Metern. Ob das die Schlammschicht von Noahs Flut ist, oder von einer späteren unabhängigen Flut, lässt sich nicht genau klären. Das hängt damit zusammen, dass sich die Datierung der Flut als notorisch schwierig erweist. Es ist nämlich nicht damit getan, einfach die Lebensspannen der Erzväter aufzuaddieren. Zum einen waren die Lebensspannen eben nicht mehrere hundert Jahre, aber andererseits sind die frühen Stammbäume sehr stark zusammengestaucht, und beinhalten nur eine ganz kleine Auswahl von Stammvätern, z.B. diejenigen, die ein Volk gegründet haben. Denn sonst würde man, wenn man alles zusammenzählt, auf ein Datum von ca. 4000 v. Chr. Für die Erschaffung von Adam kommen, also eine Zeit, zu der sich die Menschen schon überall auf der Erde verteilt hatten.</p>
<p>Die hebräischen Texte lassen sich jedenfalls auch so übersetzen, dass nicht jeweils ein Vater einen Sohn zeugt, sondern ein Volk ein anderes Volk hervorbringt. Das sind wieder die unterschiedlichen Bedeutungen, die die einzelnen althebräischen Wörter haben.</p>
<h2>Datierung der Flut</h2>
<p>Aus dem Kontext wissen wir jedoch, dass die Flut alle Menschen bis auf die acht in der Arche tötete. Gott rettete ganz explizit nur Noah und seine Familie. Das heißt, die Flut muss stattgefunden haben, bevor die Menschheit begann, sich über die gesamte Erde zu verbreiten, als alle auf einem Knubbel hockten. Ganz grob zwischen 40000 und 85000 Jahren könnte man die Flut datieren.</p>
<p>Ein ganz gewaltiges Indiz dafür, dass diese Flut tatsächlich geschah, sind die Fluterzählungen, die es in nahezu jeder Kultur gibt. Manchmal hört man die Begründung, weil es global Fluterzählungen und Mythen gibt, muss auch die Flut global gewesen sein. Aber ich argumentiere hier ja für eine lokale Flut. Aber wenn man drüber nachdenkt, dann sind die globalen Erzählungen ein Indiz für eine lokale Flut. Wenn die Menschen nach der Flut diese Erzählung in ihre jeweilige Kultur übernahmen, während sie die Erde besiedelten, dann ist es erklärbar, dass es praktisch überall diese Erzählung gibt, mit kleineren oder größeren Abweichungen.</p>
<blockquote>
<h2>Einspruch: Überflutungen geschehen weltweit immer mal wieder</h2>
</blockquote>
<p>Diese ganzen Fluterzählungen sind unabhängig voneinander, und beschreiben separate Ereignisse in den jeweiligen Kulturen.</p>
<p>Das ist der häufigste Einspruch gegen das Indiz der globalen Fluterzählungen. Aber betrachtet es mal so: Flutkatastrophen geschehen überall immer mal wieder. Erdbeben geschehen überall immer mal wieder. Sonnenfinsternisse geschehen überall immer mal wieder. Vulkanausbrüche auch, und Dürren auch, und jede andere Naturkatastrophe und jedes andere Naturereignis auch. Wir haben etwa 200 Fluterzählungen überall in der ganzen Welt verstreut. Die meisten von denen beschreiben eine Gottheit, die die Flut als Strafe bringt, und die meisten beschreiben ein Schiff, durch das die Menschheit vor dem Aussterben bewahrt wird.</p>
<p>Wo sind die 200 Erdbeben-Erzählungen? Wo sind die 200 Vulkanausbruch-Erzählungen, oder Sonnenfinsternis-Erzählungen, die alle solche klaren Parallelen aufweisen? Es gibt sie nicht. Nur für die Flut gibt es das.</p>
<h2>Welche Fluterzählung ist original?</h2>
<p>Aber woher wissen wir, dass die biblische Flutgeschichte die richtige ist, und andere nicht, wie z.B. das Gilgamesch-Epos? Es sollte klar sein, dass wir für eine Erzählung, die vor mindestens 40000 Jahren stattfand, keine felsenfesten Beweise oder Belege auftreiben können. Aber ein paar Indizien gibt es schon. Fangen wir mit der Behauptung unseres Museumsführers an, dass das Gilgamesch-Epos älter ist, und daher eine Erzähl-Vorlage zur biblischen Fluterzählung darstellt.</p>
<p>Das Gilgamesch-Epos ist super alt, datiert auf 2100 v. Chr. Es ist das älteste literarische Werk, welches uns erhalten ist. Wenn es das älteste Werk ist, wie kann es also nicht den Urspruch der Fluterzählung aus der Bibel bilden? Ganz einfach: Tafel XI, die die Fluterzählung enthält, wurde ca. im 7. Jahrhundert zu dem Epos hinzugefügt. Bei allen älteren Funden fehlt diese Tafel.</p>
<p>Wir müssen also nur noch zeigen, dass die Mose-Bücher älter sind als 700 v. Chr., und die Behauptung ist widerlegt. Dies ist im Beitrag &#8222;10 archäologische Funde, die das Alte Testament belegen&#8220; geschehen.</p>
<h2>Probleme mit dem Gilgamesch-Epos</h2>
<p>Außerdem schauen wir uns mal die Maße der Arche von Gilgamesch an. Es ist angegeben, dass die Länge, Breite und Höhe exakt gleich sind. Die Arche von Gilgamesch ist also ein perfekter Kubus, und damit absolut nicht seetauglich. Die Maße von Noahs Arche beschreiben hingegen eine Kastenform. Viele Konstrukteure von Schiffen haben sich damit beschäftigt, und es besteht Konsens, dass die Maße wie in der Bibel angegeben ein in hohem Maße seetaugliches Schiff beschreiben.</p>
<p>Wenn die Fluterzählung wahr ist &#8211; und die Masse an verschiedenen Erzählungen lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu, dann muss die ursprüngliche Erzählung notwendigerweise die korrekten Maße für das Schiff angeben. Eine Erzählung andererseits mit einem Kubus, der bei der ersten Welle zerbrechen würde, kann nicht die Ursprungerzählung sein. Ein Schiff, das nicht absolut seetauglich ist, hätte die Sintflut damals nicht überstanden. Und die biblische Erzählung ist die einzige, die diese Anforderung erfüllt, und damit der einzige Kandidat für die Ursprungserzählung.</p>
<p>Ich hoffe diese Ausführungen waren hilfreich. Die Fluterzählung ist ja eine der Geschichten, die für viele die Bibel unglaubwürdig macht, oder so manchen Christen sogar zum Zweifeln bringt. Ich hoffe, ich konnte zeigen, wenn man das Ereignis als lokale Flut versteht, dass das die Grundlage für alle Zweifel entzieht.</p>
<p>Oder andersherum: Wenn es vor 40000 bis 85000 Jahren eine lokale Flut in Mesopotamien gab, die alle Menschen bis auf acht tötete, was würden wir erwarten heute noch zu finden? Doch genau das, was wir haben: eine komplett glaubwürdige Überlieferung in Gottes inspiriertem Wort, sowie abweichende, teilweise unglaubwürdige Mythen in zahlreichen anderen Kulturen. Und den einen oder anderen archäologischen Nachweis, dass es in Mesopotamien zu so einer massiven Überflutung kam.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/1576832309/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1576832309&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=f85c0b3a78b0c1b19b2ff2bf82bc766e" target="_blank" rel="noopener">Hugh Ross, The Genesis Question</a> u.a.</p>
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		<title>Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/</link>
					<comments>https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 11:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Textkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann. In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann.</p>
<blockquote><p>In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbbesitz gibt, sollst du nichts am Leben lassen, was Atem hat, sondern du sollst sie der Vernichtung weihen, die Hetiter und die Amoriter und die Kanaaniter und die Peressiter und die Chiwwiter und die Jebusiter, wie es dir der HERR, dein Gott, geboten hat. (Deuteronomium 20:16-17)</p></blockquote>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Tötet alle Babys!" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/O82TOoz6QmU?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Oder noch expliziter:</p>
<blockquote><p>So spricht der HERR der Heerscharen: Ich ahnde, was Amalek Israel angetan hat: dass es ihm in den Weg trat, als es aus Ägypten heraufzog. Nun geh und schlage Amalek. Und alles, was ihm gehört, sollt ihr der Vernichtung weihen, und nichts sollst du verschonen, sondern du sollst Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel töten. (1. Samuel 15:2-3)</p></blockquote>
<p>Im weiteren Verlauf werde ich die ganzen Völker gesammelt als Kanaaniter bezeichnen, weil das die Sätze erheblich kürzer macht.</p>
<p>Wenn man den historischen Kontext nicht kennt, dann sind diese Texte nur schwer verdaulich.</p>
<h2>Genozid im Alten Testament. Ist Gott ein moralisches Monster?</h2>
<p>Atheisten nehmen solche Texte oft als Grundlage dafür zu behaupten, dass der christliche Gott ein moralisches Monster ist, und der liebende christliche Gott daher nicht existieren kann.</p>
<p>Die Atheisten haben jedoch ein Problem. Woher kommen die ethischen und moralischen Regeln, nach denen sie Gott verurteilen? Wenn sich die Atheisten auf objektive Moral berufen, dann benötigt diese objektive Moral einen Ursprung. Die Atheisten benötigen einen moralischen Gesetzgeber, der bestimmt, dass solches Handeln moralisch verwerflich ist. Ohne moralischen Gesetzgeber ist es nichts weiter als die persönliche Meinung oder Vorliebe des Atheisten, und nicht mehr oder weniger wert als die gegensätzliche Meinung von jemand anders. Dies habe ich bereits im Beitrag zum <a href="https://www.auferstanden.org/2020/03/26/der-moralische-gottesbeweis/">moralischen Gottesbeweis</a> genauer erläutert.</p>
<p>Säkulare Humanisten haben ein noch größeres Problem. Wenn es Gott nicht gibt, wer hat dann die Taten angeordnet, die in ihren Augen grausam und unentschuldbar sind? Wenn es Gott nicht gibt, dann waren das Menschen, die sich aber nach Ansicht des säkularen Humanismus von Natur aus gut und ethisch verhalten. Schachmatt, säkularer Humanismus!</p>
<p>Um diese Texte zu verstehen und zu interpretieren, müssen wir also davon ausgehen, dass der christliche Gott existiert. Ansonsten laufen wir direkt in die gerade beschriebene Problematik.</p>
<h2>Gott darf Leben nehmen</h2>
<p>Aber wenn Gott existiert, dann hat er auch das Recht, Leben zu nehmen. Das sechste Gebot lautet: &#8222;Du sollst nicht töten.&#8220; (Exodus 20:13) Aber das gilt nicht für Gott selbst. Warum nicht? Das sechste Gebot gilt nur für Menschen, weil kein Mensch einem anderen Menschen das Leben gegeben hat, und daher kein Recht hat, es ihm zu nehmen. Aber Gott hat allen Menschen das Leben gegeben, und er kann jederzeit beschließen, das Leben, egal von wem, zu beenden.</p>
<p>Und in der Tat nimmt Gott jedem Menschen irgendwann sein Leben wieder, sei es aus Altersschwäche, Krankheit, Unfall, Naturkatastrophe oder durch ein Tötungsdelikt. Jeder Tod ist letztendlich darauf zurückzuführen, dass Gott das Leben eines Menschen beendet, auf welche Art und Weise auch immer.</p>
<p>Wenn wir davon ausgehen, dass der Tod durch das Strafgericht Gottes irgendwie schlimmer ist als Tod durch Altersschwäche, und nicht vereinbar mit einem liebenden Gott, dann stimmt vielleicht etwas mit unserem Gottesbild nicht. Dass der liebende Gott nicht auch ein gerechter und strafender Gott ist, das ist kein biblisches Gottesverständnis. Diese beiden Eigenschaften Gottes stehen in keinem unvereinbaren Widerspruch, und finden sich beide in der Bibel.</p>
<h2>Gott bestraft die Gerechten nicht</h2>
<p>Wenn es zu einem Strafgericht Gottes kommt, dann lesen wir in der Bibel regelmäßig, dass Gott die Gerechten davor bewahrt, zusammen mit den Übeltätern umzukommen. Gott hat Noah und seine Familie vor der Flut bewahrt. Gott hat Lot und seine Familie aus Sodom herausgeholt. Gott hat den Todesengel an den Häusern der Israeliten vorbeiziehen lassen, als der die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Gott hat dafür gesorgt, dass die Hure Rahab und ihre Familie die Vernichtung Jerichos überstanden. Gott bestraft den Gerechten nicht zusammen mit den Übeltätern.</p>
<p>Und es gibt viele Anzeichen dafür, dass unter den Kanaanitern keine Gerechten mehr gewohnt haben. Das waren nicht einfach Völker, die zufällig das Land bewohnten, dass Gott für die Israeliten ausgesucht hatte, und die ihm dabei im Weg standen.</p>
<p>Vierhundert Jahre zuvor sprach Gott zu Abraham: &#8222;Erst in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren, denn noch ist das Mass der Schuld der Amoriter nicht voll.&#8220; (Genesis 15:16).</p>
<p>Mit anderen Worten, unter den Bewohnern des Heiligen Landes gab es noch Gerechte. Gott ließ sein eigenes Volk eher vier Generationen lang in ägyptischer Knechtschaft schuften, als dass er die Gerechten zusammen mit den Ungerechten richtet.</p>
<h2>Waren die Kinder unschuldig?</h2>
<p>Aber was ist mit den Kindern, mit den Babys? Waren die denn nicht unschuldig?</p>
<p>Jein… Die Bibel bringt  den Lebensstil der Kanaaniter auf den Punkt.</p>
<blockquote><p>Und von deinen Nachkommen sollst du keinen hingeben und ihn dem Moloch darbringen. Und du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der HERR. Ihr aber sollt meine Satzungen und meine Vorschriften halten und keinen von all diesen Greueln verüben, weder der Einheimische noch der Fremde, der in eurer Mitte lebt, denn all diese Greuel haben die Menschen verübt, die vor euch im Land waren, und so ist das Land unrein geworden. (Levitikus 18:21; Levitikus 18:26-27)</p></blockquote>
<h2>Der Moloch-Kult und Menschenopfer</h2>
<p>Aber vielleicht haben die Autoren der Bibel diesen Text einfach nur hinzugefügt, um einen Völkermord zu rechtfertigen?</p>
<p>Nein. Die Menschenopfer werden durch externe Quellen bestätigt, zum einen durch die Archäologie. Solche runden Altäre aus der Bronzezeit werden immer wieder bei Ausgrabungen im gesamten Heiligen Land gefunden. In der Vertiefung in der Mitte wurde das Feuer angefacht, und dann haben die Kanaaniter dort drin ihre Babys dem Gott Moloch als Opfer dargebracht. Sie haben ihre eigenen Kinder lebendig verbrannt.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-415 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg" alt="Tell Megiddo" width="225" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg 225w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-768x1024.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p>Vermutlich befand sich über dem Alter mit dem Opferbecken eine Statue des Moloch.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-423 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg" alt="Der Gott Moloch" width="171" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg 171w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg 319w" sizes="auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px" /></a></p>
<p>Der römische Geschichtsschreiber Plutarch schrieb das Folgende über den Moloch-Kult:</p>
<blockquote><p>Aber sie brachten wissentlich ihre eigenen Kinder als Opfer dar; und diejenigen, die keine eigenen hatten, kauften welche von armen Leuten, und dann opferten sie sie wie Lämmer oder Tauben, wobei die arme Mutter die ganze Zeit ohne Seufzen oder Tränen daneben stand; und wenn sie zufällig einen Seufzer ausstieß oder eine Träne fallen ließ, verlor sie den Preis ihres Kindes, aber es wurde trotzdem geopfert. Der ganze Platz rund um das Standbild war in der Zwischenzeit mit dem Lärm von Flöten und Trommeln gefüllt, um das Weinen der armen Kinder zu übertönen. (Plutarch, De Superstitione 13)</p></blockquote>
<h2>Kein Genozid, sondern Strafgericht im Alten Testament</h2>
<p>Als Gott den Israeliten also den Auftrag gab, alle Kanaaniter zu töten, waren die Kinder und Babys unschuldig? Aber sicher waren sie das. Kinder und Babys sind nie schuldfähig. Aber wären sie unschuldig geblieben? Nein, denn die gesamte Kultur war komplett durchseucht vom Moloch-Kult. Diejenigen Babys, die nicht lebendig verbrannt wurden, und es bis ins Erwachsenenalter schafften, die haben sich später an ihren eigenen Kindern vergriffen. Die ganze Gesellschaft war verdorben bis ins Mark.</p>
<p>Nach 400 Jahren der Geduld hat Gott die Sache dann beendet, und die Israeliten waren das Werkzeug zur Vollstreckung des Urteils. Die wenigen Gerechten, die es dort noch gab die hat Gott verschont, wie die Hure Rahab und ihre Familie.</p>
<p>Die Bibel gibt also gute Gründe dafür, dass diese Völker gerichtet und getötet wurden.</p>
<h2>Einwand: Hätte Gott das nicht anders lösen können?</h2>
<p>War es wirklich notwendig, eine ganze Kultur auszulöschen?</p>
<p>Gott hat den Kanaanitern mehr als 400 Jahre Zeit und Chancen für eine andere Lösung gegeben. Natürlich wussten sie, dass es falsch war, die eigenen Kinder dem Moloch zu opfern. Warum sonst sollten sie die Schreie der Kinder durch ihre Trommeln übertönen? Warum sonst sollten sie die Mutter bestrafen, wenn sie Zeichen der Trauer zeigt? Sie wollten nicht an ihre Schuld erinnert werden.</p>
<p>Viele Jahre lebten Personen wie Abraham, Isaak und Jakob in ihrem Gebiet. Dadurch hatten sie Zugang zu Gottes Geboten. Vierhundert Jahre lang haben sie sie ignoriert. Und dann war das Maß voll. Über fehlende andere Lösungen braucht man also nicht weiter diskutieren. Die anderen Lösungen sind am freien Willen der Menschen gescheitert.</p>
<p>Dass Gott durch einen Propheten den Auftrag erteilt, ganze Völker auszulöschen, das finden wir in der Bibel nur zu dieser einen Begebenheit, bei der Einnahme des Heiligen Landes. Selbst in biblischen Zeiten war es ein einmaliges Ereignis. Nachdem König David das komplette Land erobert hatte, das Gott seinem Volk versprochen hatte, ab da finden wir keine weiteren Gebote Gottes ganze Völker zu vernichten.</p>
<h2>Kann sich so etwas heute wiederholen?</h2>
<p>Kann Gott heute noch zu einem Propheten reden, dass ein ganzes Volk ausgelöscht werden muss, sagen wir zum Beispiel alle Bayern inklusive aller Frauen und Kinder? Der Prophet stellt eine Armee aus Christen zusammen, die ihm glauben, dass die Worte von Gott kommen. Diese Armee marschiert dann nach Bayern, und vollstrecken das Urteil?</p>
<p>Nein, das kann nicht passieren. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass irgendein Irrer mit Wahnvorstellungen sich einbildet solchen Auftrag von Gott zu erhalten.</p>
<p>Daher nur für den Fall der Fälle der Appell, auch wenn es hoffentlich niemals einen meiner Leser betrifft: Wenn Du den Eindruck hast, dass Gott von Dir verlangt, jemanden zu töten, begib Dich so schnell wie möglich in psychologische Behandlung. Es gibt einen psychologischen Notdienst oder eine Notaufnahme einer stationären oder ambulanten Psychiatrie in Deiner Nähe. Dieser Auftrag kommt nicht von Gott. Und ich werde anhand der Bibel beweisen warum nicht.</p>
<p>Das Neue Testament ist klar und eindeutig, dass das letzte Reden Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus geschehen ist.</p>
<blockquote><p>Nachdem Gott vor Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn. (Hebräer 1:1-2)</p></blockquote>
<p>Mehr gibt es nicht. Jesus Christus ist die letzte Offenbarung. Jede neue Prophetie, jede Eingebung, die sich nicht komplett und vollständig an der Lehre Jesu Christi ausrichtet, kann nicht von Gott kommen. Es ist nicht der Heilige Geist, der dann spricht.</p>
<h2>Christen und Gewalt</h2>
<p>Zwei Begebenheiten sind überliefert, an denen die Jünger im Namen Jesu Gewalt anwenden wollten. Was Jesus ihnen antwortet, das gilt auf ewig für alle, die ebenso in seinem Namen denken Gewalt ausüben zu müssen.</p>
<blockquote><p>Als nun die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, Feuer falle vom Himmel und verzehre sie? Da wandte er sich um und fuhr sie an. Und sie zogen in ein anderes Dorf. (Lukas 9:54-56)</p></blockquote>
<p>In manchen Bibelübersetzungen findet sich die Antwort von Jesus. Warum nicht in allen, das erkläre ich separat in einem Exkurs am Ende des Artikels.</p>
<blockquote><p>Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! (Lukas 9:55-56; Schlachter 2000)</p></blockquote>
<p>Was die Dorfbewohner gemacht haben, um sich den Zorn der Jünger zuzuziehen, ist nebensächlich. Jesu Reaktion ist es, die zählt, und die ist klar. Gottes Strafgericht auf andere herabzubeten, oder ihnen auf andere Art und Weise im Namen Jesu den Tod zu wünschen, das ist tabu für einen Christen.</p>
<h2>Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen</h2>
<p>Das gleiche gilt für Christen, die selbst das Urteil vollstrecken wollen.</p>
<blockquote><p>Da hob einer von denen, die mit Jesus waren, seine Hand und zog sein Schwert, schlug nach dem Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das Ohr ab. Da sagt Jesus zu ihm: Steck dein Schwert an seinen Ort! <strong>Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.</strong> (Matthäus 26:51-52)</p></blockquote>
<p>Im Namen Jesu Gewalt auszuüben ist für einen Christen tabu.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-417 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg" alt="Petrus haut das Ohr des Malchus ab" width="300" height="206" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1024x702.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-768x526.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1536x1052.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-2048x1403.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Als Christen sind wir Gottes Werkzeug, um in Jesu Namen Gutes zu tun, und nicht um das Urteil seines Strafgerichtes zu vollstrecken.</p>
<p>Das heißt aber nicht, dass Gottes Strafgericht abgesagt ist. Auch wenn wir unsere Kinder nicht auf dem Altar des Moloch verbrennen, ist es nicht minder verwerflich, wenn wir sie im Mutterleib töten. Das Resultat ist das selbe. Dabei brauchen wir nicht einmal die stummen Schreie durch Trommeln und Musik übertönen. Wir können dankbar sein, dass Gott geduldug ist.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B00LPQOKH2/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00LPQOKH2&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=d70e7efad55fab767ac5d0af8ee5926a" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stealing from God</a> u.a.</p>
<h2>Exkurs: Warum fehlt in manchen Bibeln in Lukas 9 die Antwort von Jesus?</h2>
<p>Jede Bibelübersetzung beruht auf einem Urtext, und jeder Urtext folgt einem Texttyp. Es gibt drei wichtige Texttypen:</p>
<ul>
<li>Der Alexandrinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Alexandria in Ägypten geschrieben wurden. Dies sind die ältesten und zuverlässigsten Manuskripte, aber es gibt nur sehr wenige.</li>
<li>Der Byzantinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Byzanz, das heutige Istanbul, geschrieben wurden. Die meisten Manuskripte sind von diesem Texttyp, aber sie sind vergleichsweise spät.</li>
<li>Der Westliche Texttyp wurde im gesamten Westen des Römischen Reiches verwendet. Es gibt weder besonders alte, noch besonders viele Handschriften.</li>
</ul>
<h2>Zwei Urtexte der Bibel</h2>
<p>Basierend auf dem Alexandrinischen und dem Byzantinischem Texttyp gibt es jeweils einen griechischen Urtext der Bibel:</p>
<ul>
<li>Der Mehrheitstext folgt folgt dem Byzantinischem Texttyp. Er heißt Mehrheitstext, weil er auf der Mehrheit der Manuskripte basiert.</li>
<li>Der kritische Text folgt dem Alexandrinischen Texttyp. Er heißt kritischer Text, weil er mit Methoden der modernen Textkritik erstellt wurde (aber nicht, weil er in irgendeiner Weise bibelkritisch ist). Die meisten Bibelübersetzer bevorzugen ihn, weil er auf den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten basiert.</li>
</ul>
<p>Da die Alexandrinischen Manuskripte erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt sind, sind ältere Bibeln immer aus dem Mehrheitstext übersetzt.</p>
<h2>Moderne Bibelübersetzungen</h2>
<p>Aber auch die Übersetzungskommittees einiger weniger moderner Übersetzungen haben sich entschieden, noch dem Mehrheitstext zu folgen, und ignorieren die Manuskripte, die im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Dazu zählen die Schlachter 2000, die Bruns-Bibel, die Janzen-Jettel-Bibel, die Menge-Übersetzung, die Volxbibel und die Luther21-Übersetzung (das ist <strong>nicht</strong> die neue Luther-Bibel).</p>
<p>Die meisten Bibeln basieren allerdings auf dem kritischen Text, so die Luther-Bibel, die Einheitsübersetzung, die Hoffnung für Alle, die Neues Leben Bibel, die Elberfelder Bibel, die Zürcher Bibel, die BasisBibel, die Gute Nachricht, die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), die Neue Evangelistische Übersetzung (NEÜ), das Münchner Neue Testament, die Herder-Bibel und die Pattloch-Bibel.</p>
<p>Manche Bibeln weisen auf die wenigen Unterschiede in den beiden Texten in Fußnoten darauf hin.</p>
<h2>Externe Belege</h2>
<p>In Lukas 9 findet sich die Antwort von Jesus nicht im kritischen Text, wohl aber im Mehrheitstext, als auch im Westlichen Texttyp. In den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten fehlt die Antwort also.</p>
<p>Aber warum verwende ich die Antwort, wenn sie nicht zuverlässig überliefert wurde? Bibelübersetzungen folgen meist stur einem Urtext, ohne auf Belege außerhalb des Textes zu achten. Jesu Antwort wurde vom Kirchenvater Tatian im Jahr 170 n. Chr. im Diatessaron zitiert, also mehr als 100 Jahre bevor sich der Text des Neuen Testamentes in die verschiedenen Texttypen aufspaltete. Daher gehe ich davon aus, dass die Antwort ursprünglich Teil des Evangeliums war, und im Alexandrinischen Texttyp aus unbekannten Gründen verloren gegangen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Zerstörung von Sodom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 00:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jordanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung von Sodom und Gomorra? Die Beweise verdichten sich jedoch, dass sich diese Katastrophe wirklich ereignet hat.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Die Zerstörung von Sodom" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/l3mhmdp4ol0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Schauen wir zuerst, was die Bibel sagt, wo sich Sodom befand, bevor wir in der zweiten Hälfte des Beitrags untersuchen, ob es an dieser stelle irgendwelche Belege gibt, die auf eine Katastrophe biblischen Ausmaßes hindeuten.</p>
<h2>Die Lokalisierung von Sodom</h2>
<p>Sodom wird normalerweise an der <a href="https://www.google.de/maps/place/Mount+Sodom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Südseite vom Toten Meer</a> lokalisiert, und einige Christen sind sehr dogmatisch mit dieser Sichtweise. Wer auf einer Israel-Tour gesagt bekommen hat, an der Stelle zu stehen, wo einst Sodom stand, hält natürlich gerne an dem Gedanken fest. Es gibt sogar eine Felsformation, die die Überreste von Lots Frau sein sollen, die ja bekanntlich zur Salzsäule erstarrte, weil sie auf Sodom zurückblickte. Dieser Fels besteht allerdings nicht aus Salz, sondern aus Fels.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-401 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg" alt="Lots Frau" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Die Traditionen um die Lage von Sodom bei Zohar am Südende vom Toten Meer beruhen auf Volksglauben. Am Nordendende in <a href="https://tallelhammam.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tall el-Hammam</a> schaut die Lage anders aus.</p>
<p>Seit 15 Jahren finden in Tall el-Hammam archäologische Ausgrabungen statt, und die Beweise verdichten sich, dass es sich bei Tall el-Hammam tatsächlich um Sodom handelt. Bei Google Maps steht sogar in Klammern und mit Fragezeichen <a href="https://www.google.de/maps/place/Tall+el-Hammam+(Sodom)%3F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Sodom&#8220;</a> dabei. Im Jahr 2007 gab es einen großen Artikel im Wall Street Journal, dass Sodom entdeckt worden wäre.</p>
<p>Nach der Veröffentlichung hagelte es Kritik von bibelkritischen Archäologen und anderen Forschern. Man könne doch nicht die Bibel verwenden, um Sodom zu lokalisieren!</p>
<p>Warum man bei archäologischer Forschung die Bibel angeblich nicht verwenden soll, darauf wird nicht eingegangen. Wenn gezielt religiöse Texte ausgeschlossen werden sollen, dann muss man nicht nur auf die Bibel verzichten, sondern auf jeden antiken Text aus dem Vorderen Orient, egal ob von den Sumerern, Ägyptern, Babyloniern, oder anderen Völkern. So gut wie jeder bekannte Text hat irgendeine religiöse Verbindung. Die Forderung auf die Bibel zu verzichten ist also nichts weiter als wieder einmal eine antibiblische Grundhaltung.</p>
<p>Steven Collins, der Ausgrabungsleiter gab die passende Antwort an die Kritiker.</p>
<blockquote><p>Kein verantwortungsbewusster Wissenschaftler, der im Heiligen Land gräbt, arbeitet ohne eine Kelle in der einen und eine Bibel in der anderen Hand!</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-402" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg" alt="Steven Collins und Gary Byers" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Sodom in der Bibel</h2>
<p>Aber was erfahren wir nun aus der Bibel über Sodom? Das allererste Mal genannt wird Sodom in Genesis10:19.</p>
<blockquote><p>So reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon nach Gerar hin bis Gaza, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojim hin bis Lescha.</p></blockquote>
<p>Das war kurz nach der Zeit Noahs, Sodom ist also eine sehr alte Stadt. Außerdem lag Sodom im Gebiet der Kanaaniter. Eine genauere geografische Eingrenzung, wo die Kanaaniter lebten, finden wir in Numeri 13:29.</p>
<blockquote><p>Die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.</p></blockquote>
<p>Damit wissen wir, dass auch Sodom entweder am Meer lag oder am Ufer des Jordan.</p>
<h2>Lot zieht gen Sodom</h2>
<p>Der wichtigste Text zur Lokalisierung von Sodom steht aber in Genesis 13:2-12.</p>
<blockquote><p>Abram aber war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. Und er zog weiter von Lagerplatz zu Lagerplatz, aus dem Südland bis nach Bet-El, bis zu der Stätte, an der zu Anfang sein Zelt gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, an die Stätte des Altars, den er früher dort errichtet hatte. Und dort rief Abram den Namen des HERRN an.</p>
<p>Auch Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe, Rinder und Zelte. Das Land aber ertrug es nicht, dass sie beieinander blieben, denn ihre Habe war so gross geworden, dass sie nicht beieinander bleiben konnten. So kam es zum Streit zwischen den Hirten der Herde Abrams und den Hirten der Herde Lots. Damals wohnten die Kanaaniter und Perissiter im Land. Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten, denn wir sind Brüder. Steht dir nicht das ganze Land offen? So trenne dich von mir! Gehst du nach links, so will ich nach rechts gehen; gehst du nach rechts, so will ich nach links gehen. Da blickte Lot auf und sah, dass die ganze Jordan-Ebene ein wasserreiches Land war. Bevor der HERR Sodom und Gomorra verdarb, war sie bis nach Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land Ägypten. Da wählte sich Lot die ganze Jordan-Ebene, und Lot brach nach Osten auf. So trennten sie sich: Abram liess sich im Land Kanaan nieder, und Lot liess sich in den Städten der Ebene nieder und zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.</p></blockquote>
<p>Es fällt auf, dass Sodom sowohl in Genesis 10 als auch in Genesis 13 immer als erstes genannt wird, Sodom und Gomorra und die anderen Städte der Jordan-Ebene. Sodom war also höchstwahrscheinlich die größte Stadt in der Jordan-Ebene.</p>
<h2>Die Jordan-Ebene, der Kikkar des Jordan</h2>
<p>Das hebräische Wort, das in allen Bibelübersetzungen mit &#8222;Ebene&#8220; übersetzt wird, heißt eigentlich gar nicht Ebene. Es gibt im Hebräischen mehrere Worte, um eine geografische Ebene zu beschreiben. &#8222;Kikkar&#8220; ist keines davon. Kikkar bezeichnet ursprünglich eine Scheibe im weitesten Sinne. Ein Talent war eine Gewichtseinheit von ca. 60 kg. Eine große Silberscheibe mit dem Gewicht von einem Talent bezeichnete man als &#8222;Kikkar&#8220;. Eine andere bedeutung für &#8222;Kikkar&#8220; ist &#8222;Fladenbrot&#8220;, wie es beis heute im Mittelmeerraum bekannt und beliebt ist, z.B. gefüllt mit Kebab-Fleisch als Döner oder Shawarma, oder belegt mit Zutaten als Pizza. Aber in der Antike war es ein Kikkar. So hieß es fast überall, in Israel, in Kanaan, in Ägypten, in Akkad, in Ugarit.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-403" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg" alt="Kikkar" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In Israel bezeichnet &#8222;Kikkar&#8220; heute auch einen Kreisverkehr. Die Form des Kikkar Tsina Dizengof in Tel Aviv einer großen Scheibe ist unverkennbar.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-405" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg" alt="Kikkar Tsina Dizengof" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Bibel bezeichnet das Wort Kikkar, wenn es in einem geografischen Zusammenhang benutzt wird, ausschließlich die Jordan-Ebene. Es ist keine generische Bezeichnung für eine geografische Ebene, sondern der Eigenname für genau diese eine Ebene.</p>
<h2>Wo liegt der Kikkar des Jordan?</h2>
<p>Aber wo liegt sie? Nach Genesis 10 entweder am Meer oder am Ufer des Jordan. Da der Kikkar auch &#8222;Kikkar des Jordan&#8220; genannt wird, kann man die Küste ausschließen. Der Kikkar liegt am Ufer des Jordan.</p>
<p>Zurück zu Genesis 13. Abraham und Lot befinden sich zwischen Bet-El und Ai, also im Hochland. Lot blickt von dort herab auf den Kikkar. Der Kikkar ist also sichtbar von Bet-El und Ai. Lot bemerkt, dass es ein wasserreiches Land ist. Dann verlässt Lot Abraham Richtung Osten, und erreicht Sodom.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-406 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg" alt="Karte vom Toten Meer" width="1024" height="551" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-300x161.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-768x413.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1536x827.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-2048x1102.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Außer man hält die Karte verkehrt herum, sieht man sofort, dass die traditionelle Lage von Sodom falsch sein muss. Der heute so genannte Mount Sodom ist nicht sichtbar von Bet-El und Ai, ist kein wasserreiches Land, liegt nicht östlich von Bet-El und Ai, und befindet noch nicht einmal am Ufer des Jordan. Außerdem weiß man heute, dass die antiken Städte dort bereits im Jahr 2500 v. Chr. verlassen waren, also Jahrhunderte vor Abraham.</p>
<p>Mit anderen Worten, es ist sehr offensichtlich, dass die Gegend von Mount Sodom <strong>nicht</strong> der richtige Ort ist. Der <strong>richtige</strong> Kikkar hingegen hat die Form einer Scheibe. Der Jordan und seine Nebenarme sorgen für eine gute Bewässerung. Er ist von Bet-El und Ai gut sichtbar. Der echte Kikkar liegt am Nordende vom Toten Meer, und Tall el-Hammam ist die größte archäologische Stätte in diesem Gebiet.</p>
<h2>Die Belege für die Katastrophe</h2>
<p>So weit so gut. Jetzt wissen wir, wo wir suchen müssen. Die größte antike Stadt im Kikkar ist schnell gefunden, Tall el-Hammam, bzw. das was sich unter Tall el-Hammam befindet, da längst alles verschüttet und mit Dreck bedeckt ist. Aber solange wir dort keine Belege für eine massive Katastrophe finden, ist nichts bewiesen, außer dass die Geografie der Sodom-Erzählung stimmt. Aber was wir in Tall El Hammam finden, ist sehr erstaunlich.</p>
<p>Jetzt kommt die Arbeit von Dr. Phil Silvia ins Spiel. Er ist Experte für Katastrophenarchäologie, kann also rekonstruieren, unter welchen Umständen antike Stätten zerstört oder vernichtet wurden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-407 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg" alt="Phillip Silvia" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Tunguska-Explosion</h2>
<p>Aber bevor uns die Details anschauen, richten wir unser Augenmerk auf den Ort Tunguska, in Sibirien im Jahr 1908.</p>
<p>Am 30. Juni 1908 kam es in Tunguska zu einer gewaltigen Explosion mit einer unglaublichen Zerstörungskraft. Man geht heute allgemein davon aus, dass ein Asteroid nicht eingeschlagen ist, sondern vor dem Einschlag über dem Wald bei Tunguska in der Atmosphäre explodiert ist.</p>
<p>Der Wald sah nach der Explosion so aus.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-408" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg" alt="Zerstörter Wald bei Tunguska" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber der sah nicht nur an der einen Stelle so aus, sondern in einem Radius von 30 bis 40 km. Es hat nicht nur die paar dutzend Bäume auf diesem Foto Foto umgehauen, sondern insgesamt 80 Millionen Bäume. Direkt um das Epizentrum der Explosion war in einem Radius von 10 bis 15 km alles pulverisiert und weggebrannt. Die Explosion entsprach etwa 15 Megatonnen TNT, und war damit 1000 Mal stärker als die Atombombe von Hiroshima. Die Tunguska-Explosion war die verheerendste Explosion eines Superboliden in der Neuzeit.</p>
<h2>Der Superbolide von Tscheljabinsk</h2>
<p>Die letzte große Explosion eines Superboliden geschah nur vor wenigen Jahren, am 2. Februar 2013 in Tscheljabinsk im Ural. Die Explosion war mit 500 Kilotonnen deutlich schwächer als die von Tunguska, und geschah etwa in 35 km Höhe. Die Schäden am Boden hielten sich dadurch in Grenzen. Die Schockwelle zerstörte trotzdem in einem Radius von 50 bis 100 km im Wesentlichen die Glasscheiben der Gebäude und Autos.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-409" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg" alt="Der Superbolide von Tscheljabinsk" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Zerstörung von Sodom</h2>
<p>In Tall el-Hammam gibt es zahlreiche archäologische Funde, die Belegen, dass dort eine Katastrophe geschehen sein muss, ähnlich einer Explosion eines Superboliden.</p>
<p>Aber bevor wir in die Details gehen, schauen wir noch darauf, was die Bibel in Genesis 19:23-28 über die Zersörung von Sodom und Gomorra berichtet.</p>
<blockquote><p>Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot nach Zoar gekommen war, liess der HERR Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom HERRN vom Himmel herab. Und er zerstörte diese Städte und die ganze Ebene, alle Bewohner der Städte und was auf der Erde wuchs. Lots Frau aber, hinter ihm, blickte zurück und wurde zu einer Salzsäule.</p>
<p>Früh am Morgen machte sich Abraham auf, an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet der Ebene. Er sah hin, sieh, da stieg Qualm von dem Land auf wie der Qualm von einem Schmelzofen.</p></blockquote>
<h2>Die Katastrophe von Tall el-Hammam</h2>
<p>Bis auf den Schwefel passt die Beschreibung im Text zu einer Bolidenexplosion. Das hebräische Wort kann aber sowohl Schwefel als auch Stein bedeuten. Der Text meint hier einfach brennende Steine, so genau das, was man bei einer Bolidenexplosion beobachtet.</p>
<p>Die Sache mit der Salzsäule ist auch noch ungeklärt, aber was mit Lots Frau genau passiert ist, das wird im weiteren Verlauf des Artikels noch klar.</p>
<p>Die Überreste einer antiken Stadt muss man sich so vorstellen, dass sie in Schichten gelagert ist. Wie bei geologischen Gesteinsschichten, wo die ältesten Ablagerungen ganz unten sind, und neuere Ablagerungen weiter oben, findet man bei Ausgrabungen die neuesten Straßen und Gebäude oben und die ältesten unten. In der Antike hat man eine neue Stadt immer einfach auf den Überresten der Stadt gebaut, die vorher dastand.</p>
<p>Bei einer Ausgrabung wird dann schichtweise abgetragen und dokumentiert, was gefunden wurde. In Tall el-Hammam ist man nach 15 Jahren Ausgrabung schon sehr weit vorgedrungen. Außerdem wurde vom Militär einst eine Schneise durch den Hügel gezogen, so dass man an der Stelle schon mal eine &#8222;Vorschau&#8220; erhält, was noch kommt, und welche Schichten einen noch erwarten.</p>
<h2>Zerstörung von Südwesten nach Nordosten</h2>
<p>Die Schicht aus der Bronzezeit deutet auf eine verheerende Katastrophe hin. Diese Schicht ist auf das Jahr 1700 v. Chr. datiert. Wann immer in dieser Schicht Tonscherben gefunden wurden, befanden sie sich in den entsprechenden Gebäuden an der nordöstlichen Wand. Mühlsteine wurden in nordöstliche Richtung umgestoßen. Mauern aus Ziegelsteinen sind in nordöstliche Richtung eingestürzt.</p>
<p>Es wurden auch einige Pötte entdeckt, die nicht zerschmettert wurden. Deren Inhalt, Weizen zum Beispiel, war immer verkohlt. Holzstücke aus der Schicht sind ebenso alle verkohlt.</p>
<h2>Geschmolzene Steine</h2>
<p>Viele der Tonscherben, Ziegelsteine und Felsstücke aus der Schicht sind sogar <a href="https://www.researchgate.net/publication/329755765_The_37kaBP_Middle_Ghor_Event_Catastrophic_Termination_of_a_Bronze_Age_Civilization" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeschmolzen</a>. Vitrifizierung war in der Bronzezeit gänzlich unbekannt, daher kann man ausschließen, dass die Bewohner von Tall el-Hammam die Gegenstände absichtlich angeschmolzen haben. Auf Grund der Dicke der entstandenen Glasschichten auf den Stücken und des jeweiligen Materials hat Dr. Silvia errechnet, dass diese nur für wenige Sekunden einer Temperatur von mindestens 2000°C ausgesetzt waren. Sogar Anteile von Zirkonia und Gips sind geschmolzen, was nur bei extrem hohen Temperaturen geschieht.</p>
<p>Angeschmolzene Stücke findet man nicht nur in Tall el-Hammam, sondern auch in den umliegenden Ausgrabungsstätten.</p>
<h2>Die Lücke in der späten Bronzezeit</h2>
<p>Die nächste Besonderheit ist die Schicht direkt über der Bronzezeit. In solch einer wasserreichen und fruchtbaren Ebene sollte man davon ausgehen, dass die Gegend nach der Katastrophe schnell wieder besiedelt wird, und die Städte neu aufgebaut werden. Das ist nicht passiert. Das ist für eine sehr lange Zeit nicht passiert, nicht nur in Tall el-Hammam, sondern in den ganzen anderen umliegenden Städten auch.</p>
<p>Nach der Katastrophe folgt eine Lücke von 700 Jahren. Während dieser Zeit wurde keine der Städte im Kikkar wiederaufgebaut. Die nächste Schicht stammt erst wieder aus der Eisenzeit, um das Jahr 1000, also ungefähr zu Lebzeiten von König David.</p>
<h2>Verseuchung durch Salz aus dem Toten Meer</h2>
<p>Warum das so passiert ist, das haben Untersuchungen von Bodenproben ergeben. So wie die Schichten von der Stadt abgetragen wurden, hat man in der Umgebung auch etwas vom Boden abgetragen, und die jeweiligen Proben analysiert. In den Proben aus der Bronzezeit hat man einen so hohen Salzgehalt festgestellt, so dass so gut wie keine Pflanzen dort mehr wachsen konnten, und Landwirtschaft unmöglich war. Der Kikkar war für 700 Jahre keine fruchtbare Landschaft mehr, sondern eine Salzwüste. Die Zusammensetzung des Salzes entspricht dem Salz im Toten Meer.</p>
<p>Die These von Dr. Silvia ist die, dass sich ein Superbolide aus Richtung des Toten Meeres auf den Kikkar zubewegte, und mit einer Sprengkraft von etwa 10 Megatonnen direkt über dem Toten Meer explodierte. Die Schockwelle hat dann, zusammen mit den Trümmern des Boliden und einer großen Menge verdampfter Sole aus dem Toten Meer, den Kikkar getroffen, und Tall el-Hammam sowie die umliegenden Städte verwüstet.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Zusammenfassend passt also der Ort. Tall el-Hammam befindet sich an dem Ort, wo die Bibel sagt, dass sich dort Sodom befand. Die Katastrophe fand zur Zeit Abrahams statt, etwa 1700 v. Chr. Und das Bild der Zerstörung entspricht dem, was die Bibel beschreibt: Feuer und Steine. Hinzu kommt das Salz. Eine Person, die von dieser Schockwelle erwischt wird, ist danach sicherlich mit einer Salzschicht überzogen, und wird zur Salzsäule. Das ist das, was mit Lots Frau passiert ist. Alle Daten und Funde sprechen dafür, dass Tall el-Hammam das biblische Sodom ist.</p>
<h2>Die Lebenserwartung der Erzväter</h2>
<p>Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es noch, warum einige konservative evangelikale Christen die These ablehnen. In jeder konservativen biblischen Chronologie steht, dass die Zerstörung von Sodom um das Jahr 1850 v. Chr. datiert ist, und nicht auf 1700.</p>
<p>Wenn man die Lebensspanne der Erzväter, die in der Bibel genannt werden, also Abraham 175 Jahre, Isaak 180 Jahre, Jakob 147 Jahre und Josef 110 Jahre, wortwörtlich als Dezimalzahlen mit Jahren zu je 365 Tagen versteht, dann kommt man auf ein Datum der Zerstörung Sodoms um das Jahr 1850.</p>
<p>Aber wenn man davon ausgeht, dass die Erzväter ganz normale Lebensspannen hatten, von etwa 50 bis 60 Jahren, also wie die Menschen in der Bronzezeit normalerweise lebten, dann verschiebt sich das Datum der Zerstörung Sodoms auf etwa 1700.</p>
<p>Aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Erzväter keine Supermenschen waren, die knapp 200 Jahre alt wurden. Ein paar Generationen vorher sind sogar Lebensspannen von mehreren hundert Jahren überliefert. Methusalem soll fast 1000 Jahre alt geworden sein. Aber keiner von denen war ein Supermensch. Sie hatten alle ganz normale Lebensspannen. Diese großen Lebensspannen von hundert oder hunderten von Jahren sind symbolisch. Dazu gibt es demnächst einen separaten Artikel. Solche Überlegungen können für manch einen sicherlich wie ein rotes Tuch wirken. Aber wenn die Bibel an manchen Stellen symbolische Sprache verwendet, dann heißt das noch lange nicht, dass gesamte Passage nur ein Mythos oder eine Legende ist. Mehr dazu später.</p>
<p>Quellen: <a href="https://trinitysouthwest.com/product/the-destruction-of-sodom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Destrcution of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B008J2BQTA/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B008J2BQTA&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=9281d56bc4e5fd2d37b7909080841e9c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Discovering the City of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B07Y63JGJN/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07Y63JGJN&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=0cfa80d2336e78b2ef3b9676db1014f6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvest Handbook of Bible Lands</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<item>
		<title>Die Bibel ist Gottes Wort (und alles, was ihr widerspricht, ist falsch)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 09:09:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historizität]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtumslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Wunder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich ist es doch so einfach zu zeigen! Wenn die Bibel Gottes Wort ist, und wenn Gott keine Fehler macht, dann ist die Bibel auch wahr. Und weil die Bibel wahr ist, dann ist&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/08/18/die-bibel-ist-gottes-wort-und-alles-was-ihr-widerspricht-ist-falsch/">Die Bibel ist Gottes Wort (und alles, was ihr widerspricht, ist falsch)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist es doch so einfach zu zeigen! Wenn die Bibel Gottes Wort ist, und wenn Gott keine Fehler macht, dann ist die Bibel auch wahr. Und weil die Bibel wahr ist, dann ist auch ihr eigener Anspruch an sich wahr, dass sie Gottes Wort ist. Also ist es wahr, dass die Bibel Gottes Wort ist&#8230;</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Die Bibel ist Gottes Wort (und alles was ihr widerspricht ist falsch)" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/StAQ0k0CCc0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Man braucht nicht einmal einen zweiten Blick darauf, um das zirkuläre Argument zu erkennen. Oft schleichen sich Zirkelschlüsse aber eher unbemerkt in die Argumentation hinein. Ganz so einfach lässt es sich also doch nicht zeigen, dass die Bibel wahr ist.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-311 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation-300x169.jpg" alt="Zirkuläre Argumentation" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/zirkulaere-argumentation.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Zirkuläre Argumente vermeiden</h2>
<p>Aber woher wissen wir überhaupt, ob irgendetwas wahr oder unwahr ist? Selbst bei aktuellen Texten, zum Beispiel bei Zeitungsartikeln, wissen wir, dass sie nicht alle wahr sind &#8211; auch nicht dann, wenn sie von renommierten Medien stammen. Einen Zeitungsartikel allein aus dem Grund als wahr anzusehen, weil er von einem renommierten Magazin veröffentlicht wurde, das ausschließlich Wahrheit publiziert, das ist genau die gleiche zirkuläre Argumentation.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-313 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr-300x169.jpg" alt="Was is wahr?" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/was-ist-wahr.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber heißt das, dass man ins andere Extrem verfallen, und der Presse im Großen und Ganzen misstrauen sollte, so wie mache Gruppen sie pauschal als Lügenpresse bezeichnen? Nein, natürlich auch nicht!</p>
<p>Es bleibt als einzige Option nur, sich kritisch mit dem Text auseinanderzusetzen, und externe Quellen zur Wahrheitsfindung heranzuziehen. Das heißt aber nicht, dass die externen Quellen noch vertrauenswürdiger sein müssen als der fragliche Text selbst. Wenn man für jede Behauptung eine noch vertrauenswürdigere Quelle verlangen würde, dann würden sich die Ansprüche an die Quellen immer weiter hochschaukeln, bis man an dem Punkt ankommt, wo es keine vertrauenswürdigere Quelle mehr gibt.</p>
<p>Für einen popeligen Zeitungsartikel treibt in der Regel niemand diesen Aufwand. Und wenn doch, dann kommt schon mal der eine oder andere Skandal dabei heraus, wie bei Claas Relotius.</p>
<h2>Historische Wahrheitsfindung</h2>
<p>Aber was ist mit historischen Texten? Woher wissen wir, ob Caesar Gallien erobert hat? Woher wissen wir, dass sich Martin Luther undercover als Junker Jörg auf der Wartburg versteckt hat? Woher wissen wir, dass Dietrich Bonhoeffer an der Planung des versuchten Hitler-Attentats beteiligt war? Alle drei Männer haben Texte verfasst, in denen sie genau das behauptet haben. Um herauszufinden, ob das jeweils der Wahrheit entspricht, ziehen Historiker externe Quellen heran, aber insbesondere setzen sie sich kritisch mit den Texten auseinander. Wenn wir ergründen wollen, ob die Bibel wahr ist, müssen wir genau auf die gleiche Art und Weise an die Sache herangehen.</p>
<p>Wenn Skeptiker verlangen, dass man die Bibel nicht verwendet, um darzulegen, dass die Bibel wahr ist, das ist allergrößter Humbug. Natürlich muss man die Bibel dazu verwenden. Ein Skeptiker, der seine eigene Existenz beweisen möchte, ohne seine eigene Existenz dabei zu verwenden, wäre dazu auch nicht in der Lage.</p>
<p>Das einzige, was wir vermeiden müssen, sind zirkuläre Argumente.</p>
<h2>Die Bibel ist Gottes Wort</h2>
<p>Aber die haben wir in den vorherigen Beiträgen der Serie auch nicht verwendet.</p>
<ol>
<li>Jesus ist Gott. Wie bereits veranschaulicht, ist die <a href="https://www.auferstanden.org/2020/06/09/jesus-ist-gott/">Göttlichkeit Jesu bestätigt</a> durch die <a href="https://www.auferstanden.org/2020/06/22/ist-jesus-wirklich-auferstanden/">Auferstehung</a>, die durch externe Quellen belegt ist, und durch erfüllte <a href="https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/">Prophetie</a>, die nachweislich hunderte von Jahren vorher niedergeschrieben wurde. Das sind keine zirkulären Argumente.</li>
<li>Was Gott lehrt, ist wahr. Da Jesus Gott ist, ist also auch das, was Jesus lehrt, wahr.</li>
<li>Jesus hat gelehrt, dass die Bibel Gottes Wort ist.</li>
</ol>
<p>Wie kann er gelehrt haben, dass die Bibel Gottes Wort ist? Das Neue Testament bestand ja noch gar nicht als Jesus gelehrt hat. Die Antwort findet sich in Johannes 14:25-26.</p>
<blockquote><p>Das habe ich euch gesagt, als meine Bleibe noch bei euch war. Der Fürsprecher aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.</p></blockquote>
<p>Die Autoren der Bibel, die Apostel, haben immer wieder behauptet, dass das, was sie niederschrieben, eine Offenbarung des Heiligen Geistes sei. Aber behaupten kann man viel. Die Behauptung als wahr anzunehmen, weil sie im unfehlbaren Wort Gottes steht, das wäre wieder ein zirkuläres Argument.</p>
<h2>Das Zeichen eines Apostel</h2>
<p>Offenbarungen Gottes werden durch Wundertaten bestätigt. Der zweite Korintherbrief wurde vom Apostel Paulus im Jahr 56 n.Chr. geschrieben. Das erkennen selbst skeptische und kritische Forscher an. Die meisten anderen Apostel lebten zu der Zeit noch. In 2. Korinther 12:12 steht:</p>
<blockquote><p>Was einen Apostel ausmacht, ist bei euch zur Wirkung gekommen, in aller Geduld, durch Zeichen und Wunder und machtvolle Taten.</p></blockquote>
<p>Der zweite Korintherbrief war eine der ersten Schriften des Neuen Testaments. Die Urchristen kannten ihn alle. Das, was einen Apostel ausmacht sind Zeichen und Wunder. Die Apostel hätten gleich zu Beginn komplett ihre ganze Glaubwürdigkeit verloren, wenn sie ihre Lehren nicht durch Zeichen und Wunder bestätigt hätten. In der Apostelgeschichte werden insgesamt 35 Wunder der Apostel aufgeführt. Wir haben in bereits gesehen, <a href="https://www.auferstanden.org/2020/04/30/der-ursprung-des-neuen-testaments/">dass es sich bei der Apostelgeschichte ganz klar um einen Augenzeugenbericht handelt</a>.</p>
<p>Skeptiker könnten immer noch einwenden, dass dann halt nur die Wundergeschichten erfunden wurden. Dann hätten die Apostel aber erst recht keine Glaubwürdigkeit unter den Urchristen gehabt. Wenn in praktisch allen Gemeinden Wunder dokumentiert wurden, aber in Wirklichkeit gar keine passiert wären, dann wären die Apostel sofort als Lügner enttarnt gewesen. Außerdem hätten sie überhaupt kein Motiv gehabt, Wunder zu erfinden, denn fast überall wurden sie für ihre Verkündigung und ihren Glauben verfolgt.</p>
<p>Daher gilt:</p>
<ol start="4">
<li>Die Bibel ist wirklich Gottes Wort. Und alles, was ihr widerspricht ist falsch.</li>
</ol>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-314 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2-300x169.jpg" alt="Die Bibel ist Gottes Wort" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/08/die-bibel-ist-gottes-wort-2.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Und damit ist auch gezeigt, dass der christliche Glaube wahr ist, denn der beruht darauf, dass Jesus Christus Gott ist, und die Bibel Gottes Wort ist.</p>
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			</item>
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		<title>Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2020 21:37:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jesaja]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Prophetie]]></category>
		<category><![CDATA[Psalmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im letzten Beitrag haben wir gesehen, dass Jesus seinen Anspruch, Gott zu sein, durch die Auferstehung bestätigt hat. Nun schauen wir einen weiteren Beleg an, dass Jesus weder geistig verwirrt, noch ein Betrüger war,&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/">Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="https://www.auferstanden.org/2020/06/22/ist-jesus-wirklich-auferstanden/">letzten Beitrag</a> haben wir gesehen, dass Jesus seinen Anspruch, Gott zu sein, durch die Auferstehung bestätigt hat. Nun schauen wir einen weiteren Beleg an, dass Jesus weder geistig verwirrt, noch ein Betrüger war, nämlich durch Prophetie, die Jahrhunderte vor seiner Geburt verfasst wurde.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/Gb5H8V7fgKc?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Wenn man an Prophezeiungen denkt, kommen einem vielleicht die Orakel von Nostradamus in den Sinn, der sich nie eindeutig ausgedrückt hat, so dass sich seine Prophetien auf alles oder nichts beziehen konnten. So haben seine Anhänger natürlich immer etwas gefunden, was sich angeblich erfüllt hat. Das Prinzip ist ähnlich wie wie ein Horoskop, in dem sich jeder selbst wiederfindet.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-293 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-300x169.jpg" alt="Nostradamus" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Das Alte Testament drückt sich in seinen Prophetien aber gar nicht so schwammig aus, und benutzt keine solchen Psycho-Tricks. Manche Passagen sind vielleicht für einen Durchschnittschristen oder Skeptiker aus dem 21. Jahrhundert nicht ganz so klar wie für einen Juden aus dem 1. Jahrhundert, aber um diese Stellen kümmern wir uns heute nicht.</p>
<p>Manche Passagen sind hingegen sehr einfach verständlich. Als die historisch-kritische Theologie im 19. Jahrhundert neu am Markt war, wurde sogar vorgeschlagen, dass solche Passagen nach der Kreuzigung von den Christen ins Alte Testament eingefügt wurden. Die Theorie ist längst widerlegt. Es handelt sich wirklich um Texte, die viele Jahrhunderte vor Christi Geburt verfasst wurden.</p>
<h2>Prophetie in Psalm 22</h2>
<p>In Psalm 22:2 heißt es:</p>
<blockquote><p>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?</p></blockquote>
<p>Das sind Worte, die Jesus auch am Kreuz schrie (Matthäus 27:46; Markus 15:34). Das hat noch nicht viel zu sagen. Das könnte er absichtlich getan haben, um die Prophetie zu erfüllen. Aber es geht weiter, und etwas weiter, in Psalm 22:8-9 steht folgendes:</p>
<blockquote><p>Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Wälze die Last auf den HERRN. Er soll ihn befreien!</p></blockquote>
<p>Die Zuschauer bei der Kreuzigung spotteten genau auf die selbe Art. Ihre Worte sind in Mattäus 27:40 überliefert.</p>
<blockquote><p>Der du den Tempel niederreissen und in drei Tagen wieder aufbauen willst, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steig herab vom Kreuz!</p></blockquote>
<p>Solche Details konnte Jesus nicht selbst bestimmen, um es nur so erscheinen zu lassen, als ob die Prophetie wahr wäre. Ein Betrüger oder ein geistig Verwirrter kann solche Dinge nicht beeinflussen. Es geht weiter in Paslm 22:17.</p>
<blockquote><p>Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.</p></blockquote>
<p>Das bezieht sich auf die Kreuzigung. Als der Psalm ursprünglich verfasst wurde, unter König David in der Eisenzeit, gab es im Orient keine Folter- oder Hinrichtungsmethode, bei der die Hände und Füße durchbohrt wurden. Die Kreuzigung wurde erst von den Römern erfunden und in den Nahen Osten importiert.</p>
<p>Einen Vers weiter, in Psalm 22:18, steht:</p>
<blockquote><p>Ich kann all meine Knochen zählen.</p></blockquote>
<p>Die Knochen können nur gezählt werden, wenn keiner von ihnen zerstört oder gebrochen wurde. Kreuzigungsopfern wurden üblicherweise die Beine gebrochen, wenn sie dringend sterben sollten, aber noch am Leben waren. Bei Jesus wurde dies nicht gemacht. Keiner seiner Knochen wurde gebrochen. Als die römischen Soldaten seine Beine brechen wollten, da war er bereits tot (Johannes 19:33-34).</p>
<p>Psalm 22:19:</p>
<blockquote><p>Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.</p></blockquote>
<p>Die römischen Soldaten haben Jesu Kleider unter sich aufgeteilt, und um das Obergewand gelost (Johannes 19:23-24).</p>
<p>In diesem kurzen Psalm finden sich also eine ganze Reihe von eindeutigen Bezügen zu Jesus.</p>
<h2>Prophetie in Jesaja 53</h2>
<p>Noch eindrücklicher als Psalm 22 ist die Prophetie in Jesaja 53. Diese Passage wird in jüdischen Gemeinden bis heute kaum gelesen, damit die Gläubigen das nicht hören und sich als Folge davon zu Jesus bekehren. In Jesaja 53:3-5 heißt es:</p>
<blockquote><p>Verachtet war er und von Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut und wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, ein Verachteter, und wir haben ihn nicht geachtet. Doch unsere Krankheiten, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Wir aber hielten ihn für einen Gezeichneten, für einen von Gott Geschlagenen und Gedemütigten. Durchbohrt aber wurde er unseres Vergehens wegen, unserer Verschuldungen wegen wurde er zerschlagen, auf ihm lag die Strafe, die unserem Frieden diente, und durch seine Wunden haben wir Heilung erfahren.</p></blockquote>
<p>Die Prophetie spricht also davon, dass der Messias zur Vergebung der Schuld sterben würde, wie Jesus es getan hat. Weiterhin steht in Jesaja 53:9:</p>
<blockquote><p>Und bei Frevlern gab man ihm sein Grab und bei Reichen, als er starb, obwohl er keine Gewalttat verübt hatte und kein Trug in seinem Mund war.</p></blockquote>
<p>Jesus wurde im Grab von Joseph von Arimathäa begraben, einem reichen Mann. Wie man begraben wird, kann kein Mensch absichtlich selbst beeinflussen. Insbesondere kann ein armer Zimmermann und Wanderprediger nicht arrangieren, in einem Felsengrab eines reichen Mannes beigesetzt zu werden.</p>
<h2>Prophetie in Daniel 9</h2>
<p>Schauen wir zum Abschluss, mit welcher Präzision der Prophet Daniel das Jahr der Kreuzigung vorhergesagt hat. In Daniel 9:24-26 heißt es:</p>
<blockquote><p>Siebzig Jahrwochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt, um das Unrecht zu beenden und das Mass der Sünden voll zu machen, um das Vergehen zu sühnen und ewige Gerechtigkeit zu bringen und um Schauung und Prophet zu versiegeln und um zu salben, was hochheilig ist.</p>
<p>Und du sollst wissen und verstehen: Von der Zeit an, da das Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen und aufzubauen, bis ein Gesalbter, ein Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang werden Plätze und Strassen wiederhergestellt und gebaut werden, in der Bedrängnis der Zeiten.</p>
<p>Nach den zweiundsechzig Wochen aber wird der Gesalbte vernichtet werden, und nichts wird ihm bleiben. Und das Volk des Fürsten, der kommt, wird die Stadt und das Heiligtum vernichten. Und sein Ende kommt mit einer Flut, und bis zum Ende ist Krieg: beschlossene Verwüstungen.</p></blockquote>
<p>Dieser Text ist nicht so einfach und direkt verständlich, wie die beiden vorherigen Prophezeiungen. Dies Sprache ist viel kryptischer. Schauen wir uns zuerst an, was Daniel prophezeit, und danach rechnen wir die Jahrwochen in Jahreszahlen um.</p>
<h3>Was prophezeit Daniel?</h3>
<p>Daniel schrieb dies, während die Juden in Gefangenschaft in Babylon waren. Nach der Gefangenschaft würde es einen Erlass geben, um Jerusalem wiederaufzubauen. Diesen Erlass, den Daniel prophezeit hatte, gab es dann wirklich. Der ist sogar erhalten, auf dem Kyros-Zylinder. Das ist der originale Zylinder, auf dem der persische König Kyros den Erlass aufschreiben ließ. Er wurde im Jahr 1879 in Babylon ausgegraben. Aber trotzdem wurde Jerusalem damals nicht wiederaufgebaut. Dazu brauchte es drei weitere Erlasse, die nicht mehr im Original erhalten sind. Der vierte und endgültige Erlass geschah unter dem persischen Großkönig Artaxerxes im Jahr 444 v.Chr.</p>
<p>Nach diesem Erlass folgen dann 7 Jahrwochen + 62 Jahrwochen. In den ersten 7 Jahrwochen dieses Zeitraumes werden die Straßen von Jerusalem wiederaufgebaut. Danach folgt eine lange Periode von 62 Jahrwochen. Dann erscheint irgendwann ein Gesalbter. Das griechische Wort für <em>Gesalbter</em> ist natürlich <em>Christus</em>. Nach den 62 Jahrwochen wird der Gesalbte vernichtet, also getötet. Das ist die Kreuzigung. Die lässt sich nicht 100% genau datieren, wird aber üblicherweise auf das Jahr 33 n. Chr. datiert. Kurz darauf werden auch die Stadt und das Heiligtum zerstört, also die Stadt Jerusalem und der Tempel. Das ist im Jahr 70 n. Chr. unter dem römischen Feldherrn Titus geschehen.</p>
<p>Noch eine Jahrwoche fehlt, um die 70 Jahrwochen voll zu machen. Die wird in Vers 27 behandelt, und betrifft die Endzeit, also das Ende der Welt. Das ist natürlich noch nicht eingetreten, denn wir sind alle noch hier, und ist für die Betrachtung hier daher irrelevant. Dass das Jahr der Kreuzigung stimmt, das ist hier wichtig.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-294 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1024x576.jpg" alt="Jahrwochen in Daniel 9" width="1024" height="576" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h3>Was sind Jahrwochen?</h3>
<p>Aber was ist eine Jahrwoche? Ganz einfach, eine Woche ist 7 Tage, und eine Jahrwoche ist 7 Jahre.</p>
<p>Der Startpunkt für das Ganze ist der Erlass des Königs Artaxerxes im Jahr 444 v. Chr., denn erst dieser Erlass hat zum Ende der Gefangenschaft und zur endgültigen Rückkehr der Juden nach Israel geführt. Der Wiederaufbau Jerusalems hat ca. 50 Jahre gedauert. Das stimmt mit den 7 Jahrwochen überein. 7 Jahrwochen sind 49 Jahre. Das bringt uns exakt ins Jahr 395 v. Chr.</p>
<p>Vom Jahr 395 an beginnen die nächsten 62 Jahrwochen. 62 Jahrwochen sind 434 Jahre. Das katapultiert uns blitzschnell vorwärts bis ins Jahr 39 n. Chr.</p>
<p>Und wir haben ein Problem! Die Kreuzigung war im Jahr 33, nicht im Jahr 39. Die Rechnung hat zwei Fehler, einen offensichtlichen und einen nicht so offensichtlichen.</p>
<p>Der offensichtliche Fehler ist, das Jahr Null gibt es nicht. Nach dem Jahr 1 v. Chr. folgt direkt das Jahr 1 n. Chr. Also sind wir nicht im Jahr 39 n. Chr. gelandet, sondern im Jahr 40 n. Chr. Das verschlimmbessert also die Kalkulation! Aber immer noch kein Grund zur Panik.</p>
<p>Was uns die Rechnung versaut hat ist die Annahme, dass eine Jahrwoche auf den Tag genau 7 Jahre dauert. Die 70. Jahrwoche taucht in der Bibel noch einmal auf, und zwar in der Offenbarung 11:2. Die 70. Jahrwoche dauert demnach exakt zweimal 1260 Tage, also insgesamt 2520 Tage. Sieben Jahre dauern allerdings, wenn man Schaltjahre beachtet, durchschnittlich 365,25 Tage x 7, das sind 2556,75 Tage. Pro Jahrwoche haben wir also 36,75 Tage zu viel berechnet. Für alle 69 Jahrwochen kumuliert sind das 2535,75 Tage, was ebenfalls wieder 7 Jahren entspricht.</p>
<p>Wir sind also nicht im Jahr 40 gelandet, sondern exakt 7 Jahre früher, im Jahr der Kreuzigung, 33 n. Chr., wie von Daniel prophezeit. Dies ist eine Punktlandung, und in dieser Präzision weder durch Zufall erklärbar noch für einen Betrüger oder geistig Verwirrten fälschbar. Es bleibt nur die Erklärung, dass Jesus der Messias ist, der im Alten Testament vorhergesagt wurde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/">Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Der Ursprung des Neuen Testaments</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 20:51:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Apostelgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kritiker des Neuen Testaments behaupten, insbesondere die Evangelien wurden viele Jahrzehnte nach den Ereignissen von anonymen Autoren verfasst. Christen behaupten, das Neue Testament wurde von Augenzeugen geschrieben, sowie von Autoren, die es unmittelbar von&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/04/30/der-ursprung-des-neuen-testaments/">Der Ursprung des Neuen Testaments</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kritiker des Neuen Testaments behaupten, insbesondere die Evangelien wurden viele Jahrzehnte nach den Ereignissen von anonymen Autoren verfasst. Christen behaupten, das Neue Testament wurde von Augenzeugen geschrieben, sowie von Autoren, die es unmittelbar von den Augenzeugen gehört haben. Doch wie ist die Faktenlage über den Ursprung des Neuen Testaments?</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Der Ursprung des Neuen Testaments" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/TE4KzVtxt1w?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Das entscheidende Ereignis ist die Zerstörung Jerusalems und des jüdischen Tempels durch den römischen Feldherrn und späteren Kaiser Titus im Jahr 70 n.Chr.</p>
<p>Dieses Ereignis wird in der Bibel vorhergesagt, zum Beispiel im Markus 13:1-2:</p>
<blockquote><p>Und als er aus dem Tempel hinausgeht, sagt einer seiner Jünger zu ihm: Meister, schau, was für Steine und was für Bauten! Und Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese grossen Bauten? Hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, jeder wird herausgebrochen.</p></blockquote>
<p>Und genau das ist im Jahr 70 passiert. Die Römer haben keinen Stein stehen gelassen. Nach der Zerstörung haben sie alle Steine des Tempels auf die Straße hinabgestoßen. Die herodianische Straße unterhalb der Westmauer zeugt bis heute von den Steinen, die dort heruntergefallen sind.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-218 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels-300x169.jpg" alt="Zerstörung des Tempels Jerusalem" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Zerstörung-des-Tempels.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a> <a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-217 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße-300x169.jpg" alt="Herodianische Straße Westmauer Jerusalem" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Herodianische-Straße.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Widersprüchliche Datierung der Evangelien mit historisch-kritischen Methoden</h2>
<p>Ich habe mir dutzende von Datierungen der Evangelien durchgelesen. Alle bibelkritischen Forscher, die die Evangelien auf später als 70 n.Chr. datieren, stützen sich dabei auf die Zerstörung des Tempels. Weil das Ereignis in den Evangelien beschrieben ist, müssen diese nach dem Ereignis verfasst worden sein. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Apostel bereits tot. Also waren die Autoren der Evangelien nicht die Apostel, sondern anonyme Autoren. Andere Grundlagen für eine späte Datierung habe ich nicht finden können. Falls es doch welche geben sollte, dann spielen sie in der Bibelforschung keine größere Rolle.</p>
<p>Die Datierung funktioniert aber nur, wenn man davon ausgeht, dass Jesus die Zerstörung des Tempels niemals vorausgesagt hat. Spätere Autoren hätten ihm also die Worte in den Mund gelegt. Die bibelkritischen Forscher gehen also voreingenommen an die Datierung heran, und schließen das Übernatürliche, und damit Prophetie von vornherein aus.</p>
<p>Insbesondere ist es unzulässig, die Spätdatierung der Evangelien herzunehmen, und daraus den Schluss zu ziehen, dass Jesus keine übernatürlichen Wundertaten vollbracht hat. Dies ist eine Annahme, die bereits in die Datierung eingeflossen ist. Sie daraus schlussfolgern zu wollen ist absurd, und wieder einmal ein typischer Zirkelschluss.</p>
<h2>Datierungen mit grammatisch-historischen Methoden</h2>
<p>Die Zerstörung des Tempels wird im Neuen Testament ausschließlich prophetisch beschrieben, nicht als bereits geschehenes historisches Ereignis. Im Gegenteil, Jerusalem und der Tempel werden durchgängig so beschrieben, als ob es real existierende Stätten sind, und keine Ruinen, die von den Römern zersört wurden. Das deutet darauf hin, dass der Großteil des Neuen Testaments vor dem Jahr 70 verfasst wurde, wenn nicht sogar alles.</p>
<p>Die Reihenfolge, in der die Evangelien verfasst wurden, ist relativ unumstritten. Markus schrieb zuerst, dann entweder Lukas oder Matthäus. Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Lukas vor Matthäus schrieb. Als letztes schrieb Johannes sein Evangelium. Die früheren Evangelien lagen den späteren Evangelisten teilweise vor. Lukas schrieb außerdem einen zweiten Teil, die Apostelgeschichte.</p>
<h2>Datierung der Apostelgeschichte</h2>
<p>Die Apostelgeschichte ist ein designiertes Geschichtswerk. Damit lässt sie sich besser datieren als die Evangelien. Sie beschreibt die früheste Kirchengeschichte, ungefähr von 33 bis 62 n.Chr. Die Zerstörung des Tempels war für alle Christen und Juden im Heiligen Land das einschneidendste Ereignis für viele Genrationen. Trotzdem wird es in der Apostelgeschichte nicht erwähnt.</p>
<p>Ein Buch über die moderne Geschichte der USA, welches kein Wort über die Anschläge vom 11. September enthält, dürfte in jedem Fall vor dem Jahr 2001 geschrieben worden sein. Ein Buch über die moderne Stadtgeschichte von Köln, das nichts über den Einsturz des Stadtarchivs enthält, ist sicherlich von vor 2009. Aus diesem Grund ist die Apostelgeschichte sicherlich auch nicht später als im Jahr 70 verfasst.</p>
<p>Die Apostelgeschichte beschreibt den Tod des Märtyrers Stephanus, nicht aber den Märtyrertod anderer Apostel. Sie erwähnt nicht einmal die Hinrichtungen der Hauptcharaktere Petrus und Paulus. Auch das ist Grund zur Annahme, dass das Buch früher verfasst wurde. Petrus wurde spätestens im Jahr 67 hingerichtet. Paulus wurde um das Jahr 66 getötet, Jakobus sogar schon im Jahr 62. Das ist ungefähr das gleiche Jahr, in dem die Ereignisse enden, die in der Apostelgeschichte beschrieben werden. Das passt damit zusammen, dass die letzten Kapitel der Apostelgeschichte sehr lebendig geschrieben sind, wie frisch aus dem Gedächtnis.</p>
<h2>Kulturelle und geografische Aspekte bei der Datierung</h2>
<p>Die Römer werden generell als neutrale Besatzungs- und Weltmacht dargestellt. Nachdem Ende der 60er Jahre im ganzen Reich Hass und Verfolgung gegen Juden und Christen aufkamen, hätte ein späterer Autor die Römer nicht so positiv davonkommen lassen.</p>
<p>Das sind noch nicht alle Indizien für eine frühe Entstehung des Buches. Eigentlich gibt es so viele, dass sie den Rahmen des Beitrages bei weitem sprengen würden. Die geographischen und kulturellen Details sind in den kleinsten Einzelheiten korrekt, zwischen Jerusalem und Rom, für alle erwähnten Städte, Provinzen, Inseln, Flüsse, Straßen, Tempel, Sprachen, teilweise Slang-Wörter aus den Sprachen, die nur in den jeweiligen Städten gebraucht wurden, bis hin zu den korrekten Titeln der lokalen Gouverneure in den Städten und Provinzen. Die Anzeichen, dass die Apostelgeschichte von Anfang bis Ende von einem Augenzeugen der Ereignisse geschrieben wurde sind überwältigend.</p>
<h2>Datierung des Lukas-Evangeliums</h2>
<p>Da die Apostelgeschichte der zweite Teil ist, haben wir auch gleich eine Datierung für den ersten Teil, das Lukas-Evangelium. Das kann nicht später als der zweite Teil geschrieben worden sein. Diese Obergrenze lässt sich noch verbessern.</p>
<p>Der 1. Korintherbrief ist auf das Jahr 55 datiert. Dieses Datum ist unzweifelhaft, und wird auch von skeptischen Forschern und Bibelkritikern akzeptiert. Nun aber zitiert Paulus im 1. Korinther 25:23-25 aus Lukas 22:19-20.</p>
<blockquote><p>Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis. Und ebenso nahm er den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das vergossen wird für euch. (Lukas 22:19-20)</p>
<p>Ich habe nämlich vom Herrn empfangen, was ich auch an euch weitergegeben habe: Der Herr, Jesus, nahm in der Nacht, da er ausgeliefert wurde, Brot, dankte, brach es und sprach: Dies ist mein Leib für euch. Das tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. (1. Korinther 25:23-25)</p></blockquote>
<p>Damit haben wir als neue Obergrenze das Jahr 55. Paulus konnte nur aus einem Buch zitieren, das schon existiert hat.</p>
<h2>Datierung des Markus-Evangeliums</h2>
<p>Wie schaut es bei Markus aus? In diesem Evangelium fällt auf, dass es den Hohepriester, der an der Kreuzigung beteiligt ist, nicht namentlich nennt. Alle anderen Evangelien benennen den Hohepriester mit Namen Kajafas. Außerdem benennt Markus andere Beteiligte wie Pilatus mit Namen. Kajafas war bis ins Jahr 36 im Amt. Könnte es also sein, dass das Markus-Evangelium vor dem Jahr 36 verfasst wurde, also 3 Jahre nach der Kreuzigung? Möglich ist es, aber es ist auch eine andere Erklärung denkbar. Auch nach seiner Amtszeit war Kajafas ein mächtiger Mann. Erst im Jahr 42 verlor seine Familie an Macht. Ab dann konnte man seinen Namen im Zusammenhang mit der Kreuzigung verwenden, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Daher ist das Markus-Evangelium vermutlich vor dem Jahr 42 entstanden, also nicht später als 9 Jahre nach der Kreuzigung.</p>
<h2>Datierung des Johannes-Evangeliums</h2>
<p>Schauen wir noch kurz in das Johannes-Evangelium. Für viele Details gibt es Bestätigungen aus anderen Quellen und aus der Archäologie. Die Bibelstelle in Johannes 5:2 sticht besonders hervor.</p>
<blockquote><p>In Jerusalem beim Schaftor ist ein Teich mit fünf Hallen, der auf hebräisch Betesda heisst.</p></blockquote>
<p>Bei Ausgrabungen im Jahr 1914 hat man den Teich gefunden. Er befindet sich beim Schaftor, und besteht aus fünf Hallen. Johannes schreibt außerdem, dass der Teich in Jerusalem <strong>ist</strong>, und nicht nach der Zerstörung Jerusalems dort <strong>war</strong>. Ein angeblicher anonymer Autor des Johannes-Evangeliums, der es im 2. Jahrhundert in der heutigen Türkei verfasst hat, wie die Bibelkritiker es behaupten, hätte dieses und ähnliche Details nicht wissen können. Daher ist als Obergrenze für die Entstehung des Johannes-Evangeliums das Jahr 70 anzusetzen.</p>
<h2>Datierung an Hand von Namenshäufigkeiten</h2>
<p>Richard Bauckham hat die Namen der Individuen aus den Evangelien und der Apostelgeschichte statistisch erfasst, und sie mit der Häufigkeit der Namen aus anderen Quellen zu der Zeit verglichen, also von Grabsteinen, aus der Literatur usw.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Richard-Bauckham.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-219 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Richard-Bauckham-207x300.jpg" alt="Richard Bauckham" width="207" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Richard-Bauckham-207x300.jpg 207w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Richard-Bauckham.jpg 693w" sizes="auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px" /></a></p>
<p>Er hat die kompletten Statistiken <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jesus_and_the_Eyewitnesses">veröffentlicht</a>, also ich picke hier keine Rosinen. Die beliebtesten beiden Namen stimmen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen überein. Bei den Männern sind es Simon und Josef, und bei den Frauen Maria und Salome. Auch die Häufigkeit stimmt jeweils in etwa überein.</p>
<p>Die Häufigkeit der jeweils insgesamt 9 beliebtesten Namen stimmt ebenso in etwa überein. So etwas lässt sich nicht fälschen. Bauckham hat jüdische Namen in Ägypten separat erfasst. Die Namenshäufigkeiten in Ägypten sind jeweils komplett anders. Wenn jemand die Evangelien zu einer späteren Zeit oder an einem anderen Ort erfunden hätte, könnte solch eine Statistik nicht zustande kommen.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-221 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten-1024x469.png" alt="Namenshäufigkeiten Neues Testament" width="1024" height="469" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten-1024x469.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten-300x137.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten-768x351.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten-980x450.png 980w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Namenshäufigkeiten.png 1311w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h2>Ein Faktencheck aus dem 2. Jahrhundert</h2>
<p>Den ersten Faktencheck hat Bischof Papias Anfang des 2. Jahrhunderts gemacht. Leider sind seine Schriften nur noch fragmentweise erhalten. Papias war ein Jünger des Johannes. In seinen Schriften zitiert er, was er von Johannes über die Ursprünge der Evangelien erfahren hat.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Papias-von-Hieropolis.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-220 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Papias-von-Hieropolis-245x300.jpg" alt="Papias von Hieropolis" width="245" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Papias-von-Hieropolis-245x300.jpg 245w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Papias-von-Hieropolis-768x941.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/04/Papias-von-Hieropolis.jpg 820w" sizes="auto, (max-width: 245px) 100vw, 245px" /></a></p>
<blockquote><p>Markus hat die Worte und Taten des Herrn, an die er sich als Dolmetscher des Petrus erinnerte, genau, allerdings nicht ordnungsgemäß, aufgeschrieben. Denn nicht hatte er den Herrn gehört und begleitet; wohl aber folgte er später, wie gesagt, dem Petrus, welcher seine Lehrvorträge nach den Bedürfnissen einrichtete, nicht aber so, dass er eine zusammenhängende Darstellung der Reden des Herrn gegeben hätte. Es ist daher keineswegs ein Fehler des Markus, wenn er einiges so aufzeichnete, wie es ihm das Gedächtnis eingab. Denn für eines trug er Sorge: nichts von dem, was er gehört hatte, auszulassen oder sich im Berichte keiner Lüge schuldig zu machen.</p></blockquote>
<p>Was lernen wir daraus? Markus hat das Zeugnis von Petrus niedergeschrieben, wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge. Das ist nicht weiter verwunderlich. Jesus hat bestimmt nicht, wie im Markus-Evangelium, alle Gleichnisse hintereinander erzählt, dann separat davon alle Wunder hintereinander vollbracht, dann alle Heilungen usw. Das Markus-Evangelium ist thematisch angeordnet, nicht chronologisch.</p>
<blockquote><p>Matthäus hat in hebräischer Sprache die Reden zusammengestellt; ein jeder aber übersetzte dieselben so gut er konnte.</p></blockquote>
<p>Dies ist schon etwas herausfordernder, weil das Matthäus-Evangelium auf Griechisch überliefert ist, und nicht auf Hebräisch. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass Matthäus entweder selbst eine griechische Übersetzung angefertigt hat oder das später von jemand anders gemacht wurde. Das wichtigste Ergebnis des Faktenchecks des Papias war, dass Matthäus als Verfasser des Evangeliums bestätigt wurde, auch wenn das hebräische Original wohl verloren ist.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Soviel zum Ursprung der Evangelien und der Apostelgeschichte. Zusammenfassend haben wir gesehen, dass es für die Spätdatierung nur ein einziges Argument gibt, und dazu noch ein ziemlich schlechtes, und für die frühe Datierung eine ganze Fülle von Argumenten. Die Argumente, deren Oberfläche ich nur ein wenig angekratzt habe, bekommen in Zukunft sicherlich eigene Beiträge.</p>
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