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	<title>Altes Testament Archive - Auferstanden!</title>
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	<description>Beweise für die Auferstehung, und andere Gründe, warum der christliche Glaube wahr ist.</description>
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	<title>Altes Testament Archive - Auferstanden!</title>
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		<title>Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 2021 21:16:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Chronologie]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem der letzten Videos hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem der <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">letzten Videos</a> hatte ich gesagt, dass die Erzväter und Patriarchen in der Bibel ganz normale Lebensspannen hatten, und nicht mehrere hundert Jahre alt geworden sind. Den Beweis bin ich damals schuldig geblieben, weil er ein eigenes Video bzw. einen eigenen Beitrag benötigt.</p>
<div class="video-container"><iframe title="Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/LiKZWBhnEX4?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>In den Kommentaren kamen dann Bemerkungen, ich würde Gott einen Lügner nennen, oder ich würde atheistische Sichtweisen annehmen.</p>
<h2>Nicht die einzige göttliche Offenbarung</h2>
<p>Es geht hier nicht darum, irgendwelche Sichtweisen anzunehmen oder zu propagieren, sondern darum, die Wahrheit auszubuddeln. Gott hat uns nicht nur ein Buch gegeben, sondern zwei Bücher. Beide beinhalten gleichermaßen Wahrheit. Das erste Buch ist natürlich die Bibel. Das zweite Buch ist die Schöpfung. Was wir in der Schöpfung finden, das ist gleichermaßen Wahrheit, wie wir sie in der Bibel finden. Beides ist Wahrheit, die von Gott kommt. Wenn die Aussagen der beiden Bücher nicht übereinstimmen, dann muss man in <strong><em>beiden</em></strong> Büchern suchen, ob man evtl. etwas falsch verstanden hat.</p>
<p>Das Verständnisproblem kann dann auch im Verständnis der Bibel liegen. Die Bibel wurde für uns geschrieben, aber nicht an uns. Das Buch Genesis, das von den Lebensspannen der Erzväter berichtet, wurde an semitische Nomaden in der Bronzezeit geschrieben. Was sie verstehen, wenn sie die Erzählungen hören, ist allein ausschlaggebend, wie diese Textstellen zu verstehen sind, und nicht, wie wir sie heute verstehen. Ein wörtliches Verständnis des Textes ist das Verständnis, das die ursprünglichen Empfänger hatten, und nicht unsere eigene Interpretation der Worte.</p>
<h2>Ein modernes Beispiel: Hotelzimmer</h2>
<p>Nehmen wir als Beispiel eine moderne Version solcher Missverständnisse. Oder vielmehr, warum es nicht zu Missverständnissen kommt, weil wir intuitiv verstehen, dass die Zahlen nicht wörtlich zu nehmen sind. Wenn Du in einem Hotel eincheckst, und bekommst das Zimmer 807, heißt das dann, dass das Hotel mindestens 807 Zimmer hat? Natürlich nicht. Wir wissen alle, wie die Nummerierung von Hotelzimmern funktioniert. Intuitiv wissen wir also, dass das Hotel höchstwahrscheinlich deutlich weniger Zimmer als 807 besitzt.</p>
<p>Untersuchen wir also, welche sowohl biblischen als auch außerbiblischen Belege es gibt, die auf eine kurze Lebensspanne der Patriarchen hinweisen.</p>
<p>Die in diesem Beitrag genannten Belege stammen fast alle von <a href="https://trinitysouthwest.academia.edu/CraigOlson" target="_blank" rel="noopener">Dr. Craig Olson</a> von der Trinity Southwest University in Albuquerque, New Mexico. Seine Erkenntnisse verbreiten sich leider nur langsam, weil dadurch eine Lehre widerlegt wird, die konservative Evangelikale für viele Generationen für wahr hielten. Aber Wahrheit misst sich nicht daran, was generationenlang gelehrt wurde, sondern daran, was mit der Realität übereinstimmt.</p>
<h2>Lebten Noah und Abraham zur gleichen Zeit?</h2>
<p>Wenn man die Lebensspannen der Erzväter alle in ein Diagramm einträgt, dann sehen also enorme Überschneidungen der Lebenszeiten. In Abrahams jungen Jahren wäre sogar noch Noah am Leben gewesen, also sein Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-urgroßvater, und alle Generationen dazwischen auch. Wir würden also erwarten, dass wir im Text zumindest ein paar Beispiele finden, dass diese Erzväter auch über Generationen hinaus Kontakt haben. Aber genau das finden wir in der Bibel nicht. Die einzige Aufzeichnung, dass Kontakte über zwei Generationen bestanden ist, wenn Jakob als alter Mann die Söhne von Josef segnet. Ansonsten haben wir nichts im Buch Genesis, dass ein Großvater mit seinen Enkeln zusammengetroffen ist, geschweige denn mit einem Nachfahren über 12 Generationen.</p>
<p>Ein weiteres Problem ergibt sich damit, dass in einem Patriarchat die wichtigste Person in einem Clan immer der Patriarch ist. Wenn die 11 Generationen vor Abraham noch am Leben sind, dann ist Abraham kein Patriarch. Dann ist Noah der Patriarch. Und dann würde sich das gesamte Geschehen um Noah drehen, und nicht um Abraham. Für den würde sich keiner interessieren, und über den hätte niemand etwas aufgeschrieben.</p>
<p>Das sind also schon die ersten Anzeichen dafür, dass die Lebensspannen symbolisch zu betrachten sind, und nicht als Dezimalzahlen, die die Anzahl der Geburtstage angeben, die die Patriarchen gefeiert haben.</p>
<p>Ich nehme hier auch nicht die Position der liberalen Theologie ein, die sagt, dass die Erzväter alle nie wirklich existiert haben, und es sich nur um Legenden handelt.</p>
<h2>Ein historischer Synchronismus</h2>
<p>Meine Position ist die, dass symbolische Lebensspannen ein historischer Synchronismus sind, die die Authentizität des Textes bestätigen. Historische Synchronismen sind das Gegenteil von Anachronismen. Es sind einzelne Elemente im Text, die sich einer spezifischen Kultur in einer spezifischen Zeit zuordnen lassen. Und die Verwendung von symbolischen Lebensspannen ist ein Phänomen, das genau im Vorderen Orient in der mittleren und späten Bronzezeit auftritt.</p>
<p>Aber bevor wir zu den außerbiblischen Dokumenten aus der Bronzezeit kommen, die dies bestätigen, betrachten wir zuerst weitaus grundlegendere Belege, nämlich die Skelette von bronzezeitlichen Bewohnern des Vorderen Orients und von Mesopotamien.</p>
<h2>Belege aus der Archäologie</h2>
<p>Anhand der Abnutzung von Zähnen und Knochen kann man nämlich feststellen, wie alt die Person zum Todeszeitpunkt war, zu der das Skelett gehört. Daher wissen wir, dass das durchschnittliche Alter dieser Bewohner bei rund 40 Jahren lag. Da sind auch nicht nur zwei oder drei Skelette ausgewertet worden, sondern hunderte.</p>
<p>Da die Bibel sehr konstant ist mit den Angaben von so hohen Lebensspannen, müsste man erwarten, zumindest einige Belege zu finden, die dies bestätigen. Gibt es aber nicht. Im Gegenteil, alle menschlichen Überreste dieser Zeit, die man findet, weisen darauf hin, dass die Bewohner des Vorderen Orients sehr kurze Lebensspannen hatten.</p>
<h2>Inkompatibilität mit anerkannter Chronologie</h2>
<p>Weiterhin gibt es Probleme, wenn man die Lebensspannen als wörtliche Dezimalzahlen wertet, eine Chronologie daraus erstellt, und dann versucht, diese Chronologie mit anderen Chronologien des Vorderen Orients zu synchronisieren. Die Zeit der Patriarchen wird so nämlich in die frühe Bronzezeit zurückgedrückt. Von der Geburt Abrahams bis zum Tod Josefs wäre dann die Zeit von 2166 bis 1806 v. Chr. Damit ergeben sich viele Probleme, und ich will hier nur die drei gravierendsten anschneiden.</p>
<ol>
<li>In der frühen Bronzezeit war in Ägypten der Sitz des Pharaos nicht im Nil-Delta, sondern in Memphis in Oberägypten. Abrahams Reise nach Ägypten wäre also kaum möglich gewesen.</li>
<li>Genesis 14 beschreibt einen Krieg zwischen diversen Königen gegen Sodom, Gomorrha, und die Städte der Ebene. In der frühen Bronzezeit waren jedoch alle diese Städte vereint unter dem König von Ur. Sie gehörten zum selben Königreich. Warum sollten sie Krieg gegeneinander führen?</li>
<li>Viele Städte der Abraham-Erzählung existierten noch gar nicht in der frühen Bronzezeit. Diese Siedlungen sind erst in der mittleren Bronzezeit entstanden. Dazu zählen beispielsweise Bet-El und Ai, Gerar, Hebron, Beerscheba und Salem, die Heimat des Priesterkönigs Melchisedek.</li>
</ol>
<p>Die Chronologie wäre also nicht nur inkompatibel mit ein paar wenigen archäologischen Funden, sondern mit fast allen.</p>
<h2>Andere bronzezeitliche Dokumente</h2>
<p>Kommen wir aber nun zum historischen Synchronismus. Der bekannteste bronzezeitliche Stammbaum außerhalb der Bibel ist die sumerische Königsliste. Die Könige in dieser Liste haben alle eine Lebensspanne zwischen mehreren hundert Jahren und mehreren zehntausend Jahren. Aber niemand bezweifelt, dass diese Könige wirklich gelebt und regiert haben. In der Turiner Königsliste, die die Ahnentafel der ägyptischen Pharaonen enthält, stehen ebenfalls symbolische Lebensspannen, ebenso wie in der Liste der Herrscher von Lagas.</p>
<p>In der Turiner Königsliste fällt auf, dass die ideale Lebensspanne eines ägyptischen Herrschers mit 110 Jahren angegeben wird. Dies ist ein weiterer historischer Synchronismus, da die Bibel für Josef als ägyptischer Wesir auch eine Lebensspanne von 110 Jahren angibt. Josua, als der letzte Anführer der Israeliten, der noch in Ägypten geboren war, hat ebenfalls eine Lebensspanne von 110 Jahren. Auch diese beiden sind ganz klar symbolisch, um den Bezug zu Ägypten herzustellen.</p>
<p>Eine symbolische Betrachtung der Lebensspannen schwächt damit keinesfalls die Zuverlässigkeit und Authentizität der Genesis- und Exodus-Erzählungen. Ganz im Gegenteil. Durch eine symbolische Betrachtung lassen sich diese Texte ganz klar in der mittleren bis späten Bronzezeit positionieren, und die Ereignisse in der Zeitspanne von Josef bis Josua sogar nach Ägypten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/18/wurde-methusalem-wirklich-969-jahre-alt/">Wurde Methusalem wirklich 969 Jahre alt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>10 Archäologische Funde, die das Alte Testament bestätigen</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/09/07/10-archaeologische-funde-die-das-alte-testament-bestaetigen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2021 22:18:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kritiker und Minimalisten behaupten oft, dass ein großer Teil des Alten Testamentes während der Zeit des babylonischen Exils im 6. Jahrhundert v. Chr. geschrieben wurde. Die Erfahrung zeigt, wenn ein Text viele Jahrhunderte geschrieben&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/07/10-archaeologische-funde-die-das-alte-testament-bestaetigen/">10 Archäologische Funde, die das Alte Testament bestätigen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kritiker und Minimalisten behaupten oft, dass ein großer Teil des Alten Testamentes während der Zeit des babylonischen Exils im 6. Jahrhundert v. Chr. geschrieben wurde. Die Erfahrung zeigt, wenn ein Text viele Jahrhunderte geschrieben wird, nachdem die eigentliche Handlung stattfand, dann schleichen sich notwendigerweise sogenannte Anachronismen in den Text ein. Anachronismen sind einzelne Elemente im Text, die zu der Zeit der Handlung noch gar nicht existiert haben.</p>
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<h2>Was sind Anachronismen?</h2>
<p>Das folgende Beispiel eines Anachronismus stammt aus Shakespeares Julius Caesar:</p>
<p>BRUTUS.<br />
Ach, guter Cassius, denket nicht an ihn!<br />
Liebt er den Cäsar, so vermag er nichts<br />
Als gegen sich: sich härmen, für ihn sterben.<br />
Und das wär&#8216; viel von ihm, weil er der Lust,<br />
Der Wüstheit, den Gelagen sich ergibt.</p>
<p>TREBONIUS.<br />
Es ist kein Arg in ihm: er sterbe nicht,<br />
Denn er wird leben und dies einst belachen.</p>
<p>Die Glocke schlägt.</p>
<p>BRUTUS.<br />
Still! Zählt die Glocke!</p>
<p>CASSIUS.<br />
Sie hat drei geschlagen.</p>
<p>TREBONIUS.<br />
Es ist zum Scheiden Zeit.</p>
<p>Das Stück handelt im Jahr 44 v. Chr., wurde aber im Jahr 1599 verfasst. Also hat sich dort ein Element eingeschlichen, dass es im Jahr 44 v. Chr. nicht gab, im Jahr 1599 aber schon. Habt Ihr es erkannt? Im alten Rom haben ganz bestimmt keine Glocken die Zeit geschlagen.</p>
<h2>Was sind Synchronismen?</h2>
<p>Der Gegensatz zu Anachronismen sind Synchronismen. Historische Synchronismen sind Textelemente, die nur in einem engen historischen und kulturellen Zeitraum existierten. In Texten, die nahe an der eigentlichen Handlung geschrieben wurde, findet man in der Regel zahlreiche historische Synchronismen. Das Alte Testament ist voll von historischen Synchronismen, die in den letzten Jahrzehnten durch archäologische Funde bestätigt oder überhaupt erst entdeckt worden sind.</p>
<p>Wir schauen uns in diesem Video nicht die großen und spektakulären Funde an, wie die Tell-Dan-Inschrift, in der erstmalig König David erwähnt wird, sondern die kleinen Details des täglichen Lebens, wie Schwerter und Handelsdokumente. Diese bezeugen, dass die Lebensrealität, wie sie von Genesis bis zum Buch der Richter beschrieben wird mit Funden aus der Bronzezeit übereinstimmt, und nicht mit Funden aus der späten Eisenzeit um die Zeit des Exils.</p>
<h2>10. Sichelschwerter</h2>
<p>Wenn wir an ein Schwert denken, dann haben wir eine lange und spitze Waffe mit einer scharfen Schneide vor Augen.</p>
<p>Wenn im Alten Testament von Schwertern die Rede ist, finden wir häufig Ausdrücke wie den folgenden:</p>
<blockquote><p>Und Josua besiegte Amalek und sein Kriegsvolk mit der Schärfe des Schwertes. (Exodus 17,13)</p></blockquote>
<p>Was die meisten deutschen Bibeln mit &#8222;Schärfe des Schwertes&#8220; übersetzen, heißt im Hebräischen wörtlich der &#8222;Mund des Schwertes&#8220;. Dieser Ausdruck wird zwischen Exodus und Richter regelmäßig verwendet, also genau den Büchern der Bibel, die in der mittleren und späten Bronzezeit handeln. Danach findet er sich nur noch vereinzelt.</p>
<p>Wenn wir uns ein Schwert anschauen, wie es uns aus Film und Fernsehen bekannt ist, sehen wir nichts daran, was wie ein Mund ausschaut.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-541" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert-300x169.png" alt="Sichelschwert" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sichelschwert.png 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Solche Sichelschwerter waren in der Antike die gebräuchlichen Waffen im Vorderen Orient bis ca. 1300 v. Chr. Danach wurden sie durch normale Schwerter, wie wir sie heute noch kennen, ersetzt.</p>
<p>Die Mundform der Klinge ist unverkennbar. Mit dem Ende der Sichelschwerter um 1300 v. Chr. endet ebenso die Verwendung des Ausdrucks &#8222;Mund des Schwertes&#8220; im Alten Testament.</p>
<p>Die angeblichen Autoren im 6. oder 7. Jahrhundert, von denen die Minimalisten ausgehen, hätten in ihrem Leben nicht solch ein Sichelschwert gesehen, und den Ausdruck &#8222;Mund des Schwertes&#8220; verwendet.</p>
<h2>9. Preise für Sklaven</h2>
<p>Sklaven waren im gesamten Vorderen Orient ein rege gehandeltes Gut. Aus zahlreichen Handelsdokumenten, die aus der Antike erhalten sind, können wir die Preisentwicklung für einen Sklaven über die Zeit verfolgen. Geld gab es damals zwar noch nicht &#8211; die Preise sind jeweils in Schekel angegeben, einer Gewichtseinheit &#8211; aber trotzdem waren die Menschen damals schon von der Inflation geplagt.</p>
<p>Im späten dritten Jahrtausend lagen die Preise für einen Sklaven um die 15 bis 20 Schekel. Bis zur zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends ist der Sklavenpreis auf 30 bis 40 Schekel gestiegen. Während der assyrischen Herrschaft stieg der Preis weiter auf 50 Schekel, und betrug in der Perser-Zeit schließlich 100 bis 120 Schekel.</p>
<p>Im Alten Testament finden wir die Preisangaben für einen Sklaven an drei Stellen. Josef wurde von seinen Brüdern für 20 Schekel nach Ägypten verkauft, ein Ereignis, das um 1600 v. Chr. stattfand.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-542" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise-300x169.png" alt="Sklavenpreise" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Sklavenpreise.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Weitere 215 Jahre später gibt das Gesetz des Mose den Preis eines Sklaven mit 30 Schekeln an.</p>
<p>Zur Zeit König Menahems, um ca. 750 v. Chr., ist der Preis eines Sklaven schließlich mit 50 Schekeln angegeben.</p>
<p>Die Versuche der Bibelkritiker, die Entstehung dieser Schriften auf das 7. Jahrhundert zu verlegen, scheitert daran, dass zu der Zeit niemand den Preis eines Sklaven hunderte von Jahren vorher wissen konnte, und sicherlich auch kein Interesse daran gehabt hätte, sie mit solchen historischen Details akkurat zu verfassen.</p>
<h2>8. Tragende Säulen</h2>
<p>Das Ende Simsons ist uns allen bekannt.</p>
<p>Die Philister brachten den erblindeten Simson in ihren Dagon-Tempel, um ihn zu verspotten. Simson stemmt sich aber gegen die beiden mittleren Säulen im Tempel, so dass dieser einstürzt, und Simson mit samt den Philistern unter sich begräbt.</p>
<p>Wie babylonische Tempel zur Zeit des Exils aussahen, wissen wir. Sie hatten keine zwei Säulen in der Mitte. Es ist überhaupt keine Architektur des Vorderen Orients aus der Eisenzeit bekannt, die auf zwei tragenden Säulen in der Mitte des Gebäudes beruhte.</p>
<p>Um solche Tempel zu finden, müssen wir notwendigerweise zurück in die Bronzezeit gehen. In Tel Qasile bei Tel Aviv wurde ein philistischer Tempel ausgegraben, der dem Gott Dagon geweiht war.</p>
<p>Dies war nicht derselbe Tempel, der von Simson zerstört wurde, weil dieser sich in Gaza befand, und nicht bei Tel Aviv. Jedoch stammt er aus derselben Zeit, vom selben Volk der Philister, und war demselben Gott Dagon geweiht.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Area_of_the_Temples_sign_Tell_Qasile_Eretz_Israel_Museum_Tel_Aviv_Israel_-_20060417.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-543" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Area_of_the_Temples_sign_Tell_Qasile_Eretz_Israel_Museum_Tel_Aviv_Israel_-_20060417-300x225.jpg" alt="Tell Qasile" width="300" height="225" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Area_of_the_Temples_sign_Tell_Qasile_Eretz_Israel_Museum_Tel_Aviv_Israel_-_20060417-300x225.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Area_of_the_Temples_sign_Tell_Qasile_Eretz_Israel_Museum_Tel_Aviv_Israel_-_20060417-768x576.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Area_of_the_Temples_sign_Tell_Qasile_Eretz_Israel_Museum_Tel_Aviv_Israel_-_20060417.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Mitte des Tempels sehen wir klar und deutlich die beiden Säulen. Es hat sich gezeigt, dass dies tragende Säulen sind, die, wenn man sie umstürzt, die Zerstörung des Tempels zur Folge gehabt hätten.</p>
<p>Angebliche Verfasser des Buches der Richter im 7. Jahrhundert hätten von dieser Architektur keine Ahnung gehabt.</p>
<h2>7. Hetitische Vasallenverträge</h2>
<p>Die Hetiter waren in der Bronzezeit ein Volk in Kleinasien, der heutigen Türkei. Durch gelegentliche Eroberungsfeldzüge ins Heilige Land haben die Hetiter es auch zu biblischem Ruhm gebracht. Für das Volk der Hetiter gab es bis ins Jahr 1905 keine archäologischen Belege, als in Zentralanatolien ein großes Archiv des Volkes ausgegraben wurde.</p>
<p>In diesem Archiv fanden sich auch Abschriften von hetitischen Vasallenvertägen. Es stellte sich heraus, dass der Bundesschluss vom Sinai, wo Gott mit Mose und den Israeliten einen Bund schloss, in seiner Struktur exakt den hetitischen Vasallenverträgen entsprach.</p>
<p>Vielleicht hatte Gott eine Vertragsstruktur gewählt, die Mose bekannt war. Als ägyptischer Prinz war er sicherlich mit Vertragsstrukturen der umliegenden Völker vertraut. Aber es kann ganz sicher ausgeschlossen werden, dass diese Texte im 6. Jahrhundert geschrieben wurden, zu einer Zeit, in der die Hetiter in der Geschichte verschollen waren.</p>
<h2>6. Sex mit der Dienerin der Ehefrau.</h2>
<p>Im Jahr 1901 entdeckte eine französische Expedition einen schwarzen Stein mit der Inschrift des Codex Hammurabi. Hammurabi war ein König in Mesopotamien, Abrahams Heimat, zur Zeit Abrahams.</p>
<p>Gesetz 145 des Codex besagt, dass ein Patriarch, wenn seine Frau kinderlos bleibt, sie ihm seine Dienerin zur Verfügung stellen darf, um ihm Kinder und Erben zu gebären. Genau das hat Sarah gemacht, als sie Abraham ihre Dienerin Hagar gegeben hat.</p>
<p>Gesetz 146 besagt, wenn die Dienerin dann Gleichheit mit ihrer Herrin beansprucht, dass sie dann nicht verkauft werden darf, sondern zurück zu den anderen Dienern geschickt werden soll. Auch das haben Abraham und Sarah so gemacht.</p>
<p>Gesetz 170 regelt, wenn die Herrin doch noch einen eigenen Sohn bekommt, dass dann der Sohn der Dienerin trotzdem den Status als Erben behält. Und das ist der Grund, warum Abraham die Dienerin Hagar und ihren Sohn Ismael weggeschickt hat. Er durfte sie nicht verkaufen, und wenn sie blieben, dann wäre Ismael der Erbe Abrahams geworden.</p>
<p>Es gibt noch mehr Gegebenheiten, wo Abraham sich an den Codex Hammurabi hielt, zum Beispiel als er Elieser von Damaskus als Erben einsetzte, oder er Rebekkas Vater eine Mitgift übergab, damit Isaak sie heiraten durfte.</p>
<p>Abraham war nicht nur ein Kind seiner Zeit, sondern auch ein Kind seiner mesopotamischen Kultur. Im 6. Jahrhundert hatte niemand Ahnung von diesen bronzezeitlichen mesopotamischen Bräuchen.</p>
<h2>5. Homer, Hämorrhoiden und Heimholung der Bundeslade</h2>
<p>In 1. Samuel 5-6 finden wir die Erzählung, wie die Philister die Bundeslade erobern, von Gott mit Hämorrhoiden geschlagen werden, und daraufhin die Bundeslade an Israel zurückgeben. Zusammen mit der Bundeslade schicken sie ein Schuldopfer, bestehend aus goldenen Hämorrhoiden, goldenen Mäusen, und Ochsen, die von den Israeliten als Opfertiere geopfert wurden.</p>
<p>Wir wissen heute, dass die Philister Nachfahren der minoischen Kreter waren, also Griechen. In Homers Ilias finden wir eine sehr ähnliche Geschichte. Die Achäer eroberten die Tochter von Chryseis, eines Priesters des Apollo, der auch Smintheus genannt wurde, also Maus-Gott. Die Achäer entschieden, die Tochter des Chryseis zurückzuschicken, zusammen mit Opfergaben und Ochsen als Opfertiere.</p>
<p>Angeblichen Autoren im 6. Jahrhundert wären diese Parallelen und Homers Werke gänzlich unbekannt gewesen.</p>
<h2>4. Das Gold von Scheschonq und Osorkon</h2>
<p>Die ägyptischen Pharaonen Scheschonq I und sein Sohn Osorkon waren bestenfalls mittelmäßige ägyptische Herrscher in einer Zeit wirtschaftlicher Depression. Trotzdem ist überliefert, dass sie ein außergewöhnliches Vermögen in Gold und Silber besaßen, und wie keine anderen Pharaonen mit Edelmetallen um sich schmissen. Osorkon opferte mehr als 383 Tonnen Gold und Silber an die ägyptischen Götter.</p>
<p>Woher hatten die beiden Herrscher so viel Gold? Die Bibel liefert die Antwort in 1. Könige 10-14. Der biblische Pharao Schischak entspricht Scheschonq I. Dieser plünderte den Tempel sowie den Königspalast, und brachten die gesammelten Gold- und Silberschätze Salomos nach Ägypten.</p>
<h2>3. Die 12 Spione in Kanaan</h2>
<p>In 4. Mose 13 finden wir den Report der 12 Spione, die das Heilige Land erkundet hatten. Sie berichten, dass die Kanaaniter am Meer lebten, sowie im Jordantal, die Amalekiter in der Wüste, die Jebusiter im Bergland, sowie die Hetiter im nördlichen Bergland.</p>
<p>Archäologische Funde bestätigen, dass dies genau die Siedlungsgebiete dieser Völker waren, und zwar zur Bronzezeit, in der diese Erzählung handelt, nicht aber zur Eisenzeit, was die Minimalisten behaupten, wann diese Erzählung entstand. Und auch diesmal zeigt sich, dass die Behauptungen der Minimalisten gegen die Fakten nicht standhalten können.</p>
<h2>2. Namenslisten</h2>
<p>Der Experte für den Antiken Vorderen Orient, Kenneth Kitchen, hat ausführliche Namenslisten aller Namen die in Archiven von westsemitischen Völkern gefunden wurde erstellt, und festgestellt, dass Namen, die mit einem J-Laut beginnen, im vorderen Orient nur in einem sehr schmalen Zeitfenster populär waren, und zwar im frühen zweiten Jahrtausend vor Christus. Das ist genau die Zeit, in der auch im Alten Testament Namen mit J-Laut gehäuft vorkommen. Dazu zählen auch Namen mit I wie Isaak, der im Hebräischen Jitzchak ausgesprochen wird. Diese Namen sind im Einzelnen Isaak, Ismael, Jakob, Israel, Josef, Juda, Issachar, also praktisch fast eine komplette Generation von Erz- und Stammvätern Israels.</p>
<p>Die angeblichen Schreiber im 6. Jahrhundert hätten dies nicht wissen können. Und auch diesmal zeigt sich, dass die Minimalisten im Unrecht sind, und die Bibel Recht hat.</p>
<h2>1. Kamele</h2>
<p>Minimalisten behaupten oft, dass Kamele zur Zeit Abrahams ein Anachronismus sind, da sie erst später domestiziert worden sind. Aber in Wirklichkeit sind diese Kamele ein Synchronismus. In den biblischen Erzählungen zwischen 2000 v.Chr. und 1200 v.Chr. kommen Kamele nur ganz am Rand vor. Sie werden in den Auflistungen der Tiere immer an letzter Stelle genannt. Die einzige Nennung von Kamelen als Nutztiere befindet sich in der Reise von Abrahams Diener nach Harran, um eine Frau für Isaak zu finden.</p>
<p>In nichtbiblischen Quellen finden wir im gleichen Zeitraum gleichermaßen, dass Kamele nur am Rand miterwähnt werden. Von Ägypten bis Nordarabien finden sich in diesem Zeitraum vereinzelte Belege, dass es domestizierte Kamele gab, sowie Bilder und Statuen von domestizierten Kamelen. Dies belegt eindeutig, dass es sich bei den Kamelen in der Abrahamserzählung keinesfalls um einen Anachronismus handelt. Wie alle anderen Punkte auch, ist dies ein Synchronismus, der ein letztes Mal beweist, dass die Minimalisten Unrecht haben.</p>
<p>Quellen: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3765515507/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3765515507&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=382d143d126f1d872d786a29f990bdcc" target="_blank" rel="noopener">Kenneth Kitchen, Das Alte Testament und der Vordere Orient</a>, sowie diverse Bücher von <a href="https://www.amazon.de/Steven-Collins/e/B00DW0K532?&amp;linkCode=ll2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=aeef45f4722871ad209431e31af814f0&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl" target="_blank" rel="noopener">Steven Collins</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/07/10-archaeologische-funde-die-das-alte-testament-bestaetigen/">10 Archäologische Funde, die das Alte Testament bestätigen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2021 17:42:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Noah]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im Bibelmuseum. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen war ich mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde in Münster im <a href="https://www.uni-muenster.de/Bibelmuseum/" target="_blank" rel="noopener">Bibelmuseum</a>. Eigentlich hatte ich gehofft, von den griechischen Manuskripten dort ein paar Aufnahmen zu machen, für ein Video über Textkritik. Stattdessen gab es eine Sonderausstellung über Wasser in der Bibel, und ein großer Teil davon ging über Noahs Flut. Ist also Noahs Flut wissenschaftlich gesehen möglich?</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Noahs Flut: Wissenschaftlich widerlegt!?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/7AiGGtz3ySk?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Der nette Museumsführer hat extra noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei der biblischen Fluterzählung lediglich um ein Nachfolgewerk des Gilgamesch-Epos handelt, und dass alle Versuche, die Flut wissenschaftlich zu erklären, auf die eine oder andere Art gescheitert sind. Herausforderung akzeptiert!</p>
<h2>Eine globale Flut?</h2>
<p>Stellt Euch also vor, dass es nicht nur einen Tag regnet, sondern dass 40 Tage hintereinander ein Niederschlag von 20 Zentimetern runterprasselt. Das sind dann flächendeckend 8 Meter Niederschlag. Und das soll die höchsten Berge der Welt bedeckt haben… Hatte der Museumsführer eventuell doch Recht? Schauen wir in den Text.</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über die Erde. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über der Erde schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf der Erde, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf der Erde, so dass alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Berge bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf der Erde regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf der Erde wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Erdboden waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von der Erde weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf der Erde, hundertfünfzig Tage lang. (Genesis 7,11-24)</p></blockquote>
<p>Fünfzehn Ellen über den höchsten Bergen, also über Mount Everest, das ist die Behauptung. Also 8848 Meter plus ca. 7,50 Meter über die ganze Erde.</p>
<h2>Lebensspanne der Erzväter</h2>
<p>Zuvor noch eine ganz kurze Bemerkung zu Noahs Lebensspanne. Da steht, dass Noah 600 Jahre alt war. Die Lebensspannen der Erzväter werde ich in einem späteren Beitrag genauer unter die Lupe nehmen. Aber eines schon mal vorweg: man muss den Text nicht einmal uminterpretieren um zu erkennen, dass Noah eine ganz normale Lebensspanne hatte, wie jeder andere Mensch auch. Was es zu ergründen gilt ist, was ein bronzezeitlicher Bewohner von Mesopotamien versteht, wenn er eine Erzählung hört über einen 600 Jahre alten Mann. Der Bewohner von Mesopotamien bekommt dann nämlich nicht die Idee, dass die Erzählung über jemanden geht, der 600 Geburtstage hinter sich hat. Und das lässt sich durch archäologische Funde belegen.</p>
<p>Ich spare mir mal auszurechnen, welche Menge Wasser nötig wäre, um die Erde bis 8855,5 Meter mit Wasser zu befüllen. Es sollte klar sein, dass eine wissenschaftliche Betrachtung von dieser These keinen Sinn macht.</p>
<h2>Oder eine lokale Flut?</h2>
<p>Der Schlüssel liegt vielmehr in zwei hebräischen Wörtern. Zum einen das Wort &#8222;Eretz&#8220;. Die Israelis nennen bis heute ihr Land &#8222;Eretz Yisrael&#8220;. Das Land Israel. Überall im Text, wo das Wort &#8222;Eretz&#8220; steht, ist es aber im Deutschen mit &#8222;Erde&#8220; übersetzt.</p>
<p>Im Althebräischen gibt es nur sehr wenige Wörter, weniger als 9000 insgesamt. Jedes Wort hat mehrere Bedeutungen, und meist kann man aus dem Kontext erschließen, welche Bedeutung die richtige ist. In unserem Noah-Text ist das aber nicht sofort klar. Ist es das Land, oder die ganze Erde, die überflutet wurde?</p>
<p>Schauen wir ein zweites Wort an: &#8222;Har&#8220;. Das bedeutet Berg oder Hügel. In der Offenbarung ist von Harmageddon oder Armageddon die Rede, wo in der Endzeit der Antichrist in der letzten großen Schlacht geschlagen wird. Und das ist nicht in Megiddo, was oft behauptet wird. Megiddo ist eine Ebene zwischen Galiläa und Samaria, aber Har-Mageddon ist ein Berg oder ein Hügel.</p>
<p>Das Wort &#8222;Har&#8220; ist im Noah-Text durchgängig mit Berg übersetzt, und nicht mit Hügel. Schauen wir den Text noch einmal an, jeweils mit der zweiten Bedeutung der beiden Wörter:</p>
<blockquote><p>Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der grossen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf das Land, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An eben diesem Tag gingen Noah, die Söhne Noahs Sem, Ham und Jafet, die Frau Noahs und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche. Sie und alle Wildtiere nach ihren Arten, alles Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere, die sich auf dem Land regen, nach ihren Arten und alle Vögel nach ihren Arten, alles, was fliegt, was Flügel hat: die gingen zu Noah in die Arche, je zwei von allem Fleisch, das Lebensatem in sich hat. Und die hineingingen, waren je ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleisch, wie Gott es ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.</p>
<p>Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über das Land. Und das Wasser stieg und hob die Arche, so dass sie hoch über dem Land schwamm. Und das Wasser schwoll an und stieg gewaltig auf dem Land, und die Arche trieb auf dem Wasser dahin. Das Wasser aber schwoll immer mächtiger an auf dem Land, so dass alle hohen Hügel, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an, so dass die Hügel bedeckt wurden.</p>
<p>Da kam alles Fleisch um, das sich auf dem Land regte, Vögel, Vieh, Wildtiere und alles, was auf dem Land wimmelte, auch alle Menschen. Alles, was Leben atmete, was auf dem Trockenen lebte, starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Boden des Landes waren, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels, sie wurden vertilgt, von dem Land weg. Übrig blieb nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Das Wasser aber schwoll an auf dem Land, hundertfünfzig Tage lang.</p></blockquote>
<p>Das hört sich schon gleich ganz anders an. Dass in Mesopotamien nach 40 Tagen Dauerregen alle Hügel im Land unter Wasser lagen, das ist komplett im Bereich des Möglichen. Die Erzählung ist aus der Perspektive von Noah übermittelt. Wenn er in alle Richtungen nichts als Wasser sah, dann macht die Aussage Sinn, dass das ganze Land, und alle Hügel unter dem ganzen Himmel unter Wasser lagen, soweit Noah halt blicken konnte.</p>
<h2>Einspruch: Aber die Arche ist auf dem Berg Ararat gelandet</h2>
<p>Das ist höher als die höchsten Hügel in Mesopotamien.</p>
<p>Haltet Euch bereit für einen Mandela-Effekt. Die Arche ist nicht auf dem Berg Ararat gelandet.</p>
<blockquote><p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. (Genesis 8,4)</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-535" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png" alt="Berg Ararat" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-300x169.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1024x576.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-768x432.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat-1536x864.png 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/09/Berg-Ararat.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. Auf dem Gebirge, nicht auf dem Berg. Der Berg Ararat ist lediglich der höchste Berg in diesem Gebirge.</p>
<p>Außerdem handelt es sich bei den Mose-Büchern um frühe bronzezeitliche Texte. Ob das heutige Gebirge Ararat in der Türkei damals schon so hieß, oder ob es irgendwann in den letzten 4000 Jahren nach dem Gebirge in der Flut-Erzählung so benannt wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise hieß in der Bronzezeit eine ganz andere Hügellandschaft in Mesopotamien Ararat. Genauere geographische Details, die uns ermöglichen, das Gebirge Ararat zu identifizieren, gibt der Text jedenfalls nicht her.</p>
<p>Und auch der angebliche Fund der Arche auf dem Berg Ararat ist nichts als eine Felsformation, die grob die Form eines Schiffes hat.</p>
<h2>Lokale Flut in Mesopotamien</h2>
<p>In Mesopotamien sind allerdings archäologische Funde gemacht worden, die eine massive Flut belegen. Die Schlammschicht, die an vielen Stellen in Mesopotamien entdeckt wurde, hat eine Dicke von 2,5 Metern. Ob das die Schlammschicht von Noahs Flut ist, oder von einer späteren unabhängigen Flut, lässt sich nicht genau klären. Das hängt damit zusammen, dass sich die Datierung der Flut als notorisch schwierig erweist. Es ist nämlich nicht damit getan, einfach die Lebensspannen der Erzväter aufzuaddieren. Zum einen waren die Lebensspannen eben nicht mehrere hundert Jahre, aber andererseits sind die frühen Stammbäume sehr stark zusammengestaucht, und beinhalten nur eine ganz kleine Auswahl von Stammvätern, z.B. diejenigen, die ein Volk gegründet haben. Denn sonst würde man, wenn man alles zusammenzählt, auf ein Datum von ca. 4000 v. Chr. Für die Erschaffung von Adam kommen, also eine Zeit, zu der sich die Menschen schon überall auf der Erde verteilt hatten.</p>
<p>Die hebräischen Texte lassen sich jedenfalls auch so übersetzen, dass nicht jeweils ein Vater einen Sohn zeugt, sondern ein Volk ein anderes Volk hervorbringt. Das sind wieder die unterschiedlichen Bedeutungen, die die einzelnen althebräischen Wörter haben.</p>
<h2>Datierung der Flut</h2>
<p>Aus dem Kontext wissen wir jedoch, dass die Flut alle Menschen bis auf die acht in der Arche tötete. Gott rettete ganz explizit nur Noah und seine Familie. Das heißt, die Flut muss stattgefunden haben, bevor die Menschheit begann, sich über die gesamte Erde zu verbreiten, als alle auf einem Knubbel hockten. Ganz grob zwischen 40000 und 85000 Jahren könnte man die Flut datieren.</p>
<p>Ein ganz gewaltiges Indiz dafür, dass diese Flut tatsächlich geschah, sind die Fluterzählungen, die es in nahezu jeder Kultur gibt. Manchmal hört man die Begründung, weil es global Fluterzählungen und Mythen gibt, muss auch die Flut global gewesen sein. Aber ich argumentiere hier ja für eine lokale Flut. Aber wenn man drüber nachdenkt, dann sind die globalen Erzählungen ein Indiz für eine lokale Flut. Wenn die Menschen nach der Flut diese Erzählung in ihre jeweilige Kultur übernahmen, während sie die Erde besiedelten, dann ist es erklärbar, dass es praktisch überall diese Erzählung gibt, mit kleineren oder größeren Abweichungen.</p>
<blockquote>
<h2>Einspruch: Überflutungen geschehen weltweit immer mal wieder</h2>
</blockquote>
<p>Diese ganzen Fluterzählungen sind unabhängig voneinander, und beschreiben separate Ereignisse in den jeweiligen Kulturen.</p>
<p>Das ist der häufigste Einspruch gegen das Indiz der globalen Fluterzählungen. Aber betrachtet es mal so: Flutkatastrophen geschehen überall immer mal wieder. Erdbeben geschehen überall immer mal wieder. Sonnenfinsternisse geschehen überall immer mal wieder. Vulkanausbrüche auch, und Dürren auch, und jede andere Naturkatastrophe und jedes andere Naturereignis auch. Wir haben etwa 200 Fluterzählungen überall in der ganzen Welt verstreut. Die meisten von denen beschreiben eine Gottheit, die die Flut als Strafe bringt, und die meisten beschreiben ein Schiff, durch das die Menschheit vor dem Aussterben bewahrt wird.</p>
<p>Wo sind die 200 Erdbeben-Erzählungen? Wo sind die 200 Vulkanausbruch-Erzählungen, oder Sonnenfinsternis-Erzählungen, die alle solche klaren Parallelen aufweisen? Es gibt sie nicht. Nur für die Flut gibt es das.</p>
<h2>Welche Fluterzählung ist original?</h2>
<p>Aber woher wissen wir, dass die biblische Flutgeschichte die richtige ist, und andere nicht, wie z.B. das Gilgamesch-Epos? Es sollte klar sein, dass wir für eine Erzählung, die vor mindestens 40000 Jahren stattfand, keine felsenfesten Beweise oder Belege auftreiben können. Aber ein paar Indizien gibt es schon. Fangen wir mit der Behauptung unseres Museumsführers an, dass das Gilgamesch-Epos älter ist, und daher eine Erzähl-Vorlage zur biblischen Fluterzählung darstellt.</p>
<p>Das Gilgamesch-Epos ist super alt, datiert auf 2100 v. Chr. Es ist das älteste literarische Werk, welches uns erhalten ist. Wenn es das älteste Werk ist, wie kann es also nicht den Urspruch der Fluterzählung aus der Bibel bilden? Ganz einfach: Tafel XI, die die Fluterzählung enthält, wurde ca. im 7. Jahrhundert zu dem Epos hinzugefügt. Bei allen älteren Funden fehlt diese Tafel.</p>
<p>Wir müssen also nur noch zeigen, dass die Mose-Bücher älter sind als 700 v. Chr., und die Behauptung ist widerlegt. Dies ist im Beitrag &#8222;10 archäologische Funde, die das Alte Testament belegen&#8220; geschehen.</p>
<h2>Probleme mit dem Gilgamesch-Epos</h2>
<p>Außerdem schauen wir uns mal die Maße der Arche von Gilgamesch an. Es ist angegeben, dass die Länge, Breite und Höhe exakt gleich sind. Die Arche von Gilgamesch ist also ein perfekter Kubus, und damit absolut nicht seetauglich. Die Maße von Noahs Arche beschreiben hingegen eine Kastenform. Viele Konstrukteure von Schiffen haben sich damit beschäftigt, und es besteht Konsens, dass die Maße wie in der Bibel angegeben ein in hohem Maße seetaugliches Schiff beschreiben.</p>
<p>Wenn die Fluterzählung wahr ist &#8211; und die Masse an verschiedenen Erzählungen lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu, dann muss die ursprüngliche Erzählung notwendigerweise die korrekten Maße für das Schiff angeben. Eine Erzählung andererseits mit einem Kubus, der bei der ersten Welle zerbrechen würde, kann nicht die Ursprungerzählung sein. Ein Schiff, das nicht absolut seetauglich ist, hätte die Sintflut damals nicht überstanden. Und die biblische Erzählung ist die einzige, die diese Anforderung erfüllt, und damit der einzige Kandidat für die Ursprungserzählung.</p>
<p>Ich hoffe diese Ausführungen waren hilfreich. Die Fluterzählung ist ja eine der Geschichten, die für viele die Bibel unglaubwürdig macht, oder so manchen Christen sogar zum Zweifeln bringt. Ich hoffe, ich konnte zeigen, wenn man das Ereignis als lokale Flut versteht, dass das die Grundlage für alle Zweifel entzieht.</p>
<p>Oder andersherum: Wenn es vor 40000 bis 85000 Jahren eine lokale Flut in Mesopotamien gab, die alle Menschen bis auf acht tötete, was würden wir erwarten heute noch zu finden? Doch genau das, was wir haben: eine komplett glaubwürdige Überlieferung in Gottes inspiriertem Wort, sowie abweichende, teilweise unglaubwürdige Mythen in zahlreichen anderen Kulturen. Und den einen oder anderen archäologischen Nachweis, dass es in Mesopotamien zu so einer massiven Überflutung kam.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/1576832309/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1576832309&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=f85c0b3a78b0c1b19b2ff2bf82bc766e" target="_blank" rel="noopener">Hugh Ross, The Genesis Question</a> u.a.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/09/04/noahs-flut-wissenschaftlich-unmoeglich/">Noahs Flut – Wissenschaftlich unmöglich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<item>
		<title>Widerspruch in der Bibel??! Wer verführte David zur Volkszählung?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/06/22/widerspruch-in-der-bibel-wer-verfuehrte-david-zur-volkszaehlung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 13:20:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fehler in der Bibel?]]></category>
		<category><![CDATA[1. Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[2. Samuel]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtumslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzigung]]></category>
		<category><![CDATA[Satan]]></category>
		<category><![CDATA[Widerspruch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.auferstanden.org/?p=527</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer verführte König David dazu, eine Volkszählung durchzuführen? In 2. Samuel heißt es, der Herr war es, aber in 1. Chronik heißt es, Satan war es. Ein Widerspruch? Schauen wir die beiden Verse einmal&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/06/22/widerspruch-in-der-bibel-wer-verfuehrte-david-zur-volkszaehlung/">Widerspruch in der Bibel??! Wer verführte David zur Volkszählung?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer verführte König David dazu, eine Volkszählung durchzuführen? In 2. Samuel heißt es, der Herr war es, aber in 1. Chronik heißt es, Satan war es. Ein Widerspruch?</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Widerspruch in der Bibel??! Wer verführte David zur Volkszählung?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/0ZIiP_ZHXlU?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Schauen wir die beiden Verse einmal an.</p>
<blockquote><p>Und wieder entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er reizte David auf gegen sie und sprach: Geh, zähle Israel und Juda. (2. Samuel 24:1)</p>
<p>Und Satan stellte sich gegen Israel und verleitete David dazu, Israel zu zählen. (1. Chronik 21:1)</p></blockquote>
<p>Wir <a href="https://www.auferstanden.org/2020/02/19/fehler-und-widersprueche-in-der-bibel/">erinnern uns</a>: Ein Widerspruch liegt nur dann vor, wenn zwei Aussagen nicht beide gleichzeitig demselben Sinn nach wahr sein können. Schon auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass die beiden Aussagen sich nicht gegenseitig ausschließen.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-530" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung-300x169.jpg" alt="Wer verführte David zur Volkszählung?" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/06/david-volkszaehlung.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Wenn ich eine Auftragskillerin anheuere, um meinen Feind zu erschießen, wer begeht dann den Mord? Ganz klar begeht die Auftragskillerin den Mord. Aber ich begehe ebenfalls den Mord, obwohl ich selbst nicht den Abzug betätige. Laut Strafgesetzbuch würde ich gleichermaßen angeklagt und verurteilt werden.</p>
<p>Aber ist Satan nun ein Handlanger, der für Gott die Drecksarbeit ausführt, so dass dieser sich nicht selbst die Hände schmutzig macht? Dies ist nicht der Fall. Satan rebelliert gegen die Herrschaft Gottes. Man kann das hebräische Wort &#8222;Satan&#8220; als &#8222;Gegner&#8220; oder &#8222;Widersacher&#8220; übersetzen. Als Gottes Gegner wird Satan sich kaum für so einen Auftrag beauftragen lassen. Vielmehr können wir davon ausgehen, dass Satan durch seine Aktion Gottes Plan mit David vereiteln wollte. Allerdings haben wir in 2. Samuel 24:1 erfahren, dass Gott bereits zornig mit David und Israel war, als David zur Volkszählung verführt wurde. Die Volkszählung war also Auslöser für die Strafe, die Gott später gegen David ausspricht. Sie war nicht die Ursache für die Strafe. Die Ursache waren andere nicht näher erläuterte Vorkommnisse, die Gottes Zorn erregt hatten.</p>
<p>Dass Satan zum unfreiwilligen Helfer wird, der wider sein eigenes Bestreben essenzielle Bestandteile zur Vollendung von Gottes Plan beisteuert, das ist ein Handlungsborgen, der in den biblischen Erzählungen mehrere Male auftritt.</p>
<p>Das wohl bekannteste Ereignis dieser Art ist der Verrat des Judas Iskariot.</p>
<blockquote><p>Es fuhr aber der Satan in Judas mit Namen Iskariot, der zum Kreis der Zwölf gehörte. (Lukas 22:3).</p></blockquote>
<p>Dieser Vers scheint auf den ersten Blick zu implizieren, dass es Satans Plan gegen Gott war, durch Judas Iskariot die Kreuzigung und den Tod Jesu herbeizuführen, und dass ihm dies im weiteren Verlauf des Evangeliums auch glückt.</p>
<p>Die weitaus tiefere Perspektive zu diesem Geschehnis finden wir im 1. Korintherbrief.</p>
<p>Wir reden vielmehr von der Weisheit Gottes, der verborgenen, so wie man von einem Geheimnis redet; diese hat Gott vor aller Zeit zu unserer Verherrlichung bestimmt. Sie hat keiner der Herrscher dieser Weltzeit je erkannt, denn hätten sie sie erkannt, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. (1 Korinther 2:7-8.)</p>
<p>Mit den Herrschern dieser Weltzeit sind natürlich Satan und seine Dämonen gemeint. Satan wird also direkt für die Kreuzigung und den Tod Jesu verantwortlich gemacht. Diese Aktion war für ihn ein klassischer Schuss ins eigene Bein. Er wollte Gottes Plan durchkreuzen, aber er hat nicht gewusst, dass die Kreuzigung, die er selbst eingefädelt hat, Teil von Gottes Plan war.</p>
<p>Gott hätte natürlich auch auf jede andere erdenkliche Art und Weise die Kreuzigung auf den Weg bringen können. Aber keine andere denkbare Möglichkeit zeigt so eindrücklich, wer hier der Chef ist, und wer sämtliche Fäden in der Hand hält.</p>
<p>Quelle: <a href="https://defendinginerrancy.com/bible-solutions/2_Samuel_24.1.php" target="_blank" rel="noopener">Defending Inerrancy</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/06/22/widerspruch-in-der-bibel-wer-verfuehrte-david-zur-volkszaehlung/">Widerspruch in der Bibel??! Wer verführte David zur Volkszählung?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Widerspruch in der Bibel?!? Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2021/01/24/widerspruch-in-der-bibel-wie-viele-israeliten-zogen-nach-aegypten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jan 2021 23:09:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fehler in der Bibel?]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Apostelgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtumslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Widerspruch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte von Josef kennen wir alle. Nachdem ihn seine Brüder als Sklaven nach Ägypten verkauft hatten, stieg er dort bis zum Wesir auf, und holte nach der Versöhnung seinen Vater und seine Brüder&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2021/01/24/widerspruch-in-der-bibel-wie-viele-israeliten-zogen-nach-aegypten/">Widerspruch in der Bibel?!? Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte von Josef kennen wir alle. Nachdem ihn seine Brüder als Sklaven nach Ägypten verkauft hatten, stieg er dort bis zum Wesir auf, und holte nach der Versöhnung seinen Vater und seine Brüder aus Kanaan nach.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Widerspruch in der Bibel?!? Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/W7QQtjNRmMI?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Aber wie viele Israeliten zogen insgesamt nach Ägypten? Josefs Geschichte findet sich zwei Mal in der Bibel. In der Apostelgeschichte 7:14 wird die Anzahl der Personen wie folgt angegeben:</p>
<blockquote><p>Josef aber schickte nach seinem Vater und liess ihn und alle seine Verwandten zu sich kommen, fünfundsiebzig Leute.</p></blockquote>
<p>In Genesis 46:27 steht jedoch eine andere Zahl:</p>
<blockquote><p>Alle zusammen vom Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen: siebzig.</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-491 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-300x169.jpg" alt="Jakobs Familie" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Jakobs-Familie.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Wie viele Israeliten zogen nach Ägypten?</h2>
<p>Wie viele Nachkommen Jakobs sind mit nach Ägypten gezogen? Zählen wir sie durch. Es werden nur die männlichen Nachkommen gezählt. In Genesis 46 sind sie aufgelistet, die meisten sogar mit Namen. Jakobs Söhne in Kanaan und deren Söhne zählten insgesamt 66 Personen, Josef und seine Söhne zählten insgesamt 3 Personen, hinzu kommt Jakob selbst, das macht 70 Personen.</p>
<p>Wo kommen also die fünf fehlenden Personen her? Um das Rätsel zu lösen, müssen wir die Josefsgeschichte vorerst hinter uns lassen, und uns den Handschriften des Alten Testaments zuwenden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-492" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-300x169.jpg" alt="Josef in Ägypten" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Josef-in-Aegypten.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Wo kommt der Text von Genesis her?</h2>
<p>Jede Bibel, die wir heute in der Buchhandlung unseres Vertrauens kaufen, wurde von hebräischen Handschriften aus dem 11. Jahrhundert übersetzt.</p>
<p>Der Text dieser Handschriften wird auch der <strong>masoretische Text</strong> genannt. Die älteste vollständig erhaltene hebräische Handschrift des Alten Testamentes ist der <strong>Leningrad-Codex</strong>. Dieser wurde im Jahr 1008 n.Chr. in Kairo geschrieben.</p>
<p>Ursprünglich geschrieben wurde das Buch Genesis um das Jahr 1400 v. Chr. Zwischen dem Urtext und dem ältesten erhaltenen kompletten Text liegen also gut 2400 Jahre. In so einem langen Zeitraum passieren gelegentlich Abschreibefehler. Es sind zwar nicht viele, aber es kommt trotzdem vor.</p>
<p>Wir wollen also untersuchen, ob mit dem Vers in Genesis 46:27 etwas passiert ist, bevor Stephanus in seiner Predigt um das Jahr 36 n. Chr. auf genau diesen Vers Bezug nimmt.</p>
<p>Bei solchen Fragen ist es meistens hilfreich, sich griechische und hebräische Handschriften und Fragmente anzusehen, die wesentlich älter als der Leningrad-Codex sind.</p>
<h2>Noch ältere Texte</h2>
<p>Die <strong>Schriftrollen vom Toten Meer</strong> wurden über einen Zeitraum von etwa 250 v. Chr. bis etwa 70 n. Chr. geschrieben, die meisten von ihnen im 1. Jahrhundert v. Chr. Nur wenige Schriftrollen haben die Zeit unbeschädigt überstanden. Die Texte haben also große Lücken. So fehlt leider auch fast das komplette Kapitel, das uns interessiert, Genesis 46.</p>
<p>Die <strong>Septuaginta</strong> ist die griechische Übersetzung des Alten Testaments. Sie wurde um das Jahr 250 v. Chr. in Alexandria angefertigt. Die älteste erhaltene Handschrift, der Codex Vaticanus, wurde um das Jahr 325 n. Chr. geschrieben.</p>
<p>Die Verse, die die Ungereimtheiten erklären, schauen wir uns gleich im Detail an. Abweichende Zahlenangaben sind eine der häufigsten Arten von Textabweichungen. Interessanterweise stimmen bei solchen Abweichungen oft die Septuaginta und die Schriftrollen vom Toten Meer überein, während der masoretische Text abweicht. In diesem Fall fehlt das Kapitel in den Schriftrollen vom Toten Meer. Trotzdem können wir davon ausgehen, dass der Text aus der Septuaginta korrekt ist, da er auch durch Stephanus bestätigt wurde.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-490" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-300x169.jpg" alt="Genesis 46" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Genesis-46.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Texte im Vergleich</h2>
<p>Der komplette Vers aus Genesis 46:27 lautet im hebräischen Text:</p>
<blockquote><p>Und die Söhne Josefs, die ihm in Ägypten geboren wurden: zwei. Alle zusammen vom Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen: siebzig.</p></blockquote>
<p>In der Septuaginta sieht der Vers wie folgt aus:</p>
<blockquote><p>Die Söhne des Joseph aber, die ihm im Land Ägypten geboren wurden, waren neun Seelen. Alle Seelen von Jakobs Haus, die nach Ägypten einzogen, waren 75.</p></blockquote>
<p>Also hat nicht nur Jakobs Familie in der Septuaginta fünf zusätzliche Mitglieder, sondern Josefs Familie auch.</p>
<p>Schauen wir uns zusätzlich Genesis 46:20 an, wo Josefs Nachkommen aufgelistet werden. Im Hebräischen lautet er:</p>
<blockquote><p>Und Josef wurden im Land Ägypten Manasse und Efraim geboren, die ihm Asenat gebar, die Tochter Poti-Feras, des Priesters von On.</p></blockquote>
<p>Dieser Vers ist im griechischen Text deutlich länger:</p>
<blockquote><p>Söhne Josephs aber im Land Äypten waren die, die ihm Asenneth, die Tochter des Petephres, Priester von Heliopolis, geboren hatte: Manasse und Ephraim. Söhne des Manasse aber waren die, die ihm die syrische Nebenfrau geboren hatte: Machir. Machir aber zeugte Galaad. Die Söhne des Ephraim aber, Manasses Bruder: Suthalaam und Taam. Die Söhne des Suthalaam aber: Edem.</p></blockquote>
<h2>Die Auflösung des Widerspruchs</h2>
<p>In den Kulturen des Vorderen Orient zählen Enkel und Urenkel mit zu den Söhnen. Daher sind alle neun Nachkommen Josefs seine Söhne.</p>
<p>Ich gehe davon aus, dass Genesis 46:20 im hebräischen Original länger war, so wie in der Septuaginta, und dass die zweite Hälfte des Verses irgendwann einmal beim Abschreiben vergessen wurde. Später hat dann ein Schreiber, der es gut meinte, einmal nachgezählt, und gemerkt, dass die Zahl siebzig nicht mehr mit der Auflistung der Personen übereinstimmt, und daraufhin die Zahl angepasst. Also wie viele Israeliten zogen nach Ägypten? Es waren 75.</p>
<p>Leider korrigiert keine der zahlreichen deutschen Bibelübersetzungen, die ich durchgegangen bin, diesen offensichtlichen Fehler. Lediglich die Neue evangelistische Übersetzung weist in einer Fußnote darauf hin.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-493" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-300x169.jpg" alt="Septuaginta und Dead Sea Scrolls Bible" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2021/01/Septuaginta.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Es gibt viele angelbliche Widersprüche dieser Art, die sich durch Nachschlagen in der Septuaginta leicht auflösen lassen. Leider hinken wir in Deutschland mit der Zugänglichkeit dieser Texte noch etwas hinterher. Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet die <a href="https://www.bibelwissenschaft.de/bibelgesellschaft-und-bibelwissenschaft/wissenschaftliche-bibelausgaben/septuaginta/septuaginta-deutsch/" target="_blank" rel="noopener">Septuaginta für 64 Euro</a> an. Die Schriftrollen vom Toten Meer sind meines Wissens nach überhaupt noch nicht nach Deutsch übersetzt worden.</p>
<p>Wesentlich günstiger geht es, wenn man sich mit englischen Texten anfreunden kann. Die <a href="https://ccat.sas.upenn.edu/nets/edition/" target="_blank" rel="noopener">NETS</a> ist online kostenlos nutzbar. Die <a href="https://www.amazon.de/gp/product/0060600640/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0060600640&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=5f2d49069d383e2699b23a2a61ad26ec" target="_blank" rel="noopener">Dead Sea Scrolls Bible</a> ist zwar nicht kostenlos einsehbar, aber im Buchhandel für um die 20 Euro erhältlich.</p>
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		<title>Das beste Argument gegen Gott</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/12/11/das-beste-argument-gegen-gott/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2020 01:11:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hölle]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mir ist das beste Argument gegen Gott zugespielt worden. Da ich zugesichert habe, auf das Argument per Video zu reagieren, ist hier also meine Reaktion auf das beste Argument gegen Gott, sowohl als Video&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/12/11/das-beste-argument-gegen-gott/">Das beste Argument gegen Gott</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist das beste Argument gegen Gott zugespielt worden. Da ich zugesichert habe, auf das Argument per Video zu reagieren, ist hier also meine Reaktion auf das beste Argument gegen Gott, sowohl als Video als auch als Blog-Artikel.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="&quot;Das beste Argument gegen Gott...&quot;" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/L2hhI_OZMAk?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Die Vorgeschichte zu diesem Video ist die, dass ich angeblich Angst vor Kritik habe – und vor Argumenten.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-435" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1-300x52.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1-1024x177.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1-768x133.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-1.png 1172w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-436" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2-300x37.png" alt="Angst vor Argumenten" width="300" height="37" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2-300x37.png 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2-1024x128.png 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2-768x96.png 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Angst-vor-Argumenten-2.png 1052w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Also habe ich den Kommentator (oder die Kommentatorin) gebeten, mir einen Link zum besten Argument gegen Gott zu geben, so dass ich ein Video dazu mache.</p>
<p>Als Antwort habe ich zwei Links erhalten, einmal eine lange <a href="https://bibelzitate.hpage.com/kat-05.html" target="_blank" rel="noopener">Ausflistung von Bibel-Zitaten</a>, und zum anderen eine <a href="https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/kritik-an-militaerbischof-overbeck" target="_blank" rel="noopener">Kritik der GBS an Bischof Overbeck</a>.</p>
<p>Die Kritik an Bischof Overbeck untersuche ich in einem zukünftigen Beitrag separat. In diesem Artikel geht es um die Liste der Bibelzitate.</p>
<h2>Was ist überhaupt ein &#8222;gutes Argument&#8220;?</h2>
<p>Bevor ich in die Einzelheiten gehe, zuerst eine generelle Anmerkung. Wenn ich als beste Argumente <strong>für</strong> Gott nichts als eine Auslistung an Bibelzitaten geliefert hätte, und meinetwegen noch eine Kritik an den Worten irgendeines Vertreters des Atheismus, dann hätte jeder Atheist meine Argumentation zurecht in der Luft zerrissen.</p>
<p>Eine Liste von Bibelzitaten ist kein Argument. Aber vielleicht gibt es ein implizites Argument, das mit diesen Bibelzitaten kommuniziert wird. Die Aussage, die zwischen den Zeilen zu lesen ist, lautet in entwa: &#8222;Gott gibt in seinem Wort moralische Grundsätze vor, mit denen ich nicht einverstanden bin&#8220;.</p>
<p>Aber was ist die Schlussfolgerung? &#8222;Darum gibt es keinen Gott&#8220;?</p>
<h2>Moralische Wertungen benötigen objektive Moral</h2>
<p>Hier tut sich für den Atheisten jedoch ein massives Problem auf. Moralische Wertungen ohne einen objektiven moralischen Standard sind unmöglich. Ein objektiver moralischer Standard kommt nicht aus der Kultur, oder aus der Erziehung, oder aus dem, was man sich selbst überlegt.</p>
<p>Eine objektive moralische Wertung benötigt einen moralischen Gesetzgeber, also Gott. Ansonsten ist es keine objektive Wertung, sondern eine persönliche Vorliebe.</p>
<p>Aber ich will hier gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Das habe ich im Artikel zum <a href="https://www.auferstanden.org/2020/03/26/der-moralische-gottesbeweis/">moralischen Gottesbeweis</a> ausführlich genug gemacht.</p>
<p>Das zweite Problem ist, wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin, dass es das dann angeblich nicht gibt. So ein Argument wäre absurd.</p>
<p>Wenn ich beispielsweise mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland nicht einverstanden bin, dann folgt daraus nicht, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht existiert. Die Reichsbürger argumentieren so. Ich hoffe, dass es nicht in diese Richtung gedacht war, mir die Zitate-Liste als bestes Argument gegen Gott zu geben.</p>
<p>Aber nun zu den einzelnen Bibelzitaten. Ich behandle nur die ersten paar Zitate, damit deutlich wird, wie der Zitate-Sammler durch seine Art zu zitieren manipulierend beeinflusst.</p>
<h2>2. Thessalonicher 2:11-12</h2>
<blockquote><p>Gott lässt sie dem Irrtum verfallen, so dass sie die Lügen (des Satans) glauben, damit alle gerichtet werden, die die Wahrheit nicht glauben und keine Freude am rechten Glauben haben.</p></blockquote>
<p>Hier tritt gleich das nächste Problem auf. So steht das Zitat in keiner Bibel drin. Damit meine ich nicht, dass der Zitate-Sammler in Klammern &#8222;des Satans&#8220; eingefügt hat. Es betrifft nicht nur dieses eine Zitat, sondern, wenn ich es richtig beurteile, alle.</p>
<p>Er hat den Text augenscheinlich der Lutherbibel genommen, und dann Satzstellungen geändert, Worte vertauscht, ausgelassen, neu eingefügt, so lange, bis das Zitat dem Narrativ entspricht, welches er vermitteln will.</p>
<p>So, wie es hier steht, findet es sich in keiner Bibelübersetzung. Ich bin 22 verschiedene Offline-Bibeln durchgegangen. Bei einer Online-Recherche finden sich die Zitate zwar wieder – aber nicht in Bibelübersetzungen, sondern in Kommentaren, Foren, Sozialen Netzen, vermutlich kopiert von der Zitate-Seite, um zu zeigen, wie schlimm die Bibel angeblich ist, aber ohne Einsatz des gesunden Menschenverstandes, und in jedem Fall, ohne zu prüfen, ob es richtig zitiert ist.</p>
<h2>Schlecht zitiert ist falsch zitiert</h2>
<p>Also holen wir, wenn nötig, die korrekten Zitate aus der Lutherbibel, um zumindest ansatzweise einen ähnlichen Text wie diese Zitate zu haben. In der Lutherbibel lautet obiges Zitat:</p>
<blockquote><p>Und darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, dass sie der Lüge glauben, auf dass gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.</p></blockquote>
<p>Der Zusammenhang des Textes ist die Endzeit, während der Herrschaft des Antichristen, wenn die Gläubigen bereits zu Jesus entrückt worden sind. Die Zurückgebliebenen werden nicht wegen ihres Unglaubens gerichtet, wie der Zitate-Sammler uns weis machen will, sondern wegen ihrer Ungerechtigkeit, und damit für ihre Taten, für ihre Handlungen.</p>
<p>Anders als beim Zitate-Sammler kann man nun auch erkennen, wenn die Ungerechten den Lügen des Antichristen glauben, dass das ein <strong>Teil</strong> des Strafgerichtes ist, und nicht die <strong>Ursache</strong> des Strafgerichtes.</p>
<h2>Jeremia 9:24-25</h2>
<blockquote><p>Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich die Unbeschnittenen (Heiden) die Beschnittenen (Israeliter, Juden) heimsuchen lasse… Denn die Juden sind zwar beschnitten, aber im Herzen sind sie keine gläubigen Juden.</p></blockquote>
<p>Das ist also ein Zitat aus dem Alten Testament, aus der jüdischen Bibel, wie es heute auch in den Synagogen gelesen wird. Die jüdische Bibel lehrt also angeblich, dass die Juden keine Juden sind. Das ist, milde gesagt, verdächtig. Also schauen wir nochmals in der Lutherbibel nach:</p>
<blockquote><p>Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich heimsuchen werde alle, die Beschnittenen mit den Unbeschnittenen: nämlich Ägypten, Juda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die sich das Haar stutzen, die in der Wüste wohnen. Denn alle Völker sind unbeschnitten, und ganz Israel hat ein unbeschnittenes Herz.</p></blockquote>
<p>Da steht also nichts davon, dass die Unbeschnittenen die Beschnittenen heimsuchen, sondern dass Gott alle Völker heimsuchen wird, also die Beschnittenen zusammen mit den Unbeschnittenen.</p>
<h2>Kein Unterschied zwischen Juden und Heiden</h2>
<p>Aber die Völker, die aufgezählt werden, die haben in der Antike allesamt die männlichen Babys beschnitten. Körperlich waren sie alle beschnitten. Insbesondere ist in der Aufzählung Juda mit bei, also das Volk Israel.</p>
<p>Die Trennung zwischen Heiden und Juden, wie der Zitate-Sammler sie darstellt, ist also reiner Unfug. Die Aussage des Textes ist das genaue Gegenteil. Heiden und Juden werden mit demselben Maß gerichtet, ohne dass die Beschneidung dabei eine Rolle spielt.</p>
<p>Die Beschneidung ist nur ein religiöses Ritual. Religion und Rituale bewahren nicht vor dem Gericht Gottes, wenn die Person im Herzen böse ist. So eine Person betrachtet Gott als unbeschnitten.</p>
<p>Manchmal haben Atheisten ein Problem damit, dass Gott überhaupt richtet, und ihnen vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen haben, und letztendlich auch noch darüber richtet.</p>
<p>Wenn Gott gerecht ist, dann muss er auch richten. Ansonsten wäre seine Gerechtigkeit nichts als reine Theorie. Wer sein eigener Herr sein will, kann so etwas natürlich nicht akzeptieren.</p>
<h2>5. Mose 17:2-5</h2>
<blockquote><p>(Gott befiehlt): Wenn jemand in deinem Dorf gegen Gottes Vorschriften verstösst, insbesondere wenn jemand… anderen Göttern dient und sie anbetet, muss das untersucht werden. Wenn es stimmt, dass solcher Gräuel in Israel verübt worden ist, dann sollst du die Fehlbaren vor das Dorf führen und zu Tode steinigen.</p></blockquote>
<p>Das Zitat ist einigermaßen adäquat zusammengefasst, so dass es nicht nötig ist, noch einmal aus der Lutherbibel zu zitieren. Götzendienst in der alttestamentlichen Theokratie wurde mit dem Tod bestraft. Es war ein Verstoß gegen das erste Gebot. Das Gesetz des Alten Testamentes ist durch Jesus erfüllt, und daher für Christen nicht mehr bindend.</p>
<h2>Der Moloch-Kult</h2>
<p>Warum wurde Götzendienst mit dem Tode bestraft? Das hat zum einen mit den Götzenkulten der Kanaaniter zu tun, allem voran dem Moloch-Kult. Diese Kulte brachten ihren Götzen Menschenopfer. Sie haben den Götzen ihre eigenen Kinder als Brandopfer gebracht. Das ist das Gräuel, von dem in dem Vers die Rede ist.</p>
<p>Zum anderen sollte verhindert werden, dass die Götzendiener andere Israeliten ebenfalls zum Götzendienst verführen, wie man in 5. Mose 13:7-19 nachlesen kann. Gebracht haben diese Vorschriften recht wenig. Die Israeliten haben später immer wieder den Moloch und den Baal angebetet, und ihre Kinder als Brandopfer gebracht. In letzter Konsequenz hat Gott sie dadurch gerichtet, dass sie ins Exil gehen mussten.</p>
<p>Der Vers richtet sich also nicht gegen Glaubensfreiheit im modernen Sinne, dass jeder glauben kann was er will, oder auch nicht, und alle zusammen miteinander friedlich in einer pluralistischen Gesellschaft leben. Es ging darum, Menschenopferkulte aus dem Heiligen Land fernzuhalten und zu verbannen.</p>
<p>Jeder Israelit, der sich dafür entschied, lieber doch dem Moloch oder dem Baal zu dienen, hatte sogar die Freiheit, dies zu tun, ohne die Todesstrafe fürchten zu müssen. Das Gesetz gegen Götzendienst war regional begrenzt auf das Heilige Land. Das wird in den einleitenden Worten in der Lutherbibel deutlich: &#8222;Wenn in deiner Mitte, in einer deiner Städte, die dir der HERR, dein Gott, geben wird&#8230;&#8220;</p>
<p>Wer lieber seine Kinder auf einem Moloch-Altar verbrannte, konnte also das Land verlassen, und hatte jede Freiheit, dies ungehindert zu tun. Bei den umliegenden Völkern war er mit solchen Praktiken in guter Gesellschaft. Aber im Heiligen Land hatte Gott das Hausrecht.</p>
<p>Vieles zu dem Thema lässt sich eins-zu-eins übertragen aus meinem Artikel über <a href="https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/">Gewalt im Alten Testament</a>.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-423" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg" alt="Der Gott Moloch" width="171" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg 171w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg 319w" sizes="auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px" /></a></p>
<h2>Offenbarung 2:26-27</h2>
<blockquote><p>Doch wer (alle Hindernisse) überwindet und bis zum Ende (zu mir) hält, dem will ich Macht geben über die Heiden, er soll sie weiden (beherrschen) mit eisernem Stab, und er soll sie zerschmeissen wie Tonkrüge&#8230;</p></blockquote>
<p>Auch hier benötigen wir das Originalzitat aus der Lutherbibel, denn der Zitate-Sammler hat wieder viele entscheidende Dinge verändert:</p>
<blockquote><p>Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Völker, und er soll sie weiden mit eisernem Stabe – wie die tönernen Gefäße werden sie zerschmissen.</p></blockquote>
<p>Zum einen ist hier nicht die Rede von demjenigen, der bis ans Ende zu Jesus hält, sondern von demjenigen, der bis zum Ende Jesu Werke bewahrt, also seine Werke tut. Und welche Werke hat Jesus getan? Er war kein Kriegsherr, der hingegangen ist, und die Heidenvölker zerschmettert hat. Er ist zu den Menschen gegangen, hat ihnen das Reich Gottes verkündigt, hat ihnen die Sünden vergeben, hat sie geheilt, und hat den Ausgestoßenen ihre Menschenwürde zurückgegeben.</p>
<p>Jesus hat die Werke eines Hirten getan. Und so bezieht sich dieser Text auch auf diejenigen, die bis zum Ende die Werke eines Hirten tun. Das sind diejenigen, die sich in dieser Aufgabe bewährt haben. Nach Jesu Wiederkehr, wenn das tausendjährige Friedensreich anbricht, bekommen sie größere Aufgaben übertragen, aber auch wieder Hirtenaufgaben. Sie sollen die Völker <strong>weiden</strong>. Für <strong>Stab</strong> steht im Griechischen das Wort für Hirtenstab. Es sind diejenigen, die Jesus im Gleichnis der anvertrauten Pfunde in Matthäus 25:21 mit &#8222;guter und treuer Knecht&#8220; anspricht.</p>
<h2>Jesus richtet am Ende der Zeiten</h2>
<p>Jesus <strong>wird</strong> am Ende der Zeiten die Völker richten. Die Bibel ist in 1. Korinther 6:2 klar darin, dass die Gläubigen zusammen mit Jesus richten werden.</p>
<blockquote><p>Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?</p></blockquote>
<p>Aber wer vollstreckt das Urteil? Der Zitate-Sammler verdreht es so, als ob die Gläubigen das Urteil vollstrecken, also diejenigen wie Tongefäße zerschmettern, die das Gericht nicht bestehen.</p>
<p>Dem ist nicht so. Im messianischen Psalm 2:7-9 können wir nachlesen, wer das Urteil vollsstrecken wird:</p>
<blockquote><p>Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.«</p></blockquote>
<p>Es sind also nicht die Gläubigen, sondern Jesus, der Messias, der das Urteil vollstrecken wird. Damit ist dieser Text kein Aufruf zur Gewalt gegen Ungläubige, wie die Zitate-Seite weismachen will, sondern ein Hinweis darauf, dass Jesus am Ende der Zeit Gericht halten wird, und das Urteil gegen die Ungerechten vollstrecken wird.</p>
<h2>Micha 5:14</h2>
<blockquote><p>Und will Rache üben mit Grimm und Zorn an allen Heiden, die nicht gehorchen wollen.</p></blockquote>
<p>In der Lutherbibel steht &#8222;Vergeltung&#8220; anstatt &#8222;Rache&#8220;, und &#8222;Völker&#8220; anstatt &#8222;Heiden&#8220;. Da liest es sich etwas weniger reißerisch.</p>
<p>Als Erklärung reicht es eigentlich, sich Kapitel 5 komplett durchzulesen, und den Vers im Kontext zu betrachten. Die Prophetie spricht von der Zeit, in der die Juden in der Diaspora leben, also unter den Völkern, und damit unter den Heiden. In der Diaspora, wird prophezeit, würden die Juden unter Verfolgung leiden. Die Prophetie ist leider genauso eingetreten, mit dem grausigen Höhepunkt der Shoah in Deutschland. Aber nicht ausschließlich. Judenverfolgung und Antisemitismus lassen sich weit bis in die Antike zurückverfolgen.</p>
<p>Der fragliche Vers sagt aus, dass Gott an allen denjenigen Vergeltung üben wird, die für Judenverfolgung und Antisemitismus über die Jahrhunderte und Jahrtausende verantwortlich sind. Es ist also kein Blanko-Aufruf zur Gewalt, sondern eine Ankündigung von Vergeltung an denjenigen, die Hand an Gottes Volk legen.</p>
<h2>1. Korinther 1:19-21</h2>
<blockquote><p>Denn es steht geschrieben: &#8222;Ich will die Weisheit der Weisen vernichten und den Verstand der Sachverständigen verwerfen&#8220;. Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn während (die Gelehrten) trotz ihrer Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannten, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt diejenigen selig zu machen, die daran glauben.</p></blockquote>
<p>Das ist fast akkurat wiedergegeben. Die Kürzungen und ausgetauschte Worte verändern den Sinn nicht. Aber wo ist das Problem? Glaubt der Zitate-Sammler etwa, dass damit gemeint ist, die Weisen zu töten, und so ihre Weisheit zu vernichten? Ich hoffe nicht, denn das wäre wohl der allergrößte Schwachfug. Oder ist das Problem, dass Gott weltliche Weisheit für wertlos erklärt, und durch Torheit ersetzt? Wenn es das ist, lässt sich das gesamte Konstrukt durch die nachfolgenden Verse in 1. Korinther 1:22-25 entkräften, die erklären, was Paulus damit gemeint hat.</p>
<blockquote><p>„Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.</p></blockquote>
<p>Natürlich ist weltliche Weisheit im direkten Vergleich mit göttlicher Weisheit wertlos.</p>
<h2>Jesaja 65,11-14</h2>
<blockquote><p>Aber ihr, die ihr den HERRN verlasst, meinen heiligen Berg vergesst und einem fremden Gott opfert, will ich mit dem Schwert zähmen. Ihr müsst euch zur Schlachtung hin knien, weil ihr nicht geantwortet habt, als ich rief, weil ihr nicht zugehört habt, als ich redete, sondern Übles tatet und einen Weg gewählt hattet, der mir nicht gefiel. Darum spricht der Herr: Wer an mich glaubt, soll essen, trinken und fröhlich sein, ihr aber sollt hungern, dürsten und zu Schanden werden. Siehe, meine Knechte sollen vor gutem Mut jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen&#8230;</p></blockquote>
<p>In der Lutherbibel liest es sich weniger reißerisch, aber lassen wir es mal so stehen, da der Sinn nicht entstellt ist.</p>
<p>Zuerst gilt es zu klären, welches Ereignis hier prophezeit wird. Jesaja 65:1 spricht davon, dass Gott sich von einem Volk finden lassen wird, das seinen Namen nicht kennt. Das können nicht die Juden sein, denn sie kennen seinen Namen. Es muss die Kirche sein. Das Kapitel beginnt also mit einer Prophetie über das Zeitalter der Kirche.</p>
<p>Ab Jesaja 65:17 ist dann die Rede vom neuen Himmel und der neuen Erde. Das bezieht sich auf das tausendjährige Reich, das errichtet wird, wenn Jesus wiederkommt.</p>
<p>Das Ereignis, das zwischen diesen beiden Zeitaltern liegt, ist das Endzeitgericht. Das Thema ist weiter oben bereits geklärt, und ich brauche nicht weiter in die Details gehen. Als letzte Konsequenz für die Ungerechten wird außerdem das Ende in der Hölle angedeutet, wo sie vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen.</p>
<p>Die Hölle behandle ich zum Ende des Artikels separat. Aber ganz sicher ist auch dieser Text kein Aufruf zur Gewalt gegen Ungläubige.</p>
<h2>Römer 1,18-19</h2>
<blockquote><p>Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alle Gottlosen und Ungerechten, die die Wahrheit (nicht erkennen wollen), obschon sie ihnen Gott gezeigt hat.</p></blockquote>
<p>Diese Verse sind wieder einmal stark gekürzt worden, aber der Sinn ist intakt geblieben. Auch bei diesen Versen brauchen wir den Zusammenhang. Der Rest von Römer 1 beschäftigt sich mit zahlreichen Beispielen von Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit.</p>
<p>Das Entscheidende geschieht dann aber in Römer 2:1-4. Dann wird nämlich klar, dass dieser Text, der sich augenscheinlich gegen die Ungläubigen richtet, alle Menschen betrifft, Gläubige wie Ungläubige. Es wird kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen gemacht, sondern  es wird der Ausweg aus dieser Situation aufgezeigt:</p>
<blockquote><p>Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest. Wir wissen aber, dass Gottes Urteil zu Recht über die ergeht, die solches tun. Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?</p></blockquote>
<p>Römer 2:1 richtet sich zuallererst an diejenigen Christen, die die ganzen Beispiele aus Römer 1 dazu verwenden, andere zu verurteilen, und sich selbst als etwas Besseres darzustellen. Es sind leider nicht wenige, die das machen, und das ist ein Problem. Römer 1 stellt lediglich die Sachlage fest. Es ist kein Aufruf andere zu verurteilen oder noch schlimmeres. Das muss sich insbesondere jeder Christ zu Herzen nehmen.</p>
<p>Ab Römer 2:2 wird der Ausweg aus der Misere aufgezeigt. Der Gottlose muss nicht gottlos bleiben. Der Ungerechte muss nicht ungerecht bleiben. Der Ausweg heißt Buße, und dieser Weg steht jedem offen. Mehr dazu später.</p>
<h2>Matthäus 13:30-50</h2>
<p>Die nächsten drei Zitate behandle ich in einem Durchgang.</p>
<blockquote><p>(Jesus spricht in einem Gleichnis): Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Zur Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Reisst zuerst das Unkraut (Ungläubige) aus und bindet es zu Bündeln, um es zu verbrennen, aber den Weizen (Gläubige) bringt mir in meine Scheune. (Matthäus 13:30)</p>
<p>(Jesus sagt): Der Menschensohn (Jesus selbst) sät nur guten Samen. Dies sind die Gläubigen. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit (Ungläubige), deren Samen der Teufel gesät hat. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Schnitter sind die Engel. So wie man das Unkraut jätet und verbrennt, so wird es auch am Ende der Welt geschehen: Der Menschensohn (Jesus selber) wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle sammeln, die Unrecht tun, und werden sie in den Verbrennungsofen werfen, da wird Heulen und Zähneklappern sein. (Matthäus 13:37-42)</p>
<p>(Jesus sagt): Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Fischernetz, womit man allerlei Fische fängt. Wenn es voll ist, ziehen sie es an das Ufer und sortieren den Fang. Die guten Fische landen in Körben, und die schlechten werfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt geschehen: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten (die die Vorschriften Gottes befolgt haben), trennen und in den Feuerofen werfen. Da wird Heulen und Zähneklappern sein. (Matthäus 13:47-50)</p></blockquote>
<h2>Jeder tut Böses</h2>
<p>Hier in dem Fall ändert er die Aussagen der Texte dahingehend, während Jesus durchweg von <strong>Bösen</strong> und <strong>Gerechten</strong> spricht, dass er in Klammern, oder auch ohne Klammern, <strong>Gläubige</strong> und <strong>Ungläubige</strong> dazuschreibt. Das ist nicht das, was der Text sagt. Das Ziel der Gleichnisse ist nicht, dass der Zuhörer sich fragt, bin ich gläubig oder bin ich ungläubig? Damit würden sich die ganzen Religiösen und Pharisäer auf der Seite der Gläubigen einsortieren, sich zurücklehnen, und davon ausgehen, dass alles gut mit ihnen wird.</p>
<p>Das Ziel dieser Gleichnisse ist es, dass der Zuhörer sich fragt, bin ich gerecht oder bin ich böse? Jeder, der darüber nachdenkt, egal ob gläubig oder ungläubig, und eine ehrliche Antwort gibt, muss zu dem Schluss kommen, dass er <strong>nicht</strong> gerecht ist, und sich damit bei den Bösen einsortieren muss.</p>
<p>Erinnert Ihr Euch an das Zitat aus dem Römerbrief? <strong>Jeder</strong> tut dieselben bösen Dinge, und kann den anderen nicht dafür verurteilen.</p>
<p>Jesus will, dass die Zuhörer erkennen, dass sie alleine aus diesem Schlammassel nicht herauskommen. Der Ausweg lautet, laut Römerbrief, <strong>Buße</strong>. Das ist so ein altes Lutherdeutsch, das Wort versteht heute kaum noch einer.</p>
<p>In modernen Bibelübersetzungen steht stattdessen <strong>Umkehr</strong>. Das ist ein wenig besser, trifft es aber immer noch nicht hundertprozentig auf den Punkt. Die wörtliche Übersetzung aus dem griechischen lautet <strong>Sinneswandel</strong>. Umkehr ist also der bewusste Wandel der eigenen Denkweise, weg vom Bösen, und dahin, Gott zu lieben.</p>
<p>Das führt natürlich nicht dazu, dass man ab sofort nichts Böses mehr tut. Aber die eigene Einstellung ändert sich, und das ist es, was Jesus erreichen will.</p>
<h2>Folter oder Qualen in der Hölle</h2>
<p>Diejenigen, die sich darauf nicht einlassen, egal ob gläubig oder ungläubig, werden am Ende der Zeiten aussortiert. Der Ofen steht in den Gleichnissen natürlich für die Hölle. Ihr habt richtig gelesen: egal ob gläubig oder ungläubig. Wer glaubt, dass Gott existiert, sich aber trotzdem der Umkehr konsequent verweigert, der hat am Ende der Zeiten ein massives Problem.</p>
<p>Wenn wir an die Hölle denken, dann kommen vielen vielleicht solche Bilder in den Sinn, wie aus Tom &amp; Jerry, oder den Simpsons. Wer als Kind Zeichentrick-Serien geschaut hat, der kennt das. In der Hölle foltert der Teufel die armen Seelen bis ans Ende der Zeiten. Das ist nicht biblisch.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-439" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri-300x169.jpg" alt="Dante Alighieri" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dante-Alighieri.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Dantes Inferno</h2>
<p>Die Idee kommt allerdings nicht von Tom &amp; Jerry. Sie ist viel älter. Sie stammt aus Dantes Inferno. Dante Alighieri war ein italienischer Dichter des Mittelalters. Er beschrieb die Hölle erstmalig so, wie es heute noch dem Volksglauben entspricht. Seitdem er das Inferno verfasste, wird auch in der Kunst die Hölle fast ausschließlich so dargestellt, mit dem Teufel, der die armen Seelen bis in die Unendlichkeit foltert.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-440" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno-300x169.jpg" alt="Dantes Inferno" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Dantes-Inferno.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Bibel steht allerdings nichts von Folter, sondern von Qualen. &#8222;Heulen und Zähneklappern&#8220; heißt es in den Gleichnissen in Matthäus 13. &#8222;Vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen&#8220; heißt es in Jesaja 65:15.</p>
<p>Die Qualen werden nicht vom Teufel oder sogar von Gott verursacht. Der Teufel erleidet selbst Qualen in der Hölle. Gott fügt in der Hölle den Seelen keine Qualen zu, weil die Hölle ein Ort komplett frei von Gottes Gegenwart ist. Alles spricht dafür, dass die Seelen in der Hölle Qualen erleiden, weil sie sich selbst quälen.</p>
<p>Gott will die Menschen nicht dort hinschicken. Die Bibel ist in 1. Timotheus 2:4 klar in der Aussage, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, also die Ewigkeit im Reich Gottes verbringen.</p>
<p>Wer das nicht will, und lieber auf dem Weg zur Hölle bleibt, den lässt Gott sein Ding tun. C.S. Lewis sagte sehr treffend:</p>
<blockquote><p>Am Ende gibt es nur zwei Gruppen von Menschen: diejenigen, die zu Gott sagen: &#8222;Dein Wille geschehe&#8220;, und diejenigen, zu denen Gott am Ende sagt: &#8222;Dein Wille geschehe&#8220;.</p></blockquote>
<h2>Die Hölle: ein Paradies für Atheisten?</h2>
<p>Wer eine Existenz komplett frei von Gottes Gegenwart, mit allen damit verbundenen Konsequenzen anstrebt, der bekommt am Ende seinen Willen.</p>
<p>C.S. Lewis sagte ebenso treffend, dass die Tore der Hölle von innen verschlossen sind.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-441" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle-300x169.jpg" alt="Die Tore der Hölle sind von innen verschlossen" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/12/Die-Tore-der-Hoelle.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Wer die Lehre der Hölle im Neuen Testament als Drohung an die Ungläubigen versteht, der tut dies vor dem Hintergund eines Verständnisses der Hölle wie in Dantes Inferno. Er versteht überhaupt nicht, was Jesus damit sagen wollte.</p>
<p>Eine ehrliche Frage an die Atheisten, die den Artikel bis hierhin durchgearbeitet haben: Wenn Ihr die Wahl habt, zwischen einer Existenz komplett frei von Gottes Gegenwart, mit allen damit verbundenen Konsequenzen, denn nichts anderes ist die Hölle, und einer Existenz komplett unter der Herrschaft Gottes, mit allen damit verbundenen Konsequenzen, denn nichts anderes ist das Reich Gottes, wofür entscheidet Ihr Euch? Was ist es, das Ihr wollt?</p>
<p>Das ist keine theoretische Frage. Die Entscheidung liegt wirklich bei Euch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/12/11/das-beste-argument-gegen-gott/">Das beste Argument gegen Gott</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 11:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann. In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/">Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht darum, wie ein liebender Gott solche Grausamkeiten wie einen Genozid im Alten Testament befehlen kann.</p>
<blockquote><p>In den Städten dieser Völker, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbbesitz gibt, sollst du nichts am Leben lassen, was Atem hat, sondern du sollst sie der Vernichtung weihen, die Hetiter und die Amoriter und die Kanaaniter und die Peressiter und die Chiwwiter und die Jebusiter, wie es dir der HERR, dein Gott, geboten hat. (Deuteronomium 20:16-17)</p></blockquote>
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<p>Oder noch expliziter:</p>
<blockquote><p>So spricht der HERR der Heerscharen: Ich ahnde, was Amalek Israel angetan hat: dass es ihm in den Weg trat, als es aus Ägypten heraufzog. Nun geh und schlage Amalek. Und alles, was ihm gehört, sollt ihr der Vernichtung weihen, und nichts sollst du verschonen, sondern du sollst Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel töten. (1. Samuel 15:2-3)</p></blockquote>
<p>Im weiteren Verlauf werde ich die ganzen Völker gesammelt als Kanaaniter bezeichnen, weil das die Sätze erheblich kürzer macht.</p>
<p>Wenn man den historischen Kontext nicht kennt, dann sind diese Texte nur schwer verdaulich.</p>
<h2>Genozid im Alten Testament. Ist Gott ein moralisches Monster?</h2>
<p>Atheisten nehmen solche Texte oft als Grundlage dafür zu behaupten, dass der christliche Gott ein moralisches Monster ist, und der liebende christliche Gott daher nicht existieren kann.</p>
<p>Die Atheisten haben jedoch ein Problem. Woher kommen die ethischen und moralischen Regeln, nach denen sie Gott verurteilen? Wenn sich die Atheisten auf objektive Moral berufen, dann benötigt diese objektive Moral einen Ursprung. Die Atheisten benötigen einen moralischen Gesetzgeber, der bestimmt, dass solches Handeln moralisch verwerflich ist. Ohne moralischen Gesetzgeber ist es nichts weiter als die persönliche Meinung oder Vorliebe des Atheisten, und nicht mehr oder weniger wert als die gegensätzliche Meinung von jemand anders. Dies habe ich bereits im Beitrag zum <a href="https://www.auferstanden.org/2020/03/26/der-moralische-gottesbeweis/">moralischen Gottesbeweis</a> genauer erläutert.</p>
<p>Säkulare Humanisten haben ein noch größeres Problem. Wenn es Gott nicht gibt, wer hat dann die Taten angeordnet, die in ihren Augen grausam und unentschuldbar sind? Wenn es Gott nicht gibt, dann waren das Menschen, die sich aber nach Ansicht des säkularen Humanismus von Natur aus gut und ethisch verhalten. Schachmatt, säkularer Humanismus!</p>
<p>Um diese Texte zu verstehen und zu interpretieren, müssen wir also davon ausgehen, dass der christliche Gott existiert. Ansonsten laufen wir direkt in die gerade beschriebene Problematik.</p>
<h2>Gott darf Leben nehmen</h2>
<p>Aber wenn Gott existiert, dann hat er auch das Recht, Leben zu nehmen. Das sechste Gebot lautet: &#8222;Du sollst nicht töten.&#8220; (Exodus 20:13) Aber das gilt nicht für Gott selbst. Warum nicht? Das sechste Gebot gilt nur für Menschen, weil kein Mensch einem anderen Menschen das Leben gegeben hat, und daher kein Recht hat, es ihm zu nehmen. Aber Gott hat allen Menschen das Leben gegeben, und er kann jederzeit beschließen, das Leben, egal von wem, zu beenden.</p>
<p>Und in der Tat nimmt Gott jedem Menschen irgendwann sein Leben wieder, sei es aus Altersschwäche, Krankheit, Unfall, Naturkatastrophe oder durch ein Tötungsdelikt. Jeder Tod ist letztendlich darauf zurückzuführen, dass Gott das Leben eines Menschen beendet, auf welche Art und Weise auch immer.</p>
<p>Wenn wir davon ausgehen, dass der Tod durch das Strafgericht Gottes irgendwie schlimmer ist als Tod durch Altersschwäche, und nicht vereinbar mit einem liebenden Gott, dann stimmt vielleicht etwas mit unserem Gottesbild nicht. Dass der liebende Gott nicht auch ein gerechter und strafender Gott ist, das ist kein biblisches Gottesverständnis. Diese beiden Eigenschaften Gottes stehen in keinem unvereinbaren Widerspruch, und finden sich beide in der Bibel.</p>
<h2>Gott bestraft die Gerechten nicht</h2>
<p>Wenn es zu einem Strafgericht Gottes kommt, dann lesen wir in der Bibel regelmäßig, dass Gott die Gerechten davor bewahrt, zusammen mit den Übeltätern umzukommen. Gott hat Noah und seine Familie vor der Flut bewahrt. Gott hat Lot und seine Familie aus Sodom herausgeholt. Gott hat den Todesengel an den Häusern der Israeliten vorbeiziehen lassen, als der die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Gott hat dafür gesorgt, dass die Hure Rahab und ihre Familie die Vernichtung Jerichos überstanden. Gott bestraft den Gerechten nicht zusammen mit den Übeltätern.</p>
<p>Und es gibt viele Anzeichen dafür, dass unter den Kanaanitern keine Gerechten mehr gewohnt haben. Das waren nicht einfach Völker, die zufällig das Land bewohnten, dass Gott für die Israeliten ausgesucht hatte, und die ihm dabei im Weg standen.</p>
<p>Vierhundert Jahre zuvor sprach Gott zu Abraham: &#8222;Erst in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren, denn noch ist das Mass der Schuld der Amoriter nicht voll.&#8220; (Genesis 15:16).</p>
<p>Mit anderen Worten, unter den Bewohnern des Heiligen Landes gab es noch Gerechte. Gott ließ sein eigenes Volk eher vier Generationen lang in ägyptischer Knechtschaft schuften, als dass er die Gerechten zusammen mit den Ungerechten richtet.</p>
<h2>Waren die Kinder unschuldig?</h2>
<p>Aber was ist mit den Kindern, mit den Babys? Waren die denn nicht unschuldig?</p>
<p>Jein… Die Bibel bringt  den Lebensstil der Kanaaniter auf den Punkt.</p>
<blockquote><p>Und von deinen Nachkommen sollst du keinen hingeben und ihn dem Moloch darbringen. Und du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der HERR. Ihr aber sollt meine Satzungen und meine Vorschriften halten und keinen von all diesen Greueln verüben, weder der Einheimische noch der Fremde, der in eurer Mitte lebt, denn all diese Greuel haben die Menschen verübt, die vor euch im Land waren, und so ist das Land unrein geworden. (Levitikus 18:21; Levitikus 18:26-27)</p></blockquote>
<h2>Der Moloch-Kult und Menschenopfer</h2>
<p>Aber vielleicht haben die Autoren der Bibel diesen Text einfach nur hinzugefügt, um einen Völkermord zu rechtfertigen?</p>
<p>Nein. Die Menschenopfer werden durch externe Quellen bestätigt, zum einen durch die Archäologie. Solche runden Altäre aus der Bronzezeit werden immer wieder bei Ausgrabungen im gesamten Heiligen Land gefunden. In der Vertiefung in der Mitte wurde das Feuer angefacht, und dann haben die Kanaaniter dort drin ihre Babys dem Gott Moloch als Opfer dargebracht. Sie haben ihre eigenen Kinder lebendig verbrannt.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-415 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg" alt="Tell Megiddo" width="225" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-225x300.jpg 225w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36-768x1024.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Tell_Megiddo_-_4.2006_-36.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p>Vermutlich befand sich über dem Alter mit dem Opferbecken eine Statue des Moloch.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-423 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg" alt="Der Gott Moloch" width="171" height="300" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god-171x300.jpg 171w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/Moloch_the_god.jpg 319w" sizes="auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px" /></a></p>
<p>Der römische Geschichtsschreiber Plutarch schrieb das Folgende über den Moloch-Kult:</p>
<blockquote><p>Aber sie brachten wissentlich ihre eigenen Kinder als Opfer dar; und diejenigen, die keine eigenen hatten, kauften welche von armen Leuten, und dann opferten sie sie wie Lämmer oder Tauben, wobei die arme Mutter die ganze Zeit ohne Seufzen oder Tränen daneben stand; und wenn sie zufällig einen Seufzer ausstieß oder eine Träne fallen ließ, verlor sie den Preis ihres Kindes, aber es wurde trotzdem geopfert. Der ganze Platz rund um das Standbild war in der Zwischenzeit mit dem Lärm von Flöten und Trommeln gefüllt, um das Weinen der armen Kinder zu übertönen. (Plutarch, De Superstitione 13)</p></blockquote>
<h2>Kein Genozid, sondern Strafgericht im Alten Testament</h2>
<p>Als Gott den Israeliten also den Auftrag gab, alle Kanaaniter zu töten, waren die Kinder und Babys unschuldig? Aber sicher waren sie das. Kinder und Babys sind nie schuldfähig. Aber wären sie unschuldig geblieben? Nein, denn die gesamte Kultur war komplett durchseucht vom Moloch-Kult. Diejenigen Babys, die nicht lebendig verbrannt wurden, und es bis ins Erwachsenenalter schafften, die haben sich später an ihren eigenen Kindern vergriffen. Die ganze Gesellschaft war verdorben bis ins Mark.</p>
<p>Nach 400 Jahren der Geduld hat Gott die Sache dann beendet, und die Israeliten waren das Werkzeug zur Vollstreckung des Urteils. Die wenigen Gerechten, die es dort noch gab die hat Gott verschont, wie die Hure Rahab und ihre Familie.</p>
<p>Die Bibel gibt also gute Gründe dafür, dass diese Völker gerichtet und getötet wurden.</p>
<h2>Einwand: Hätte Gott das nicht anders lösen können?</h2>
<p>War es wirklich notwendig, eine ganze Kultur auszulöschen?</p>
<p>Gott hat den Kanaanitern mehr als 400 Jahre Zeit und Chancen für eine andere Lösung gegeben. Natürlich wussten sie, dass es falsch war, die eigenen Kinder dem Moloch zu opfern. Warum sonst sollten sie die Schreie der Kinder durch ihre Trommeln übertönen? Warum sonst sollten sie die Mutter bestrafen, wenn sie Zeichen der Trauer zeigt? Sie wollten nicht an ihre Schuld erinnert werden.</p>
<p>Viele Jahre lebten Personen wie Abraham, Isaak und Jakob in ihrem Gebiet. Dadurch hatten sie Zugang zu Gottes Geboten. Vierhundert Jahre lang haben sie sie ignoriert. Und dann war das Maß voll. Über fehlende andere Lösungen braucht man also nicht weiter diskutieren. Die anderen Lösungen sind am freien Willen der Menschen gescheitert.</p>
<p>Dass Gott durch einen Propheten den Auftrag erteilt, ganze Völker auszulöschen, das finden wir in der Bibel nur zu dieser einen Begebenheit, bei der Einnahme des Heiligen Landes. Selbst in biblischen Zeiten war es ein einmaliges Ereignis. Nachdem König David das komplette Land erobert hatte, das Gott seinem Volk versprochen hatte, ab da finden wir keine weiteren Gebote Gottes ganze Völker zu vernichten.</p>
<h2>Kann sich so etwas heute wiederholen?</h2>
<p>Kann Gott heute noch zu einem Propheten reden, dass ein ganzes Volk ausgelöscht werden muss, sagen wir zum Beispiel alle Bayern inklusive aller Frauen und Kinder? Der Prophet stellt eine Armee aus Christen zusammen, die ihm glauben, dass die Worte von Gott kommen. Diese Armee marschiert dann nach Bayern, und vollstrecken das Urteil?</p>
<p>Nein, das kann nicht passieren. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass irgendein Irrer mit Wahnvorstellungen sich einbildet solchen Auftrag von Gott zu erhalten.</p>
<p>Daher nur für den Fall der Fälle der Appell, auch wenn es hoffentlich niemals einen meiner Leser betrifft: Wenn Du den Eindruck hast, dass Gott von Dir verlangt, jemanden zu töten, begib Dich so schnell wie möglich in psychologische Behandlung. Es gibt einen psychologischen Notdienst oder eine Notaufnahme einer stationären oder ambulanten Psychiatrie in Deiner Nähe. Dieser Auftrag kommt nicht von Gott. Und ich werde anhand der Bibel beweisen warum nicht.</p>
<p>Das Neue Testament ist klar und eindeutig, dass das letzte Reden Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus geschehen ist.</p>
<blockquote><p>Nachdem Gott vor Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn. (Hebräer 1:1-2)</p></blockquote>
<p>Mehr gibt es nicht. Jesus Christus ist die letzte Offenbarung. Jede neue Prophetie, jede Eingebung, die sich nicht komplett und vollständig an der Lehre Jesu Christi ausrichtet, kann nicht von Gott kommen. Es ist nicht der Heilige Geist, der dann spricht.</p>
<h2>Christen und Gewalt</h2>
<p>Zwei Begebenheiten sind überliefert, an denen die Jünger im Namen Jesu Gewalt anwenden wollten. Was Jesus ihnen antwortet, das gilt auf ewig für alle, die ebenso in seinem Namen denken Gewalt ausüben zu müssen.</p>
<blockquote><p>Als nun die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, Feuer falle vom Himmel und verzehre sie? Da wandte er sich um und fuhr sie an. Und sie zogen in ein anderes Dorf. (Lukas 9:54-56)</p></blockquote>
<p>In manchen Bibelübersetzungen findet sich die Antwort von Jesus. Warum nicht in allen, das erkläre ich separat in einem Exkurs am Ende des Artikels.</p>
<blockquote><p>Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! (Lukas 9:55-56; Schlachter 2000)</p></blockquote>
<p>Was die Dorfbewohner gemacht haben, um sich den Zorn der Jünger zuzuziehen, ist nebensächlich. Jesu Reaktion ist es, die zählt, und die ist klar. Gottes Strafgericht auf andere herabzubeten, oder ihnen auf andere Art und Weise im Namen Jesu den Tod zu wünschen, das ist tabu für einen Christen.</p>
<h2>Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen</h2>
<p>Das gleiche gilt für Christen, die selbst das Urteil vollstrecken wollen.</p>
<blockquote><p>Da hob einer von denen, die mit Jesus waren, seine Hand und zog sein Schwert, schlug nach dem Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das Ohr ab. Da sagt Jesus zu ihm: Steck dein Schwert an seinen Ort! <strong>Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.</strong> (Matthäus 26:51-52)</p></blockquote>
<p>Im Namen Jesu Gewalt auszuüben ist für einen Christen tabu.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-417 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg" alt="Petrus haut das Ohr des Malchus ab" width="300" height="206" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-300x206.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1024x702.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-768x526.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-1536x1052.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/11/The_capture_of_Christ_mg_1674-2048x1403.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Als Christen sind wir Gottes Werkzeug, um in Jesu Namen Gutes zu tun, und nicht um das Urteil seines Strafgerichtes zu vollstrecken.</p>
<p>Das heißt aber nicht, dass Gottes Strafgericht abgesagt ist. Auch wenn wir unsere Kinder nicht auf dem Altar des Moloch verbrennen, ist es nicht minder verwerflich, wenn wir sie im Mutterleib töten. Das Resultat ist das selbe. Dabei brauchen wir nicht einmal die stummen Schreie durch Trommeln und Musik übertönen. Wir können dankbar sein, dass Gott geduldug ist.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B00LPQOKH2/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00LPQOKH2&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=d70e7efad55fab767ac5d0af8ee5926a" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stealing from God</a> u.a.</p>
<h2>Exkurs: Warum fehlt in manchen Bibeln in Lukas 9 die Antwort von Jesus?</h2>
<p>Jede Bibelübersetzung beruht auf einem Urtext, und jeder Urtext folgt einem Texttyp. Es gibt drei wichtige Texttypen:</p>
<ul>
<li>Der Alexandrinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Alexandria in Ägypten geschrieben wurden. Dies sind die ältesten und zuverlässigsten Manuskripte, aber es gibt nur sehr wenige.</li>
<li>Der Byzantinische Texttyp umfasst Manuskripte, die um Byzanz, das heutige Istanbul, geschrieben wurden. Die meisten Manuskripte sind von diesem Texttyp, aber sie sind vergleichsweise spät.</li>
<li>Der Westliche Texttyp wurde im gesamten Westen des Römischen Reiches verwendet. Es gibt weder besonders alte, noch besonders viele Handschriften.</li>
</ul>
<h2>Zwei Urtexte der Bibel</h2>
<p>Basierend auf dem Alexandrinischen und dem Byzantinischem Texttyp gibt es jeweils einen griechischen Urtext der Bibel:</p>
<ul>
<li>Der Mehrheitstext folgt folgt dem Byzantinischem Texttyp. Er heißt Mehrheitstext, weil er auf der Mehrheit der Manuskripte basiert.</li>
<li>Der kritische Text folgt dem Alexandrinischen Texttyp. Er heißt kritischer Text, weil er mit Methoden der modernen Textkritik erstellt wurde (aber nicht, weil er in irgendeiner Weise bibelkritisch ist). Die meisten Bibelübersetzer bevorzugen ihn, weil er auf den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten basiert.</li>
</ul>
<p>Da die Alexandrinischen Manuskripte erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt sind, sind ältere Bibeln immer aus dem Mehrheitstext übersetzt.</p>
<h2>Moderne Bibelübersetzungen</h2>
<p>Aber auch die Übersetzungskommittees einiger weniger moderner Übersetzungen haben sich entschieden, noch dem Mehrheitstext zu folgen, und ignorieren die Manuskripte, die im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Dazu zählen die Schlachter 2000, die Bruns-Bibel, die Janzen-Jettel-Bibel, die Menge-Übersetzung, die Volxbibel und die Luther21-Übersetzung (das ist <strong>nicht</strong> die neue Luther-Bibel).</p>
<p>Die meisten Bibeln basieren allerdings auf dem kritischen Text, so die Luther-Bibel, die Einheitsübersetzung, die Hoffnung für Alle, die Neues Leben Bibel, die Elberfelder Bibel, die Zürcher Bibel, die BasisBibel, die Gute Nachricht, die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), die Neue Evangelistische Übersetzung (NEÜ), das Münchner Neue Testament, die Herder-Bibel und die Pattloch-Bibel.</p>
<p>Manche Bibeln weisen auf die wenigen Unterschiede in den beiden Texten in Fußnoten darauf hin.</p>
<h2>Externe Belege</h2>
<p>In Lukas 9 findet sich die Antwort von Jesus nicht im kritischen Text, wohl aber im Mehrheitstext, als auch im Westlichen Texttyp. In den ältesten und zuverlässigsten Manuskripten fehlt die Antwort also.</p>
<p>Aber warum verwende ich die Antwort, wenn sie nicht zuverlässig überliefert wurde? Bibelübersetzungen folgen meist stur einem Urtext, ohne auf Belege außerhalb des Textes zu achten. Jesu Antwort wurde vom Kirchenvater Tatian im Jahr 170 n. Chr. im Diatessaron zitiert, also mehr als 100 Jahre bevor sich der Text des Neuen Testamentes in die verschiedenen Texttypen aufspaltete. Daher gehe ich davon aus, dass die Antwort ursprünglich Teil des Evangeliums war, und im Alexandrinischen Texttyp aus unbekannten Gründen verloren gegangen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/11/20/toetet-alle-babys-genozid-im-alten-testament/">Tötet alle Babys! Genozid im Alten Testament</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Die Zerstörung von Sodom</title>
		<link>https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 00:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zuverlässigkeit des Alten Testaments]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jordanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erzählung von Sodom und Gomorra wird meist im Bereich der Mythen und Legenden angesiedelt. Feuer und Schwefel fallen vom Himmel. Lots Frauerstarrt zur Salzsäule. Wer glaubt im 21. Jahrhundert noch an die Zerstörung von Sodom und Gomorra? Die Beweise verdichten sich jedoch, dass sich diese Katastrophe wirklich ereignet hat.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Die Zerstörung von Sodom" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/l3mhmdp4ol0?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Schauen wir zuerst, was die Bibel sagt, wo sich Sodom befand, bevor wir in der zweiten Hälfte des Beitrags untersuchen, ob es an dieser stelle irgendwelche Belege gibt, die auf eine Katastrophe biblischen Ausmaßes hindeuten.</p>
<h2>Die Lokalisierung von Sodom</h2>
<p>Sodom wird normalerweise an der <a href="https://www.google.de/maps/place/Mount+Sodom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Südseite vom Toten Meer</a> lokalisiert, und einige Christen sind sehr dogmatisch mit dieser Sichtweise. Wer auf einer Israel-Tour gesagt bekommen hat, an der Stelle zu stehen, wo einst Sodom stand, hält natürlich gerne an dem Gedanken fest. Es gibt sogar eine Felsformation, die die Überreste von Lots Frau sein sollen, die ja bekanntlich zur Salzsäule erstarrte, weil sie auf Sodom zurückblickte. Dieser Fels besteht allerdings nicht aus Salz, sondern aus Fels.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-401 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg" alt="Lots Frau" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Lots-Frau.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Die Traditionen um die Lage von Sodom bei Zohar am Südende vom Toten Meer beruhen auf Volksglauben. Am Nordendende in <a href="https://tallelhammam.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tall el-Hammam</a> schaut die Lage anders aus.</p>
<p>Seit 15 Jahren finden in Tall el-Hammam archäologische Ausgrabungen statt, und die Beweise verdichten sich, dass es sich bei Tall el-Hammam tatsächlich um Sodom handelt. Bei Google Maps steht sogar in Klammern und mit Fragezeichen <a href="https://www.google.de/maps/place/Tall+el-Hammam+(Sodom)%3F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Sodom&#8220;</a> dabei. Im Jahr 2007 gab es einen großen Artikel im Wall Street Journal, dass Sodom entdeckt worden wäre.</p>
<p>Nach der Veröffentlichung hagelte es Kritik von bibelkritischen Archäologen und anderen Forschern. Man könne doch nicht die Bibel verwenden, um Sodom zu lokalisieren!</p>
<p>Warum man bei archäologischer Forschung die Bibel angeblich nicht verwenden soll, darauf wird nicht eingegangen. Wenn gezielt religiöse Texte ausgeschlossen werden sollen, dann muss man nicht nur auf die Bibel verzichten, sondern auf jeden antiken Text aus dem Vorderen Orient, egal ob von den Sumerern, Ägyptern, Babyloniern, oder anderen Völkern. So gut wie jeder bekannte Text hat irgendeine religiöse Verbindung. Die Forderung auf die Bibel zu verzichten ist also nichts weiter als wieder einmal eine antibiblische Grundhaltung.</p>
<p>Steven Collins, der Ausgrabungsleiter gab die passende Antwort an die Kritiker.</p>
<blockquote><p>Kein verantwortungsbewusster Wissenschaftler, der im Heiligen Land gräbt, arbeitet ohne eine Kelle in der einen und eine Bibel in der anderen Hand!</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-402" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg" alt="Steven Collins und Gary Byers" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Steven-Collins-und-Gary-Byers.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Sodom in der Bibel</h2>
<p>Aber was erfahren wir nun aus der Bibel über Sodom? Das allererste Mal genannt wird Sodom in Genesis10:19.</p>
<blockquote><p>So reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon nach Gerar hin bis Gaza, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojim hin bis Lescha.</p></blockquote>
<p>Das war kurz nach der Zeit Noahs, Sodom ist also eine sehr alte Stadt. Außerdem lag Sodom im Gebiet der Kanaaniter. Eine genauere geografische Eingrenzung, wo die Kanaaniter lebten, finden wir in Numeri 13:29.</p>
<blockquote><p>Die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.</p></blockquote>
<p>Damit wissen wir, dass auch Sodom entweder am Meer lag oder am Ufer des Jordan.</p>
<h2>Lot zieht gen Sodom</h2>
<p>Der wichtigste Text zur Lokalisierung von Sodom steht aber in Genesis 13:2-12.</p>
<blockquote><p>Abram aber war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. Und er zog weiter von Lagerplatz zu Lagerplatz, aus dem Südland bis nach Bet-El, bis zu der Stätte, an der zu Anfang sein Zelt gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, an die Stätte des Altars, den er früher dort errichtet hatte. Und dort rief Abram den Namen des HERRN an.</p>
<p>Auch Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe, Rinder und Zelte. Das Land aber ertrug es nicht, dass sie beieinander blieben, denn ihre Habe war so gross geworden, dass sie nicht beieinander bleiben konnten. So kam es zum Streit zwischen den Hirten der Herde Abrams und den Hirten der Herde Lots. Damals wohnten die Kanaaniter und Perissiter im Land. Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten, denn wir sind Brüder. Steht dir nicht das ganze Land offen? So trenne dich von mir! Gehst du nach links, so will ich nach rechts gehen; gehst du nach rechts, so will ich nach links gehen. Da blickte Lot auf und sah, dass die ganze Jordan-Ebene ein wasserreiches Land war. Bevor der HERR Sodom und Gomorra verdarb, war sie bis nach Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land Ägypten. Da wählte sich Lot die ganze Jordan-Ebene, und Lot brach nach Osten auf. So trennten sie sich: Abram liess sich im Land Kanaan nieder, und Lot liess sich in den Städten der Ebene nieder und zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.</p></blockquote>
<p>Es fällt auf, dass Sodom sowohl in Genesis 10 als auch in Genesis 13 immer als erstes genannt wird, Sodom und Gomorra und die anderen Städte der Jordan-Ebene. Sodom war also höchstwahrscheinlich die größte Stadt in der Jordan-Ebene.</p>
<h2>Die Jordan-Ebene, der Kikkar des Jordan</h2>
<p>Das hebräische Wort, das in allen Bibelübersetzungen mit &#8222;Ebene&#8220; übersetzt wird, heißt eigentlich gar nicht Ebene. Es gibt im Hebräischen mehrere Worte, um eine geografische Ebene zu beschreiben. &#8222;Kikkar&#8220; ist keines davon. Kikkar bezeichnet ursprünglich eine Scheibe im weitesten Sinne. Ein Talent war eine Gewichtseinheit von ca. 60 kg. Eine große Silberscheibe mit dem Gewicht von einem Talent bezeichnete man als &#8222;Kikkar&#8220;. Eine andere bedeutung für &#8222;Kikkar&#8220; ist &#8222;Fladenbrot&#8220;, wie es beis heute im Mittelmeerraum bekannt und beliebt ist, z.B. gefüllt mit Kebab-Fleisch als Döner oder Shawarma, oder belegt mit Zutaten als Pizza. Aber in der Antike war es ein Kikkar. So hieß es fast überall, in Israel, in Kanaan, in Ägypten, in Akkad, in Ugarit.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-403" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg" alt="Kikkar" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In Israel bezeichnet &#8222;Kikkar&#8220; heute auch einen Kreisverkehr. Die Form des Kikkar Tsina Dizengof in Tel Aviv einer großen Scheibe ist unverkennbar.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-405" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg" alt="Kikkar Tsina Dizengof" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Tsina-Dizengof.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>In der Bibel bezeichnet das Wort Kikkar, wenn es in einem geografischen Zusammenhang benutzt wird, ausschließlich die Jordan-Ebene. Es ist keine generische Bezeichnung für eine geografische Ebene, sondern der Eigenname für genau diese eine Ebene.</p>
<h2>Wo liegt der Kikkar des Jordan?</h2>
<p>Aber wo liegt sie? Nach Genesis 10 entweder am Meer oder am Ufer des Jordan. Da der Kikkar auch &#8222;Kikkar des Jordan&#8220; genannt wird, kann man die Küste ausschließen. Der Kikkar liegt am Ufer des Jordan.</p>
<p>Zurück zu Genesis 13. Abraham und Lot befinden sich zwischen Bet-El und Ai, also im Hochland. Lot blickt von dort herab auf den Kikkar. Der Kikkar ist also sichtbar von Bet-El und Ai. Lot bemerkt, dass es ein wasserreiches Land ist. Dann verlässt Lot Abraham Richtung Osten, und erreicht Sodom.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-406 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg" alt="Karte vom Toten Meer" width="1024" height="551" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1024x551.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-300x161.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-768x413.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-1536x827.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Kikkar-Map-2048x1102.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Außer man hält die Karte verkehrt herum, sieht man sofort, dass die traditionelle Lage von Sodom falsch sein muss. Der heute so genannte Mount Sodom ist nicht sichtbar von Bet-El und Ai, ist kein wasserreiches Land, liegt nicht östlich von Bet-El und Ai, und befindet noch nicht einmal am Ufer des Jordan. Außerdem weiß man heute, dass die antiken Städte dort bereits im Jahr 2500 v. Chr. verlassen waren, also Jahrhunderte vor Abraham.</p>
<p>Mit anderen Worten, es ist sehr offensichtlich, dass die Gegend von Mount Sodom <strong>nicht</strong> der richtige Ort ist. Der <strong>richtige</strong> Kikkar hingegen hat die Form einer Scheibe. Der Jordan und seine Nebenarme sorgen für eine gute Bewässerung. Er ist von Bet-El und Ai gut sichtbar. Der echte Kikkar liegt am Nordende vom Toten Meer, und Tall el-Hammam ist die größte archäologische Stätte in diesem Gebiet.</p>
<h2>Die Belege für die Katastrophe</h2>
<p>So weit so gut. Jetzt wissen wir, wo wir suchen müssen. Die größte antike Stadt im Kikkar ist schnell gefunden, Tall el-Hammam, bzw. das was sich unter Tall el-Hammam befindet, da längst alles verschüttet und mit Dreck bedeckt ist. Aber solange wir dort keine Belege für eine massive Katastrophe finden, ist nichts bewiesen, außer dass die Geografie der Sodom-Erzählung stimmt. Aber was wir in Tall El Hammam finden, ist sehr erstaunlich.</p>
<p>Jetzt kommt die Arbeit von Dr. Phil Silvia ins Spiel. Er ist Experte für Katastrophenarchäologie, kann also rekonstruieren, unter welchen Umständen antike Stätten zerstört oder vernichtet wurden.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-407 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg" alt="Phillip Silvia" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Phillip-Silvia.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Tunguska-Explosion</h2>
<p>Aber bevor uns die Details anschauen, richten wir unser Augenmerk auf den Ort Tunguska, in Sibirien im Jahr 1908.</p>
<p>Am 30. Juni 1908 kam es in Tunguska zu einer gewaltigen Explosion mit einer unglaublichen Zerstörungskraft. Man geht heute allgemein davon aus, dass ein Asteroid nicht eingeschlagen ist, sondern vor dem Einschlag über dem Wald bei Tunguska in der Atmosphäre explodiert ist.</p>
<p>Der Wald sah nach der Explosion so aus.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-408" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg" alt="Zerstörter Wald bei Tunguska" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tunguska.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber der sah nicht nur an der einen Stelle so aus, sondern in einem Radius von 30 bis 40 km. Es hat nicht nur die paar dutzend Bäume auf diesem Foto Foto umgehauen, sondern insgesamt 80 Millionen Bäume. Direkt um das Epizentrum der Explosion war in einem Radius von 10 bis 15 km alles pulverisiert und weggebrannt. Die Explosion entsprach etwa 15 Megatonnen TNT, und war damit 1000 Mal stärker als die Atombombe von Hiroshima. Die Tunguska-Explosion war die verheerendste Explosion eines Superboliden in der Neuzeit.</p>
<h2>Der Superbolide von Tscheljabinsk</h2>
<p>Die letzte große Explosion eines Superboliden geschah nur vor wenigen Jahren, am 2. Februar 2013 in Tscheljabinsk im Ural. Die Explosion war mit 500 Kilotonnen deutlich schwächer als die von Tunguska, und geschah etwa in 35 km Höhe. Die Schäden am Boden hielten sich dadurch in Grenzen. Die Schockwelle zerstörte trotzdem in einem Radius von 50 bis 100 km im Wesentlichen die Glasscheiben der Gebäude und Autos.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-409" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg" alt="Der Superbolide von Tscheljabinsk" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/10/Tscheljabinsk-Superbolide.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2>Die Zerstörung von Sodom</h2>
<p>In Tall el-Hammam gibt es zahlreiche archäologische Funde, die Belegen, dass dort eine Katastrophe geschehen sein muss, ähnlich einer Explosion eines Superboliden.</p>
<p>Aber bevor wir in die Details gehen, schauen wir noch darauf, was die Bibel in Genesis 19:23-28 über die Zersörung von Sodom und Gomorra berichtet.</p>
<blockquote><p>Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot nach Zoar gekommen war, liess der HERR Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom HERRN vom Himmel herab. Und er zerstörte diese Städte und die ganze Ebene, alle Bewohner der Städte und was auf der Erde wuchs. Lots Frau aber, hinter ihm, blickte zurück und wurde zu einer Salzsäule.</p>
<p>Früh am Morgen machte sich Abraham auf, an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet der Ebene. Er sah hin, sieh, da stieg Qualm von dem Land auf wie der Qualm von einem Schmelzofen.</p></blockquote>
<h2>Die Katastrophe von Tall el-Hammam</h2>
<p>Bis auf den Schwefel passt die Beschreibung im Text zu einer Bolidenexplosion. Das hebräische Wort kann aber sowohl Schwefel als auch Stein bedeuten. Der Text meint hier einfach brennende Steine, so genau das, was man bei einer Bolidenexplosion beobachtet.</p>
<p>Die Sache mit der Salzsäule ist auch noch ungeklärt, aber was mit Lots Frau genau passiert ist, das wird im weiteren Verlauf des Artikels noch klar.</p>
<p>Die Überreste einer antiken Stadt muss man sich so vorstellen, dass sie in Schichten gelagert ist. Wie bei geologischen Gesteinsschichten, wo die ältesten Ablagerungen ganz unten sind, und neuere Ablagerungen weiter oben, findet man bei Ausgrabungen die neuesten Straßen und Gebäude oben und die ältesten unten. In der Antike hat man eine neue Stadt immer einfach auf den Überresten der Stadt gebaut, die vorher dastand.</p>
<p>Bei einer Ausgrabung wird dann schichtweise abgetragen und dokumentiert, was gefunden wurde. In Tall el-Hammam ist man nach 15 Jahren Ausgrabung schon sehr weit vorgedrungen. Außerdem wurde vom Militär einst eine Schneise durch den Hügel gezogen, so dass man an der Stelle schon mal eine &#8222;Vorschau&#8220; erhält, was noch kommt, und welche Schichten einen noch erwarten.</p>
<h2>Zerstörung von Südwesten nach Nordosten</h2>
<p>Die Schicht aus der Bronzezeit deutet auf eine verheerende Katastrophe hin. Diese Schicht ist auf das Jahr 1700 v. Chr. datiert. Wann immer in dieser Schicht Tonscherben gefunden wurden, befanden sie sich in den entsprechenden Gebäuden an der nordöstlichen Wand. Mühlsteine wurden in nordöstliche Richtung umgestoßen. Mauern aus Ziegelsteinen sind in nordöstliche Richtung eingestürzt.</p>
<p>Es wurden auch einige Pötte entdeckt, die nicht zerschmettert wurden. Deren Inhalt, Weizen zum Beispiel, war immer verkohlt. Holzstücke aus der Schicht sind ebenso alle verkohlt.</p>
<h2>Geschmolzene Steine</h2>
<p>Viele der Tonscherben, Ziegelsteine und Felsstücke aus der Schicht sind sogar <a href="https://www.researchgate.net/publication/329755765_The_37kaBP_Middle_Ghor_Event_Catastrophic_Termination_of_a_Bronze_Age_Civilization" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angeschmolzen</a>. Vitrifizierung war in der Bronzezeit gänzlich unbekannt, daher kann man ausschließen, dass die Bewohner von Tall el-Hammam die Gegenstände absichtlich angeschmolzen haben. Auf Grund der Dicke der entstandenen Glasschichten auf den Stücken und des jeweiligen Materials hat Dr. Silvia errechnet, dass diese nur für wenige Sekunden einer Temperatur von mindestens 2000°C ausgesetzt waren. Sogar Anteile von Zirkonia und Gips sind geschmolzen, was nur bei extrem hohen Temperaturen geschieht.</p>
<p>Angeschmolzene Stücke findet man nicht nur in Tall el-Hammam, sondern auch in den umliegenden Ausgrabungsstätten.</p>
<h2>Die Lücke in der späten Bronzezeit</h2>
<p>Die nächste Besonderheit ist die Schicht direkt über der Bronzezeit. In solch einer wasserreichen und fruchtbaren Ebene sollte man davon ausgehen, dass die Gegend nach der Katastrophe schnell wieder besiedelt wird, und die Städte neu aufgebaut werden. Das ist nicht passiert. Das ist für eine sehr lange Zeit nicht passiert, nicht nur in Tall el-Hammam, sondern in den ganzen anderen umliegenden Städten auch.</p>
<p>Nach der Katastrophe folgt eine Lücke von 700 Jahren. Während dieser Zeit wurde keine der Städte im Kikkar wiederaufgebaut. Die nächste Schicht stammt erst wieder aus der Eisenzeit, um das Jahr 1000, also ungefähr zu Lebzeiten von König David.</p>
<h2>Verseuchung durch Salz aus dem Toten Meer</h2>
<p>Warum das so passiert ist, das haben Untersuchungen von Bodenproben ergeben. So wie die Schichten von der Stadt abgetragen wurden, hat man in der Umgebung auch etwas vom Boden abgetragen, und die jeweiligen Proben analysiert. In den Proben aus der Bronzezeit hat man einen so hohen Salzgehalt festgestellt, so dass so gut wie keine Pflanzen dort mehr wachsen konnten, und Landwirtschaft unmöglich war. Der Kikkar war für 700 Jahre keine fruchtbare Landschaft mehr, sondern eine Salzwüste. Die Zusammensetzung des Salzes entspricht dem Salz im Toten Meer.</p>
<p>Die These von Dr. Silvia ist die, dass sich ein Superbolide aus Richtung des Toten Meeres auf den Kikkar zubewegte, und mit einer Sprengkraft von etwa 10 Megatonnen direkt über dem Toten Meer explodierte. Die Schockwelle hat dann, zusammen mit den Trümmern des Boliden und einer großen Menge verdampfter Sole aus dem Toten Meer, den Kikkar getroffen, und Tall el-Hammam sowie die umliegenden Städte verwüstet.</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Zusammenfassend passt also der Ort. Tall el-Hammam befindet sich an dem Ort, wo die Bibel sagt, dass sich dort Sodom befand. Die Katastrophe fand zur Zeit Abrahams statt, etwa 1700 v. Chr. Und das Bild der Zerstörung entspricht dem, was die Bibel beschreibt: Feuer und Steine. Hinzu kommt das Salz. Eine Person, die von dieser Schockwelle erwischt wird, ist danach sicherlich mit einer Salzschicht überzogen, und wird zur Salzsäule. Das ist das, was mit Lots Frau passiert ist. Alle Daten und Funde sprechen dafür, dass Tall el-Hammam das biblische Sodom ist.</p>
<h2>Die Lebenserwartung der Erzväter</h2>
<p>Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es noch, warum einige konservative evangelikale Christen die These ablehnen. In jeder konservativen biblischen Chronologie steht, dass die Zerstörung von Sodom um das Jahr 1850 v. Chr. datiert ist, und nicht auf 1700.</p>
<p>Wenn man die Lebensspanne der Erzväter, die in der Bibel genannt werden, also Abraham 175 Jahre, Isaak 180 Jahre, Jakob 147 Jahre und Josef 110 Jahre, wortwörtlich als Dezimalzahlen mit Jahren zu je 365 Tagen versteht, dann kommt man auf ein Datum der Zerstörung Sodoms um das Jahr 1850.</p>
<p>Aber wenn man davon ausgeht, dass die Erzväter ganz normale Lebensspannen hatten, von etwa 50 bis 60 Jahren, also wie die Menschen in der Bronzezeit normalerweise lebten, dann verschiebt sich das Datum der Zerstörung Sodoms auf etwa 1700.</p>
<p>Aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Erzväter keine Supermenschen waren, die knapp 200 Jahre alt wurden. Ein paar Generationen vorher sind sogar Lebensspannen von mehreren hundert Jahren überliefert. Methusalem soll fast 1000 Jahre alt geworden sein. Aber keiner von denen war ein Supermensch. Sie hatten alle ganz normale Lebensspannen. Diese großen Lebensspannen von hundert oder hunderten von Jahren sind symbolisch. Dazu gibt es demnächst einen separaten Artikel. Solche Überlegungen können für manch einen sicherlich wie ein rotes Tuch wirken. Aber wenn die Bibel an manchen Stellen symbolische Sprache verwendet, dann heißt das noch lange nicht, dass gesamte Passage nur ein Mythos oder eine Legende ist. Mehr dazu später.</p>
<p>Quellen: <a href="https://trinitysouthwest.com/product/the-destruction-of-sodom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Destrcution of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B008J2BQTA/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B008J2BQTA&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=9281d56bc4e5fd2d37b7909080841e9c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Discovering the City of Sodom</a> / <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B07Y63JGJN/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07Y63JGJN&amp;linkCode=as2&amp;tag=jankrohn0e&amp;linkId=0cfa80d2336e78b2ef3b9676db1014f6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvest Handbook of Bible Lands</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/10/21/die-zerstoerung-von-sodom/">Die Zerstörung von Sodom</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2020 21:37:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 Punkte, die zeigen, dass der christliche Glaube wahr ist]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im letzten Beitrag haben wir gesehen, dass Jesus seinen Anspruch, Gott zu sein, durch die Auferstehung bestätigt hat. Nun schauen wir einen weiteren Beleg an, dass Jesus weder geistig verwirrt, noch ein Betrüger war,&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/">Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="https://www.auferstanden.org/2020/06/22/ist-jesus-wirklich-auferstanden/">letzten Beitrag</a> haben wir gesehen, dass Jesus seinen Anspruch, Gott zu sein, durch die Auferstehung bestätigt hat. Nun schauen wir einen weiteren Beleg an, dass Jesus weder geistig verwirrt, noch ein Betrüger war, nämlich durch Prophetie, die Jahrhunderte vor seiner Geburt verfasst wurde.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/Gb5H8V7fgKc?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Wenn man an Prophezeiungen denkt, kommen einem vielleicht die Orakel von Nostradamus in den Sinn, der sich nie eindeutig ausgedrückt hat, so dass sich seine Prophetien auf alles oder nichts beziehen konnten. So haben seine Anhänger natürlich immer etwas gefunden, was sich angeblich erfüllt hat. Das Prinzip ist ähnlich wie wie ein Horoskop, in dem sich jeder selbst wiederfindet.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-293 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-300x169.jpg" alt="Nostradamus" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Nostradamus.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Das Alte Testament drückt sich in seinen Prophetien aber gar nicht so schwammig aus, und benutzt keine solchen Psycho-Tricks. Manche Passagen sind vielleicht für einen Durchschnittschristen oder Skeptiker aus dem 21. Jahrhundert nicht ganz so klar wie für einen Juden aus dem 1. Jahrhundert, aber um diese Stellen kümmern wir uns heute nicht.</p>
<p>Manche Passagen sind hingegen sehr einfach verständlich. Als die historisch-kritische Theologie im 19. Jahrhundert neu am Markt war, wurde sogar vorgeschlagen, dass solche Passagen nach der Kreuzigung von den Christen ins Alte Testament eingefügt wurden. Die Theorie ist längst widerlegt. Es handelt sich wirklich um Texte, die viele Jahrhunderte vor Christi Geburt verfasst wurden.</p>
<h2>Prophetie in Psalm 22</h2>
<p>In Psalm 22:2 heißt es:</p>
<blockquote><p>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?</p></blockquote>
<p>Das sind Worte, die Jesus auch am Kreuz schrie (Matthäus 27:46; Markus 15:34). Das hat noch nicht viel zu sagen. Das könnte er absichtlich getan haben, um die Prophetie zu erfüllen. Aber es geht weiter, und etwas weiter, in Psalm 22:8-9 steht folgendes:</p>
<blockquote><p>Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Wälze die Last auf den HERRN. Er soll ihn befreien!</p></blockquote>
<p>Die Zuschauer bei der Kreuzigung spotteten genau auf die selbe Art. Ihre Worte sind in Mattäus 27:40 überliefert.</p>
<blockquote><p>Der du den Tempel niederreissen und in drei Tagen wieder aufbauen willst, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steig herab vom Kreuz!</p></blockquote>
<p>Solche Details konnte Jesus nicht selbst bestimmen, um es nur so erscheinen zu lassen, als ob die Prophetie wahr wäre. Ein Betrüger oder ein geistig Verwirrter kann solche Dinge nicht beeinflussen. Es geht weiter in Paslm 22:17.</p>
<blockquote><p>Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.</p></blockquote>
<p>Das bezieht sich auf die Kreuzigung. Als der Psalm ursprünglich verfasst wurde, unter König David in der Eisenzeit, gab es im Orient keine Folter- oder Hinrichtungsmethode, bei der die Hände und Füße durchbohrt wurden. Die Kreuzigung wurde erst von den Römern erfunden und in den Nahen Osten importiert.</p>
<p>Einen Vers weiter, in Psalm 22:18, steht:</p>
<blockquote><p>Ich kann all meine Knochen zählen.</p></blockquote>
<p>Die Knochen können nur gezählt werden, wenn keiner von ihnen zerstört oder gebrochen wurde. Kreuzigungsopfern wurden üblicherweise die Beine gebrochen, wenn sie dringend sterben sollten, aber noch am Leben waren. Bei Jesus wurde dies nicht gemacht. Keiner seiner Knochen wurde gebrochen. Als die römischen Soldaten seine Beine brechen wollten, da war er bereits tot (Johannes 19:33-34).</p>
<p>Psalm 22:19:</p>
<blockquote><p>Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.</p></blockquote>
<p>Die römischen Soldaten haben Jesu Kleider unter sich aufgeteilt, und um das Obergewand gelost (Johannes 19:23-24).</p>
<p>In diesem kurzen Psalm finden sich also eine ganze Reihe von eindeutigen Bezügen zu Jesus.</p>
<h2>Prophetie in Jesaja 53</h2>
<p>Noch eindrücklicher als Psalm 22 ist die Prophetie in Jesaja 53. Diese Passage wird in jüdischen Gemeinden bis heute kaum gelesen, damit die Gläubigen das nicht hören und sich als Folge davon zu Jesus bekehren. In Jesaja 53:3-5 heißt es:</p>
<blockquote><p>Verachtet war er und von Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut und wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, ein Verachteter, und wir haben ihn nicht geachtet. Doch unsere Krankheiten, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Wir aber hielten ihn für einen Gezeichneten, für einen von Gott Geschlagenen und Gedemütigten. Durchbohrt aber wurde er unseres Vergehens wegen, unserer Verschuldungen wegen wurde er zerschlagen, auf ihm lag die Strafe, die unserem Frieden diente, und durch seine Wunden haben wir Heilung erfahren.</p></blockquote>
<p>Die Prophetie spricht also davon, dass der Messias zur Vergebung der Schuld sterben würde, wie Jesus es getan hat. Weiterhin steht in Jesaja 53:9:</p>
<blockquote><p>Und bei Frevlern gab man ihm sein Grab und bei Reichen, als er starb, obwohl er keine Gewalttat verübt hatte und kein Trug in seinem Mund war.</p></blockquote>
<p>Jesus wurde im Grab von Joseph von Arimathäa begraben, einem reichen Mann. Wie man begraben wird, kann kein Mensch absichtlich selbst beeinflussen. Insbesondere kann ein armer Zimmermann und Wanderprediger nicht arrangieren, in einem Felsengrab eines reichen Mannes beigesetzt zu werden.</p>
<h2>Prophetie in Daniel 9</h2>
<p>Schauen wir zum Abschluss, mit welcher Präzision der Prophet Daniel das Jahr der Kreuzigung vorhergesagt hat. In Daniel 9:24-26 heißt es:</p>
<blockquote><p>Siebzig Jahrwochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt, um das Unrecht zu beenden und das Mass der Sünden voll zu machen, um das Vergehen zu sühnen und ewige Gerechtigkeit zu bringen und um Schauung und Prophet zu versiegeln und um zu salben, was hochheilig ist.</p>
<p>Und du sollst wissen und verstehen: Von der Zeit an, da das Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen und aufzubauen, bis ein Gesalbter, ein Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang werden Plätze und Strassen wiederhergestellt und gebaut werden, in der Bedrängnis der Zeiten.</p>
<p>Nach den zweiundsechzig Wochen aber wird der Gesalbte vernichtet werden, und nichts wird ihm bleiben. Und das Volk des Fürsten, der kommt, wird die Stadt und das Heiligtum vernichten. Und sein Ende kommt mit einer Flut, und bis zum Ende ist Krieg: beschlossene Verwüstungen.</p></blockquote>
<p>Dieser Text ist nicht so einfach und direkt verständlich, wie die beiden vorherigen Prophezeiungen. Dies Sprache ist viel kryptischer. Schauen wir uns zuerst an, was Daniel prophezeit, und danach rechnen wir die Jahrwochen in Jahreszahlen um.</p>
<h3>Was prophezeit Daniel?</h3>
<p>Daniel schrieb dies, während die Juden in Gefangenschaft in Babylon waren. Nach der Gefangenschaft würde es einen Erlass geben, um Jerusalem wiederaufzubauen. Diesen Erlass, den Daniel prophezeit hatte, gab es dann wirklich. Der ist sogar erhalten, auf dem Kyros-Zylinder. Das ist der originale Zylinder, auf dem der persische König Kyros den Erlass aufschreiben ließ. Er wurde im Jahr 1879 in Babylon ausgegraben. Aber trotzdem wurde Jerusalem damals nicht wiederaufgebaut. Dazu brauchte es drei weitere Erlasse, die nicht mehr im Original erhalten sind. Der vierte und endgültige Erlass geschah unter dem persischen Großkönig Artaxerxes im Jahr 444 v.Chr.</p>
<p>Nach diesem Erlass folgen dann 7 Jahrwochen + 62 Jahrwochen. In den ersten 7 Jahrwochen dieses Zeitraumes werden die Straßen von Jerusalem wiederaufgebaut. Danach folgt eine lange Periode von 62 Jahrwochen. Dann erscheint irgendwann ein Gesalbter. Das griechische Wort für <em>Gesalbter</em> ist natürlich <em>Christus</em>. Nach den 62 Jahrwochen wird der Gesalbte vernichtet, also getötet. Das ist die Kreuzigung. Die lässt sich nicht 100% genau datieren, wird aber üblicherweise auf das Jahr 33 n. Chr. datiert. Kurz darauf werden auch die Stadt und das Heiligtum zerstört, also die Stadt Jerusalem und der Tempel. Das ist im Jahr 70 n. Chr. unter dem römischen Feldherrn Titus geschehen.</p>
<p>Noch eine Jahrwoche fehlt, um die 70 Jahrwochen voll zu machen. Die wird in Vers 27 behandelt, und betrifft die Endzeit, also das Ende der Welt. Das ist natürlich noch nicht eingetreten, denn wir sind alle noch hier, und ist für die Betrachtung hier daher irrelevant. Dass das Jahr der Kreuzigung stimmt, das ist hier wichtig.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-294 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1024x576.jpg" alt="Jahrwochen in Daniel 9" width="1024" height="576" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen-1536x864.jpg 1536w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/07/Daniel-Jahrwochen.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h3>Was sind Jahrwochen?</h3>
<p>Aber was ist eine Jahrwoche? Ganz einfach, eine Woche ist 7 Tage, und eine Jahrwoche ist 7 Jahre.</p>
<p>Der Startpunkt für das Ganze ist der Erlass des Königs Artaxerxes im Jahr 444 v. Chr., denn erst dieser Erlass hat zum Ende der Gefangenschaft und zur endgültigen Rückkehr der Juden nach Israel geführt. Der Wiederaufbau Jerusalems hat ca. 50 Jahre gedauert. Das stimmt mit den 7 Jahrwochen überein. 7 Jahrwochen sind 49 Jahre. Das bringt uns exakt ins Jahr 395 v. Chr.</p>
<p>Vom Jahr 395 an beginnen die nächsten 62 Jahrwochen. 62 Jahrwochen sind 434 Jahre. Das katapultiert uns blitzschnell vorwärts bis ins Jahr 39 n. Chr.</p>
<p>Und wir haben ein Problem! Die Kreuzigung war im Jahr 33, nicht im Jahr 39. Die Rechnung hat zwei Fehler, einen offensichtlichen und einen nicht so offensichtlichen.</p>
<p>Der offensichtliche Fehler ist, das Jahr Null gibt es nicht. Nach dem Jahr 1 v. Chr. folgt direkt das Jahr 1 n. Chr. Also sind wir nicht im Jahr 39 n. Chr. gelandet, sondern im Jahr 40 n. Chr. Das verschlimmbessert also die Kalkulation! Aber immer noch kein Grund zur Panik.</p>
<p>Was uns die Rechnung versaut hat ist die Annahme, dass eine Jahrwoche auf den Tag genau 7 Jahre dauert. Die 70. Jahrwoche taucht in der Bibel noch einmal auf, und zwar in der Offenbarung 11:2. Die 70. Jahrwoche dauert demnach exakt zweimal 1260 Tage, also insgesamt 2520 Tage. Sieben Jahre dauern allerdings, wenn man Schaltjahre beachtet, durchschnittlich 365,25 Tage x 7, das sind 2556,75 Tage. Pro Jahrwoche haben wir also 36,75 Tage zu viel berechnet. Für alle 69 Jahrwochen kumuliert sind das 2535,75 Tage, was ebenfalls wieder 7 Jahren entspricht.</p>
<p>Wir sind also nicht im Jahr 40 gelandet, sondern exakt 7 Jahre früher, im Jahr der Kreuzigung, 33 n. Chr., wie von Daniel prophezeit. Dies ist eine Punktlandung, und in dieser Präzision weder durch Zufall erklärbar noch für einen Betrüger oder geistig Verwirrten fälschbar. Es bleibt nur die Erklärung, dass Jesus der Messias ist, der im Alten Testament vorhergesagt wurde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/07/21/faktencheck-prophetie-wie-akkurat-sind-die-prophezeiungen-ueber-jesus/">Faktencheck Prophetie: Wie akkurat sind die Prophezeiungen über Jesus?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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		<title>Wer tötete Goliath?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Krohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 11:03:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fehler in der Bibel?]]></category>
		<category><![CDATA[2. Samuel]]></category>
		<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte von David und Goliath kennen wir alle. Es ist eine der bekanntesten Geschichten aus der Bibel. Der Hirtenjunge David besiegt den übermächtigen Riesen im Kampf, mit Hilfe seiner Steinschleuder. Die komplette Geschichte&#46;&#46;&#46;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/05/07/wer-toetete-goliath/">Wer tötete Goliath?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte von David und Goliath kennen wir alle. Es ist eine der bekanntesten Geschichten aus der Bibel. Der Hirtenjunge David besiegt den übermächtigen Riesen im Kampf, mit Hilfe seiner Steinschleuder.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Wer tötete Goliath?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/8V8_oY4L73Q?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Die komplette Geschichte kann man in 1. Samuel 17 nachlesen. In 1. Samuel 17:51 heißt es:</p>
<blockquote><p>Da lief David hin, trat zu dem Philister, nahm dessen Schwert, zog es aus der Scheide und gab ihm den Todesstoss und schlug ihm damit den Kopf ab.</p></blockquote>
<p>Aber schauen wir, was in 2. Samuel 21:19 steht.</p>
<blockquote><p>Und als die Schlacht gegen die Philister in Gob noch im Gang war, erschlug Elchanan, der Sohn des Jare-Oregim, der Betlehemit, Goliat, den Gattiter, und das Holz seines Speers war wie ein Webbaum.</p></blockquote>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-227 size-large" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119-1024x576.jpg" alt="2. Samuel 21,19" width="1024" height="576" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/2.-Samuel-2119.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Das ist für Bibelkritiker ein gefundenes Fressen. Einen offensichtlicheren Widerspruch kann es schon nicht mehr geben. Kritiker behaupten dann, dass es Elchanan war, der Goliath getötet hat, und eine angebliche Legende um David später hinzuerfunden worden ist, sogar bis hin zu dem Punkt, dass König David angeblich nie existiert hätte. Wer tötete Goliath wirklich?</p>
<h2>Der hebräische Urtext</h2>
<p>Um der Sache auf den Grund zu gehen, ist es notwendig, sich die Texte auf Hebräisch anzuschauen. Dr. Michael Heiser hat sich des Problems angenommen, und liefert eine überzeugende Erklärung. Manchen ist Mike vielleicht daher bekannt, dass er <a href="https://www.fringepop321.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">grenzwissenschaftliche Phänomene von christlicher Seite belechtet</a>, aber im realen Leben ist er Bibelwissenschaftler, und eine Kapazität auf dem Gebiet antiker semitischer Sprachen. Er ist also ein Experte für unser Problem.</p>
<p><a href="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-228 size-medium" src="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser-300x169.jpg" alt="Michael Heiser" width="300" height="169" srcset="https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser-300x169.jpg 300w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser-1024x576.jpg 1024w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser-768x432.jpg 768w, https://www.auferstanden.org/wp-content/uploads/2020/05/Mike-Heiser.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Der Schlüssel, um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen, findet sich in 1. Chronik 20:5.</p>
<blockquote><p>Und wieder kam es zum Kampf mit den Philistern. Und Elchanan, der Sohn des Jair, erschlug Lachmi, den Bruder Goliats, den Gittiter, und das Holz seines Speers war wie ein Weberbaum.</p></blockquote>
<p>In der deutschen Übersetzung sieht man nicht so schnell, wie der Vers aus 2. Samuel 21:19 durch einen Abschreibefehler aus 1. Chronik 20:5 entstanden sein kann, aber im hebräischen Urtext schon. Unser Video oben beinhaltet eine detaillierte Erklärung der einzelnen Schritte, was beim Abschreiben des Textes vermutlich passiert ist.</p>
<p>Wer tötete Goliath also? Es war David, und nicht Elchanan.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.biblestudymagazine.com/extras-1/2014/10/31/clash-of-the-manuscripts-goliath-the-hebrew-text-of-the-old-testament" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bible Study Magazine</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.auferstanden.org/2020/05/07/wer-toetete-goliath/">Wer tötete Goliath?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.auferstanden.org">Auferstanden!</a>.</p>
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